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E-Day: Entwicklerstreit um Trailer für neues Gears of War

In-Game, In-Engine oder anderweitig produziert? Der aufwendige Trailer zu Gears of War E-Day hat für Diskussionen in der Spielebranche gesorgt.
/ Peter Steinlechner
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Szene aus dem Trailer von Gears of War E-Day (Bild: Microsoft)
Szene aus dem Trailer von Gears of War E-Day Bild: Microsoft

Eine wichtige Information zum Trailer von Gears of War E-Day steht sogar im Titel auf Youtube: In-Engine ist dort zu lesen. Inzwischen hat das Video, das seine Premiere auf dem Xbox Showcase im Rahmen des Summer Game Fest 2024 feierte, für Streit unter Entwicklern und dem Moderator Geoff Keighley geführt.

Der hatte auf der Plattform X eher nebenbei geschrieben(öffnet im neuen Fenster) , dass der Trailer "CG" sei – was normalerweise für "computer generated" steht und vorgerendert meint, also nicht in Echtzeit berechnet.

Das verstand ein Entwickler von Blizzard als Herabwürdigung der Arbeit seiner Kollegen und protestierte ebenfalls auf X gegen den Beitrag von Keighley – in einem inzwischen gelöschten Kommentar(öffnet im neuen Fenster) .

Die Sache führte dann zu weiteren Diskussionen. Unter anderem schrieb der für das Marketing auf der Xbox zuständige Guy Welsh (öffnet im neuen Fenster) , dass der Trailer auf Basis der Unreal Engine 5 "mit In-Game-Modellen, Texturen, Umgebungen und Details entwickelt wurde, die Spieler im fertigen Spiel sehen werden."

Nur ein Detail sprach Welsh nicht an: Nämlich, ob der Trailer in Echtzeit berechnet wurde oder eben nicht. Das hat mittlerweile ein Sprecher des Entwicklerstudios The Coalition im Gespräch mit dem Magazin Gamespot(öffnet im neuen Fenster) geklärt: Das Video sei "nicht in Echtzeit entstanden, wie einige angedeutet haben." Geoff Keighley hatte mit seiner Aussage also recht.

Spiele-Trailer: In-Engine vs In-Game vs Computer Generated

In-Engine bedeutet, dass ein Trailer die Beleuchtung, Modelle, Texturen und so weiter nur aus der jeweils verwendeten Engine verwendet. Es kann aber sein, dass die Einzelbilder nicht mit einer hohen Bildrate entstanden sind, sondern sehr viel langsamer berechnet wurden und das Ergebnis dann später schneller abgespielt wird.

Im fertigen Spiel ist diese Vorgehensweise natürlich nicht möglich, das Game würde mehr oder weniger stark ruckeln. Deshalb wird das Spiel weiter optimiert, oder Details werden angepasst. Das fertige Produkt kann dann tatsächlich (deutlich) weniger gut aussehen als ein In-Engine-Trailer.

Anders ist die Sache normalerweise bei einem In-Game-Trailer, bei dem Spielgrafik in Echtzeit gezeigt wird. Allerdings kann es sich hier auch um besonders optimierte Szenen handeln – eine haarscharfe, rechtlich eindeutige Definition gibt es nicht.


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