E-Commerce: HDE fordert Importstopp für Temu und Shein
Der Einzelhandel in Deutschland befürchtet für das laufende Jahr eine Fortsetzung der wirtschaftlichen Stagnation. In einem Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz, über den das RedaktionsNetzwerk Deutschland(öffnet im neuen Fenster) (RND) berichtet, fordert der Handelsverband Deutschland (HDE) einen "echten Aufbruch" für die Branche.
Der Verband(öffnet im neuen Fenster) weist darauf hin, dass viele Handelsunternehmen derzeit ihre Reserven aufbrauchen. Im Hinblick auf den anstehenden EU-Gipfel in der kommenden Woche appelliert der HDE an den Kanzler, sich gegen Wettbewerbsverzerrungen und für den Abbau von Wachstumshemmnissen einzusetzen.
Forderung nach Importstopp als Ultima Ratio
"Die EU-Führungsspitzen müssen endlich dafür sorgen, dass sich die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen deutlich erhöht. Wir brauchen jetzt einen echten Aufbruch" , so HDE-Präsident Alexander von Preen. Ein Kernanliegen des Verbandes ist der Umgang mit chinesischen Online-Marktplätzen wie Temu oder Shein.
Der HDE beklagt eine massive Wettbewerbsverzerrung, da diese Anbieter den Markt mit Waren fluteten, die teils Sicherheits- und Umweltstandards missachteten. Der Verband fordert daher die Durchsetzung gleicher Wettbewerbsbedingungen. Sollten die Plattformen europäische Regeln weiterhin systematisch ignorieren, müsse als letztes Mittel ein Importstopp verhängt werden. Unternehmen, die sich nicht an geltendes Recht hielten, dürften keinen Zugang zum europäischen Markt erhalten.
Kritik an der Umsetzung von EU-Richtlinien
Zusätzlich warnt die Verbandsführung vor den Folgen der EU-Entgelttransparenzrichtlinie. Diese solle zwar die Information über Gehälter verbessern, bedeute für den Mittelstand jedoch einen erheblichen bürokratischen Mehraufwand. Der HDE spricht sich dafür aus, das Vorhaben grundlegend neu zu bewerten, um die Tarifautonomie nicht zu gefährden.
Kritik übt der Verband zudem an der Umsetzung der sogenannten Empco-Richtlinie, die Nachhaltigkeitssiegel auf Verpackungen vereinheitlichen soll. Der HDE bemängelt hierbei das Fehlen gesetzlicher Übergangsfristen für den Abverkauf bereits produzierter Ware. Ohne entsprechende Regelungen drohe die Vernichtung von rund 100 Millionen Produkten, da diese aufgrund veralteter Labels nicht mehr verkauft werden dürften. Dies widerspreche den Zielen der Nachhaltigkeit und belaste die Unternehmen unnötig.
"Der Einzelhandel ist bereit, den Aufschwung mitzugestalten. Aber dafür brauchen wir jetzt Rahmenbedingungen, die unternehmerischen Mut belohnen und nicht bestrafen. Machen Sie diese Punkte zur Chefsache" , appelliert von Preen an Bundeskanzler Friedrich Merz.
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