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75 Jahre alt ist das Elektrobussystem in Eberswalde.
75 Jahre alt ist das Elektrobussystem in Eberswalde. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)

Induktion ist effizient

Wer über Induktion spricht, der sieht häufig ein Effizienzproblem, wie wir aus diversen Diskussionen im Forum der Primove-Artikel sehen konnten. Doch das stimmt nicht. Die Induktion ist aber sowohl beim IPT-System von Conductix Wampfler als auch in dem Primove-System von Bombardier sehr hoch. Tatsächlich gibt die BVG aber eine Effizienz von mindestens 90 Prozent für die Induktionsladung an. Auf Nachfrage sagte uns Bombardier, dass die Ladeeffizienz im Durchschnitt bei 95 Prozent liege. Das ist dieselbe Effizienz, die auch Conductix Wampfler angibt. Beide Unternehmen erreichen die hohe Effizienz durch das Absenken der Ladeeinheit in Richtung Boden. Durch die Reduktion des Abstands zwischen den Ladekomponenten erhöht sich die Effizienz.

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Primove ist allerdings auch für das Laden beim Fahren, beispielsweise in Straßenbahnen, vorgesehen. Die Ladezeit von Primove beträgt im regulären Betrieb 4 bis 7 Minuten. Von den 90 KWh sollen bei störungsfreiem Betrieb nur 18 KWh abgerufen und dann entsprechend in der kurzen Zeit wieder aufgeladen werden - und das bei minimalem Gewichtsunterschied: Mit 18 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht sind die Akkubusse mit Bombardiers Primove-90-System nur 130 Kilo schwerer als ihre Diesel-Pendants. Würde die BVG sich wie die Mannheimer für das Primove-60-System entscheiden, wäre der Bus sogar leichter. Allerdings braucht es dann mehr Unterwegsladestationen, die in den Beton eingelassen werden, was in Mannheim an Haltestellen mit Fahrgastwechsel ausprobiert wird.

Berlin gleicht mit Induktion die fehlende Straßenbahninfrastruktur aus

Der Vorteil von Induktions- gegenüber Oberleitungsbussen liegt gerade in Berlin bei der höheren Flexibilität. Im Westteil der Stadt fehlt es an Straßenbahninfrastruktur für E-Busse mit Pantographen. Zudem betreibt die Stadt auch viele Doppeldecker. Ein Eindecker müsste also seinen Dachstromabnehmer sehr hoch fahren, damit der Doppeldecker mit Stromabnehmer dieselbe Ladestation verwenden kann. Zudem müsste auf dem Dach eines Doppeldeckers Platz geschaffen werden. Wir gehen davon aus, dass dies nur auf Kosten des Fahrgastraumes ginge.

Da ist London weiter: Dort fahren schon seit 2012 die äußerst modern wirkenden New-Routemaster-Doppeldecker durch die Stadt, die sehr leise sind. London investiert schon lange in E-Mobilität und kann mittlerweile auf mehrere Generationen der Technik im praktischen Einsatz verweisen. Das aktuelle Modell arbeitet wie die Vorgänger noch als dieselelektrischer Hybrid-Bus (PDF-Datenblatt). Ein rein elektrischer Akku-Doppeldecker ist ebenfalls möglich, und natürlich will London die erste Stadt sein, die ihn einsetzt. Ab Oktober 2015 soll der erste Bus in der Stadt in den Dienst auf der Linie 16 gehen. Der chinesische Hersteller BYD will für stolze zwölf Jahre (Primove: 6 bis 8 Jahre) die Benutzbarkeit der LiFePO4-Akkupacks garantieren und verspricht eine Reichweite von fast 250 km im Stadtverkehr. Es ist allerdings noch kein Serienfahrzeug und muss seine Leistungsfähigkeit erst in der Praxis beweisen.

Die nächsten Jahre der Praxis zeigen, welches System sich für welchen Zweck eignet

Was sich durchsetzen wird, lässt sich noch nicht sagen. Denn es wird tatsächlich noch zumindest begleitend geforscht. Dabei geht es vor allem um betriebliche Praxisfähigkeit und nicht wie in den meisten Städten noch vor zehn Jahren darum, die allgemeine Funktionsfähigkeit zu testen. Und auch nicht jedes System wird für die jeweilige Stadt geeignet sein. In einer Stadt mit einem guten Oberleitungssystem zeigt die Induktion weniger Potenzial. Kleinere Städte mit selten fahrenden Bussen werden wohl nicht auf den Dieselmotor verzichten und könnten über Hybride nachdenken. Es könnte dadurch mehr Vielfalt entstehen. Eine Ablösung von Straßenbahnen oder den noch vorhandenen Oberleitungsbussen ist nicht zu erwarten. Die Straßenbahn hat vor allem durch lange Züge mehr Kapazität, und die bestehende Obus-Infrastruktur ermöglich sehr leichte Fahrzeuge mit den Vorteilen eines E-Motors. Doch beide Systeme könnten durchaus mit einem Akku versehen werden.

 Wien betreibt E-Bus-Linien mit Serienfahrzeugen seit 2013

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HubertHans 01. Sep 2015

Die Busse haben eine Luftfederung, die genau das tut.

RvdtG 16. Jul 2015

https://www.youtube.com/watch?v=FcPtrIE_7-I Der zweite Pol ist auch Überkopf als Draht...

casaper 14. Jul 2015

Ich würd mal sagen wenn das Fahrgestell und die Fahrgäste des induktions geladenen Bus...

McCoother 13. Jul 2015

Ja aber was kostet so ein Akku denn? Da ist ein zusätzliche E-Motor und der Verbrenner...



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