Abo
  • Services:

E-Commerce: Kartellamt will Online-Shops des Einzelhandels schützen

Kleine Läden sind beim Online-Vertrieb gegenüber großen Anbietern wie Amazon oder Otto häufig benachteiligt. Das Kartellamt will dafür sorgen, dass dem Einzelhandel ein zweiter Vertriebsweg im Netz eröffnet wird.

Artikel veröffentlicht am ,
Nach Ansicht von Kartellamtschef Mundt braucht der Einzelhandel ein zweites Standbein im Netz.
Nach Ansicht von Kartellamtschef Mundt braucht der Einzelhandel ein zweites Standbein im Netz. (Bild: Kai Pfaffenbach/Reuters)

Das Bundeskartellamt will künftig die Vertriebsstrukturen beim Online-Handel genauer kontrollieren. "Wenn wir die Innenstädte retten wollen, müssen wir dafür sorgen, dass auch die kleinen Einzelhändler ihre Chancen im Netz nutzen können", sagte Kartellamtschef Andreas Mundt der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Paywall). Daher müsse die Wettbewerbsbehörde sicherstellen, "dass es im Internet keine unzulässigen Vertriebsbeschränkungen zulasten kleiner Händler gibt". Es reiche meistens nicht, dass sie ihre Ware auf der eigenen Webseite anböten. "Sie brauchen den Zugang zu Preissuchmaschinen und Drittplattformen, um wirklich sichtbar zu sein", sagte Mundt.

Stellenmarkt
  1. Kassenärztliche Bundesvereinigung, Berlin
  2. Schaeffler Technologies AG & Co. KG, Schweinfurt

Der Kartellamtschef verwies in diesem Zusammenhang auf das Verfahren gegen den Sportschuhhersteller Asics. Dieser hatte seinen Vertragshändlern die Nutzung von Preissuchmaschinen verboten. Auch gegen Adidas führte das Kartellamt ein entsprechendes Verfahren.

Plattformen auf Expansion angelegt

Nach Ansicht Mundts dürfen Hersteller den Online-Verkauf über Drittplattformen nur dann untersagen, "wenn sie dafür stichhaltige Gründe anführen können". Denn kleine und mittlere Unternehmen erzielten zwei Drittel ihrer Online-Umsätze über Drittplattformen.

Schwierig sei es hingegen, mit dem "klassischen Kartellrecht" gegen die zunehmende Marktdominanz von Amazon oder anderer IT-Konzerne anzugehen. "Das Unbehagen rührt ja auch vielmehr daher, dass sich große Internetunternehmen, Amazon ist nur das prominenteste Beispiel, scheinbar unaufhaltsam ausbreiten und immer neue Segmente besetzen", sagte Mundt. Das hänge mit den typischen Plattform- und Netzwerkmechanismen, der Nutzung von Daten und vertikaler Integration der Plattformen zusammen. Dieses sei "allesamt auf Expansion angelegt". Je mehr Kunden, Teilnehmer und Daten eine Plattform habe, desto mächtiger werde sie. "Die pure Größe treibt das Wachstum weiter voran", sagte Mundt.

Unkonventionelle Antworten erforderlich

Ganz ohnmächtig müssten die Kartellbehörden der Entwicklung jedoch nicht zuschauen. So habe Amazon Marketplace nach einer Intervention des Bundeskartellamts europaweit die Praxis aufgegeben, von den Händlern zu verlangen, dass diese ihre Produkte an keiner anderen Stelle günstiger anbieten dürfen als auf der Amazon-Handelsplattform. Viele Forderungen zu einer Regulierung dieser Konzerne sind nach Ansicht Mundts jedoch "wettbewerbspolitisch verfehlt, weil sie Wettbewerbsprozesse und Innovation eher behindern als fördern". Die digitale Welt erfordere "im Wettbewerbsrecht möglicherweise unkonventionelle Antworten", sagte Mundt.

