Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

E-Commerce: Amazon untersucht Ausfälle wegen KI-Programmiertools

Amazon hat seine Entwickler angewiesen, mehr KI-Tools zu nutzen, und viele entlassen. Wegen schwerer Ausfälle ruft man die Softwareexperten jetzt zu einer Krisensitzung zusammen.
/ Achim Sawall
7 Kommentare undefined News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Beschäftigte auf dem Amazon Campus 3 (Bild: Amazon)
Beschäftigte auf dem Amazon Campus 3 Bild: Amazon
Inhalt
  1. E-Commerce: Amazon untersucht Ausfälle wegen KI-Programmiertools
  2. Amazon: KI war nicht schuld, sondern die Entwickler

Amazon hat eine große Anzahl seiner Entwickler zu einer Besprechung zusammengerufen, um technische Ausfälle im Kerngeschäft E-Commerce zu untersuchen. Das berichtet die britische Financial Times unter Berufung(öffnet im neuen Fenster) auf eine Besprechungsnotiz, die der Redaktion vorliegt. Bei der Besprechung, die am 10. März 2026 stattfindet, geht es auch um den breiten Einsatz von KI-Programmiertools.

Amazons Website und Shopping-App waren in diesem Monat fast sechs Stunden lang nicht erreichbar.

Es habe in den vergangenen Monaten eine Reihe "von Vorfällen" mit "hoher Auswirkungsreichweite" im Zusammenhang mit "Gen-KI unterstützten Änderungen" gegeben, für die noch "keine vollständig etablierten Best Practices und Sicherheitsvorkehrungen vorliegen" .

"Wie ihr wahrscheinlich wisst, war die Verfügbarkeit der Website und der zugehörigen Infrastruktur in letzter Zeit nicht optimal" , schrieb Dave Treadwell, Senior Vice President der Gruppe, in einer E-Mail an die Beschäftigten, die ebenfalls der Financial Times vorliegt. Er bat alle, an dem normalerweise freiwilligen Meeting teilzunehmen. Junior- und Mid-Level-Entwickler benötigen künftig die Freigabe vom Senior-Level-Kollegen für alle KI-gestützten Änderungen, wie Treadwell hinzufügte.

Amazon-Entwickler: Entlassungen sind schuld an Ausfällen

Die Financial Times berichtete zuvor unter Berufung auf mehrere Amazon-Entwickler, dass es in ihren Bereichen wegen Stellenabbaus täglich eine höhere Anzahl von sogenannten Sev2-Vorfällen gebe, die ein schnelles Eingreifen erforderten, um Ausfälle an produktiven Systemen zu vermeiden. Amazon führte in den vergangenen Jahren mehrere Entlassungsrunden durch und baute zuletzt im Januar 16.000 Arbeitsplätze in der Unternehmenszentrale ab. Der Konzern bestreitet auf Nachfrage, dass der Stellenabbau für die jüngste Zunahme der Ausfälle verantwortlich sei.

Auch der Cloudanbieter Amazon Web Services (AWS) verzeichnete in den vergangenen Monaten mindestens zwei Dienstunterbrechungen, die im Zusammenhang mit dem Einsatz interner KI-Entwicklungswerkzeuge stehen. Laut internen Informationen führten fehlerhafte Berechtigungen dazu, dass KI-basierte Agenten weitreichende Änderungen an Produktionsumgebungen vornehmen konnten.


Relevante Themen