E-Ink: Das E-Paper errötet
Das elektronische Papier wird rot: E-Ink, Marktführer auf dem Gebiet der E-Paper-Displays, hat neben Schwarz und Weiß Rot als Farbe hinzugefügt. E-Ink hat das schwarz-weiß-rote Display zusammen mit einem kälteunempfindlichen Bildschirm auf der Display Week in Vancouver vorgestellt.
Es heißt Spectra(öffnet im neuen Fenster) und ist in erster Linie für Werbetafeln oder Schilder gedacht, etwa um in Geschäften auf Sonderangebote hinzuweisen. Die rote Farbe soll Aufmerksamkeit erregen. Anders als das Triton-Display(öffnet im neuen Fenster), das mit Farbfiltern arbeitet, die über das zweifarbige Display gelegt werden, ist Spectra ein echtes dreifarbiges Display: Es hat also neben schwarzen und weißen auch noch rote Farbpigmente. Nach Informationen des US-Blogs Engadget(öffnet im neuen Fenster) will E-Ink Spectra auch mit blauen oder grünen Pigmenten anbieten.
Tassen statt Kugeln
Wie bei den normalen E-Ink-Displays schwimmen auch bei Spectra verschieden geladene Farbpigmente in einer Flüssigkeit. Der Unterschied ist die Form der Microcups genannten Zellen: Sie ähnelt einer umgedrehten Tasse, deren Durchmesser oben etwas kleiner ist als unten. Die sonst genutzten Microcapsules sind kugelförmig.
Diese Microcups sitzen zwischen zwei Elektroden. Die auf der Oberseite ist eine hauchdünne durchsichtige Folie, die mit einem dichten Netz aus Leiterbahnen durchsetzt ist. Die Farbpigmente sind elektrisch geladen: die weißen positiv, die roten und schwarzen negativ. Werden die Leiterbahnen unter Spannung gesetzt, bewegen sich die Pigmente mit der korrespondierenden Ladung zur oberen oder unteren Elektrode und bilden schwarze, weiße oder rote Flächen, Buchstaben, Satzzeichen und leere Flächen dazwischen.
Vorteil dieser Technik ist, dass nur dann Strom gebraucht wird, wenn ein neuer Inhalt auf dem Bildschirm aufgebaut wird. Allerdings erklärt E-Ink nicht, wie die gleich geladenen schwarzen und roten Pigmente angesteuert werden.
E-Paper fürs Eisfach
Auch die zweite Neuerung, die E-Ink bei der Display Week präsentiert, ist eher für Geschäfts- als für Privatkunden gedacht: Aurora(öffnet im neuen Fenster) funktioniert auch noch bei minus 25 Grad Celsius. Die anderen E-Paper-Displays sind nur bis zum Gefrierpunkt einsetzbar. Mit dieser Technik sollen Etiketten oder Preisschilder in Kühlräumen oder -truhen ausgestattet werden. Auch Werbetafeln, die im Winter draußen stehen, könnten damit hergestellt werden.
Aurora-Displays sollen ab Juli 2013 ausgeliefert werden. Spectra soll im Herbst verfügbar sein.
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