E-Fan: Kleiner Airbus mit Akkus soll in Serie gehen

Airbus will das Elektroflugzeug E-Fan in Serie produzieren. Außerdem dient es als Testlabor für künftige Flugzeuge mit Elektroantrieb. Golem.de hat sich bei der Flugvorführung davon überzeugt, wie leise das Flugzeug ist.

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Elektroflugzeug E-Fan: Fahrwerkmotor surrt leise.
Elektroflugzeug E-Fan: Fahrwerkmotor surrt leise. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)

E-Fan, das kleine Elektroflugzeug von Airbus, soll in Serie gehen: Der europäische Flugzeughersteller will eine zweisitzige und eine viersitzige Version bauen. Das Flugzeug soll als Trainingsflugzeug für angehende Piloten eingesetzt werden. Die Modelle stellt Airbus auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (Ila) in Berlin vor.

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Der Prototyp, der kürzlich erstmals geflogen ist, hat eine Flügelspannweite von 9,5 Metern und ist 6,7 Meter lang. Das Flugzeug besteht komplett aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff und wiegt deshalb leer nur 500 Kilogramm. Angetrieben wird es von zwei Mantelpropellern, deren Motoren eine Leistung von je 30 Kilowatt erbringen. Der Anstellwinkel der Blätter könne verändert werden, was die Effizienz erhöhe, erklärt Jean Botti, Technikchef der Airbus-Group.

Akkus tauschen

Als Energiespeicher für die Motoren dienen Lithium-Polymer-Akkus, die in den Tragflächen nahe am Rumpf angebracht sind. Das soll bei künftigen Modellen auch einen Akkutausch ermöglichen. Die Kapazität der 120 Zellen reicht für eine Flugzeit von 75 Minuten aus. Das entspreche einer Flugstunde mit einer Reserve von 15 Minuten, sagt Botti. Eine Flugstunde im E-Fan kostet nach seinen Angaben 2 Eurocent. Wir vermuten allerdings, dass der Wert höher liegt.

  • Der Prototyp des E-Fan von Airbus auf der Ila 2014 (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Als Antrieb dienen zwei Mantelpropeller mit Elektromotoren. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Dsa Flugzeug verfügt über ein angetriebens Fahrwerk: Damit fährt es zur Startbahn und beschleunigt beim Start. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Airbus will das Elektroflugzeug für die Pilotenausbildung künftig in Serie produzieren - als Viersitzer (vorn) und als Zweisitzer. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Sitzanordnung ist anders als beim Prototyp: Pilot und Schüler sowie die beiden Insassen hinten sitzen nebeneinander. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Verändert werden soll auch das Fahrwerk: Es werde robuster sein, sagt Airbus. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Größenvergleich: E-Fan neben dem neuen Verkehrsflugzeug Airbus A350. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Der Testpilot... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... macht sich für den ersten Start des E-Fan auf der Ila bereit. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Die mit Pilot gerade einmal 600 kg wiegende Maschine... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... wackelte deutlich beim Einstieg. Die kleinen Stützräder verhindern ein Umkippen. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Der Mantelpropeller blieb aus. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Stattdessen sorgt ein kleiner Elektromotor im Fahrwerk für die nahezu geräuschlose Vorwärtsbewegung. Von einem Fahrradfahrer wurde das Flugzeug zur Startbahn begleitet. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Auf große Entfernungen (Brennweite 300 mm auf einem APS-C-Sensor)... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... war der E-Fan... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... nicht zu hören. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Erst in der Nähe machte sich das kleine Flugzeug... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... mit einem Surren bemerkbar. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Der E-Fan flog nur wenige Minuten, ... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... soll aber mit Reserve bis zu einer Stunde in der Luft bleiben können. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Auch die Landung war nahezu geräuschlos. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Der Testpilot... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... rollte anschließend wieder zum Airbus-Display. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Im Größenvergleich mit einer Boeing-Militärmaschine wirkt der E-Fan winzig. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
Der Prototyp des E-Fan von Airbus auf der Ila 2014 (Foto: Werner Pluta/Golem.de)

Die Akkus liefern zudem Strom für das motorisierte Fahrwerk: Das Hauptrad unter dem Rumpf wird von einem 6-Kilowatt-Elektromotor angetrieben. Es dient dazu, das Flugzeug zur Rollbahn zu fahren. Beim sogenannten Taxiing stehen die Elektroturbinen also still. Das spart zum einen Strom, zum anderen wird das Flugzeug dadurch leiser. Beim Start sorgt der Antrieb zudem für zusätzlichen Schub.

Keine Brennstoffzelle

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Ein Brennstoffzellenantrieb, wie ihn etwa Antares hat, das experimentelle Flugzeug des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, sei für diese Anwendung nicht sinnvoll, sagt Botti: Brennstoffzelle und Wasserstofftank zusammen seien zu schwer für ein so kleines Flugzeug.

Für die Serienmodelle E-Fan 2.0 und E-Fan 4.0 - benannt nach der Anzahl der Plätze - wird Airbus das Design ändern: Die Flugzeuge würden ein anderes, robusteres Fahrwerk bekommen, erzählt Botti. Eine weitere Änderung sei die Anordnung der Sitze: Im ersten Prototyp sitzen Pilot und Fluglehrer hintereinander. Im E-Fan 2.0 werden die Sitze nebeneinander angeordnet sein. Im E-Fan 4.0 werden je zwei Insassen nebeneinander Platz nehmen. Die Produktion soll Ende 2017 respektive 2019 beginnen.

Elektrische Verkehrsmaschine

Mit dem E-Fan verfolgt Airbus zudem ein anderes Ziel: Das Unternehmen entwickelt ein Verkehrsflugzeug für etwa 60 bis 80 Passagiere, das mit Elektromotoren angetrieben wird. Die E-Fans dienen dafür als Testplattform. Grund für das Vorhaben seien die Richtlinien der Europäischen Union, nach denen die Schadstoff- und Geräuschemissionen von Flugzeugen gegenüber heutigen Werten bis Mitte des Jahrhunderts drastisch reduziert werden müssten, erklärt Botti.

Tatsächlich ist der Elektroantrieb kaum zu hören: Auf dem Vorfeld machte der E-Fan sich nur durch ein leises Surren des Fahrwerkmotors bemerkbar. Die beiden Mantelpropeller-Triebwerke wurden nicht zum Rollen zur Startbahn genutzt.

Wie ein Modellflugzeug

Auch der Start lief sehr leise ab. Er erinnerte uns an die Geräusche von Modellflugzeugen, wenn er auch ein wenig lauter war. Eine Lärmbelästigung stellten wir weder während des Fluges noch beim Start fest. Selbst die Lautsprecheransagen übertönten die schwer auszumachenden Fluggeräusche des Elektrofliegers.

Im Unterschied zum neuen Verkehrsflugzeug Airbus A350 wird der E-Fan voraussichtlich auch an den Publikumstagen am Wochenende demonstriert. Die Ila findet derzeit auf dem noch nicht eröffneten Berliner Willy-Brandt-Flughafen statt. Die Messe dauert noch bis zum 25. Mai 2014.

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DLichti 21. Mai 2014

Die Fahrwerke sind stark genug, dass das Unfallrisiko bei einer Landung mit Übergewicht...

RipClaw 21. Mai 2014

Das Prinzip ist das gleiche nur bei Flugzeugen heißt es eben Mantelpropeller.

DLichti 21. Mai 2014

Soweit ich weiß sind es die Spitzen der Rotorblätter, die den viel Lärm verursachen...



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