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Reichweitenanzeige im E-Golf: stromlos in Brandenburg
Reichweitenanzeige im E-Golf: stromlos in Brandenburg (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Rettung in Neuruppin

Jetzt werden wir richtig nervös. Vielleicht erhalten wir im Autozentrum Auskunft. Doch dort herrscht Ahnungslosigkeit: Der erste, den wir fragen, weiß nichts. Im nächsten Büro wird uns mitgeteilt, der Betreiber habe lediglich den Platz für die Säulen gemietet. Wie das funktioniere? Achselzucken. Wir sollten es doch bei der auf der Säule angegebenen Service-Hotline versuchen.

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  • Gerettet: Der E-Golf lädt an der Station der Stadtwerke Neuruppin. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Schon vor Kyritz zeigte sich, dass der Strom nicht reicht für die Rückfahrt. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Ladeversuch in Kyritz war fehlgeschlagen, und der Strom wurde langsam knapp. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • In Neuruppin wurde es eng - zumal eine Ladestation nicht funktionierte. Zum Glück gab es noch die der Stadtwerke. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Bei vielen Ladesäulen muss sich der E-Auto-Fahrer mit einer Karte authentifizieren. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Das Problem: Nicht jede Karte funktioniert an jedem Lader, die Abrechnungssysteme sind oft nicht kompatibel. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Wir lernten die Ladesäulen schätzen, die Ikea oder Lidl aufstellt. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Sie bieten mehrere Stecker, das Laden ist kostenlos. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Bedienung ist übersichtlich, ... (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... und sie laden recht schnell. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Außerdem wird der E-Auto-Fahrer über den Fortschritt informiert. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Nach einer Viertelstunde ist der fast leere Akku wieder halb voll. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der E-Golf an einer Ladesäule am Bahnhof Berlin-Südkreuz. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Manchmal sind die Ladesäulen auch von anderen Elektroautos belegt. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Säulen von Be emobil sind die teuersten. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
Das Problem: Nicht jede Karte funktioniert an jedem Lader, die Abrechnungssysteme sind oft nicht kompatibel. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)

"Zurzeit sind alle unsere Servicemitarbeiter im Gespräch. Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt nochmal", meldet die Ansage. Wir suchen die Ladesäule nach weiteren Informationen ab und finden einen QR-Code und den Hinweis, eine App zu laden. Für 12,50 Euro, zu zahlen per Kreditkarte, sollen wir eine halbe Stunde Strom tanken. Eine halbe Stunde am Fast Charger reicht dicke für die Rückfahrt nach Berlin.

Die Ladesäule rückt keinen Strom heraus

Also zahlen wir, bekommen die Freigabe, aber nichts passiert. Die Zeit läuft, der Strom nicht. Ausstecken, noch einmal einstecken - nichts. Einmal, zweimal - wieder nichts. Wir entdecken eine weitere Telefonnummer in den Niederlanden, rufen dort an. Die Nummer ist laut automatischer Ansage nicht vergeben. Eine spätere Nachfrage per E-Mail bleibt ohne Antwort.

In unserer Ratlosigkeit versuchen wir es beim VW-Support. Der rät uns, es an einer anderen Ladesäule zu versuchen, es komme zuweilen vor, dass die Ladesäulen nicht funktionierten. Ärgerlich ist nur, dass wir vorab bezahlt haben. Noch ein Vorteil bei der Tankstelle: Dort wird erst getankt und dann bezahlt.

Wo ist die nächste Lademöglichkeit?

Eine andere Ladesäule aufzusuchen, ist leichter gesagt als getan. Laut App ist die nächste erst in Hohen Neuendorf, kurz vor Berlin. Bis dahin kommen wir aber nicht mehr. Wir schauen im Navi nach - und finden einen Lader bei den Stadtwerken Neuruppin. Wir fahren wieder durch den halben Ort zurück und finden die etwas versteckte Ladeeinrichtung auf dem Parkplatz: einen orangefarbenen Kasten mit einer Telefonnummer darauf.

Wir rufen an und werden in ein nahegelegenes Gebäude gebeten. Nachdem der freundliche Mitarbeiter Name, Adresse und Mobilnummer aufgenommen hat - von Hand, in ein großes Notizbuch! -, bekommen wir den Schlüssel zum Stromkasten und die Anweisung, den Schlüssel nach dem Laden wieder zurückzugeben.

Es lädt!

Wir schließen auf, nehmen das Kabel aus dem Kofferraum, stecken ein. Jetzt muss es funktionieren. Im Akku ist inzwischen nur noch Strom für gut 30 Kilometer. Sonst bleibt uns nur noch, zum Bahnhof nach Neuruppin zu fahren und den Zug zurück nach Berlin zu nehmen. Doch dann erscheint das grüne Icon. Bange Momente verstreichen, aber das grüne Icon bleibt. Auch die Leuchtdiode neben dem Fahrzeuganschluss zeigt Grün.

Wir entscheiden uns für einen Kompromiss: Wir warten nicht, bis der Akku ganz voll ist, sondern so viel Strom geladen ist, dass wir zu einem Schnelllader in Berlin kommen. Wir vertreiben uns zwei Stunden, dann haben wir genug Strom für die Fahrt. Als wir den Schlüssel zurückgeben, erfahren wir, dass das Laden des Elektroautos kostenlos war.

Immerhin reicht der Strom für die Rückfahrt. Erleichtert machen wir uns auf den Weg. Im Überschwang wagen wir sogar einen Geschwindigkeitstest: Bis auf etwa 157 Kilometer pro Stunde beschleunigt der Golf auf freier Strecke kurz vor Berlin, doch dann macht uns ein Warnton unsanft darauf aufmerksam, dass nur noch Strom für 50 Kilometer im Akku ist. Egal: Das Navi zeigt an, dass es bis zur Ladesäule keine 10 Kilometer mehr sind. Dass die Quote funktionierender Ladestationen heute nicht sehr gut war, ignorieren wir in dem Moment.

Wir rangieren an die Ladesäule

Das hätten wir nicht tun sollen: Der Platz an der Ladesäule ist besetzt. Ein Mercedes steht davor, das Kabel eingesteckt. Wir schauen trotzdem auf das Display - die Säule ist vom gleichen Typ wie die bei Lidl. Es zeigt, dass der Akku des Mercedes geladen ist. Mit etwas Rangieren bekommen wir den Golf so hingestellt, dass das Kabel gerade reicht. Eine Stunde Zeit für die volle Ladung, verspricht die Ladesäule. Nach einer Viertelstunde ist der Akku halb voll und wir machen uns auf den Heimweg.

Also keine Überlandfahrt mehr mit dem Elektroauto?

 Stromlos in BrandenburgTeures Laden in Berlin 

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montagen2002 14. Dez 2017

Ja. Länger noch als in vielen Entwicklungsländern!

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