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E-Mail-Client: Mozilla will für Thunderbird-Ausgliederung zahlen

Die Entwicklung von Thunderbird soll möglichst schnell von der des Firefox-Browsers technisch getrennt werden. Dafür will Mozilla einen "Architekten" bezahlen. Eine neue organisatorische Heimat für Thunderbird ist aber noch nicht gefunden.
/ Sebastian Grüner
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Die konkrete Zukunft des Thunderbird ist weiter offen. (Bild: Mozilla)
Die konkrete Zukunft des Thunderbird ist weiter offen. Bild: Mozilla / MPLv2

Mozilla will in die technische Überführung von Thunderbird in eine neue Umgebung investieren. Zwar finanziert die Stiftung schon seit einigen Jahren die Entwicklung des E-Mail-Clients nicht mehr aktiv, hat aber bisher die Systeme zur Entwicklung von Thunderbird gepflegt. Aber die schnelle Weiterentwicklung von Firefox wird durch die Verbindung behindert, weshalb der E-Mail-Client ausgegliedert werden soll, wie Mozilla-Chefin Mitchell Baker im Dezember bekanntgegeben hat .

Architekt für technischen Umzug gesucht

In einer Stellenausschreibung sucht Mozilla(öffnet im neuen Fenster) nach einem "Architekten" , der die Entwicklungsprozesse sowohl von Firefox als auch von Thunderbird als Ganzes überblicken kann und letztlich Empfehlungen dazu abgibt, wie der freie E-Mail-Client künftig entwickelt werden soll.

Dies betrifft einerseits den künftigen möglichen Verzicht auf Techniken wie Xul und Xpcom, die auch in Firefox abgeschafft werden sollen wie auch die Frage, wie Thunderbird mit den stetigen Änderungen an der Gecko-Engine des Firefox wird mithalten können. Andererseits geht es um die technische Organisation wie die Verteilung der Addons, die Update-Verwaltung, die Suche nach Sicherheitslücken sowie das Bauen und Veröffentlichen der Binärdateien.

Thunderbird könnte neue Heimat bekommen

Firefox und Thunderbird sollen aber nicht nur klar technisch voneinander getrennt werden. Die Mozilla-Stiftung überlegt auch, Thunderbird aus seiner Verwaltungsstruktur auszugliedern. Zu diesem Zweck sind verschiedene Organisationen als mögliche künftige neue Heimat des Thunderbird-Projekts überprüft worden, wie der Geschäftsführer der Mozilla-Stiftung, Mark Surman, in seinem Blog schreibt(öffnet im neuen Fenster) .

In einem ausführlichen Bericht (PDF)(öffnet im neuen Fenster) dazu werden die unterschiedlichen Optionen auf ihre Eignung hin untersucht. Ein aussichtsreicher Kandidat könnte demnach zum Beispiel die Document Foundation (TDF) sein, die Libreoffice pflegt. Einer Aufnahme von Thunderbird in die TDF müsste deren Vorstand allerdings erst zustimmen. Grundlegende Einwände, die gegen eine Aufnahme von Thunderbird sprächen, hat die TDF aber offenbar nicht.


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