Ein konkretes Beispiel für neue Wege des Kartellamts ist dabei der Aufbau der Verbraucherschutzabteilung, der im Herbst abgeschlossen sein soll. Ein erster Untersuchungsgegenstand könnten dann "die möglichen Tücken von Internetvergleichsportalen" sein, sagte Mundt. Schon bei der Novelle des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) sei viel über Bewertungen, Ranking, Provisionen und die Frage gesprochen worden, ob die Verbraucher tatsächlich die für sie besten Suchergebnisse erhielten.

Mundt kündigte zudem an, noch in diesem Jahr erste Ergebnisse des Verfahrens gegen Facebook vorzulegen. Dabei gehe es um die Frage, ob Facebook marktbeherrschend sei und ob das Unternehmen von den Nutzern Daten auf die Art und Weise erheben und verwerten dürfe, wie dies bislang der Fall ist.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals bei Alternate.de
  2. 249,00€ (Bestpreis!)
  3. 399€ (Wert der Spiele rund 212€)
  4. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)

BangerzZ 21. Aug 2017

Wusste gar nicht das meine ganzen Steuern direkt auf die Konten der Politiker fließen...

karlchen 21. Aug 2017

Es ist tatsächlich so, daß sich nur wenige es "leisten" können, ihre Waren bei Amazon...

RichardEb 20. Aug 2017

Ich kaufe gerne auch in kleinen Onlineshops. Aber eben nur wenn es sich für mich rechnet...

css_profit 20. Aug 2017

Quelle für deine Behauptung? Lustig ist es von anderen eine Quelle zu fordern und selbst...

dontcare 20. Aug 2017

In Polen kann man seid Jahren 24/7 in größeren Geschäften einkaufen. Letztes Jahr gab es...


Folgen Sie uns
       


Dell XPS 13 (9380) - Test

Das aktuelle XPS 13 entspricht vom Gehäuse her dem Vorgänger, allerdings sitzt die Webcam nun oberhalb des Displays und vor dem matten Panel befindet sich keine spiegelnde Scheibe mehr. Zudem fallen CPU-Geschwindigkeit und Akkulaufzeit höher aus.

Dell XPS 13 (9380) - Test Video aufrufen
Pie: Google und die verschollenen Android-Zahlen
Pie
Google und die verschollenen Android-Zahlen

Bis Oktober 2018 hat Google jeden Monat Zahlen zur Verbreitung der verschiedenen Android-Versionen veröffentlicht. Daran ließ sich unter anderem ablesen, wie schnell sich eine neue Version am Markt durchsetzt. Seit gut einem halben Jahr schweigt Google aber - was ist da los?
Von Tobias Költzsch

  1. Google Neue Android-Q-Beta bringt App-Blasen
  2. Security Patch Google beseitigt im April Qualcomm-Sicherheitslücken
  3. Android 10 Google veröffentlicht erste Betaversion von Android Q

Audiogesteuerte Aktuatoren: Razers Vibrationen kommen aus Berlin
Audiogesteuerte Aktuatoren
Razers Vibrationen kommen aus Berlin

Hinter Razers vibrierenden Kopfhörern, Mäusen und Stühlen steckt eine Firma aus Berlin: Lofelt produziert die Aktuatoren, die durch Audiosignale zur Vibration gebracht werden. Die Technik dahinter lässt sich auch auf andere Bereiche anwenden, wie wir uns anschauen konnten.
Von Tobias Költzsch

  1. Onlineshop Razer schließt belohnungsbasierten Game Store
  2. Raptor 27 Razer stellt seinen ersten Gaming-Monitor vor
  3. Turret Razer stellt offizielle Tastatur und Maus für Xbox One vor

Verschlüsselung: Ärger für die PGP-Keyserver
Verschlüsselung
Ärger für die PGP-Keyserver

Die Schlüsselserver für PGP sind so ausgelegt, dass sie fast alles ungeprüft akzeptieren. Das führt zu zahlreichen Problemen, zuletzt wurden die Keyserver aufgrund von Angriffen mit vergifteten Schlüsseln immer unzuverlässiger.
Ein Bericht von Hanno Böck

  1. OpenPGP/GnuPG Signaturen fälschen mit HTML und Bildern
  2. GPG-Entwickler Sequoia-Projekt baut OpenPGP in Rust

    •  /