• IT-Karriere:
  • Services:

Induktion ist effizient

Wer über Induktion spricht, der sieht häufig ein Effizienzproblem, wie wir aus diversen Diskussionen im Forum der Primove-Artikel sehen konnten. Doch das stimmt nicht. Die Induktion ist aber sowohl beim IPT-System von Conductix Wampfler als auch in dem Primove-System von Bombardier sehr hoch. Tatsächlich gibt die BVG aber eine Effizienz von mindestens 90 Prozent für die Induktionsladung an. Auf Nachfrage sagte uns Bombardier, dass die Ladeeffizienz im Durchschnitt bei 95 Prozent liege. Das ist dieselbe Effizienz, die auch Conductix Wampfler angibt. Beide Unternehmen erreichen die hohe Effizienz durch das Absenken der Ladeeinheit in Richtung Boden. Durch die Reduktion des Abstands zwischen den Ladekomponenten erhöht sich die Effizienz.

Stellenmarkt
  1. über grinnberg GmbH, Darmstadt
  2. DMK E-BUSINESS GmbH, Chemnitz

Primove ist allerdings auch für das Laden beim Fahren, beispielsweise in Straßenbahnen, vorgesehen. Die Ladezeit von Primove beträgt im regulären Betrieb 4 bis 7 Minuten. Von den 90 KWh sollen bei störungsfreiem Betrieb nur 18 KWh abgerufen und dann entsprechend in der kurzen Zeit wieder aufgeladen werden - und das bei minimalem Gewichtsunterschied: Mit 18 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht sind die Akkubusse mit Bombardiers Primove-90-System nur 130 Kilo schwerer als ihre Diesel-Pendants. Würde die BVG sich wie die Mannheimer für das Primove-60-System entscheiden, wäre der Bus sogar leichter. Allerdings braucht es dann mehr Unterwegsladestationen, die in den Beton eingelassen werden, was in Mannheim an Haltestellen mit Fahrgastwechsel ausprobiert wird.

Berlin gleicht mit Induktion die fehlende Straßenbahninfrastruktur aus

Der Vorteil von Induktions- gegenüber Oberleitungsbussen liegt gerade in Berlin bei der höheren Flexibilität. Im Westteil der Stadt fehlt es an Straßenbahninfrastruktur für E-Busse mit Pantographen. Zudem betreibt die Stadt auch viele Doppeldecker. Ein Eindecker müsste also seinen Dachstromabnehmer sehr hoch fahren, damit der Doppeldecker mit Stromabnehmer dieselbe Ladestation verwenden kann. Zudem müsste auf dem Dach eines Doppeldeckers Platz geschaffen werden. Wir gehen davon aus, dass dies nur auf Kosten des Fahrgastraumes ginge.

Da ist London weiter: Dort fahren schon seit 2012 die äußerst modern wirkenden New-Routemaster-Doppeldecker durch die Stadt, die sehr leise sind. London investiert schon lange in E-Mobilität und kann mittlerweile auf mehrere Generationen der Technik im praktischen Einsatz verweisen. Das aktuelle Modell arbeitet wie die Vorgänger noch als dieselelektrischer Hybrid-Bus (PDF-Datenblatt). Ein rein elektrischer Akku-Doppeldecker ist ebenfalls möglich, und natürlich will London die erste Stadt sein, die ihn einsetzt. Ab Oktober 2015 soll der erste Bus in der Stadt in den Dienst auf der Linie 16 gehen. Der chinesische Hersteller BYD will für stolze zwölf Jahre (Primove: 6 bis 8 Jahre) die Benutzbarkeit der LiFePO4-Akkupacks garantieren und verspricht eine Reichweite von fast 250 km im Stadtverkehr. Es ist allerdings noch kein Serienfahrzeug und muss seine Leistungsfähigkeit erst in der Praxis beweisen.

Die nächsten Jahre der Praxis zeigen, welches System sich für welchen Zweck eignet

Was sich durchsetzen wird, lässt sich noch nicht sagen. Denn es wird tatsächlich noch zumindest begleitend geforscht. Dabei geht es vor allem um betriebliche Praxisfähigkeit und nicht wie in den meisten Städten noch vor zehn Jahren darum, die allgemeine Funktionsfähigkeit zu testen. Und auch nicht jedes System wird für die jeweilige Stadt geeignet sein. In einer Stadt mit einem guten Oberleitungssystem zeigt die Induktion weniger Potenzial. Kleinere Städte mit selten fahrenden Bussen werden wohl nicht auf den Dieselmotor verzichten und könnten über Hybride nachdenken. Es könnte dadurch mehr Vielfalt entstehen. Eine Ablösung von Straßenbahnen oder den noch vorhandenen Oberleitungsbussen ist nicht zu erwarten. Die Straßenbahn hat vor allem durch lange Züge mehr Kapazität, und die bestehende Obus-Infrastruktur ermöglich sehr leichte Fahrzeuge mit den Vorteilen eines E-Motors. Doch beide Systeme könnten durchaus mit einem Akku versehen werden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Wien betreibt E-Bus-Linien mit Serienfahrzeugen seit 2013
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (u. a. PS5 + HD Kamera für 549,99€)
  2. (u. a. Ryzen 7 5800X für 469€)

HubertHans 01. Sep 2015

Die Busse haben eine Luftfederung, die genau das tut.

RvdtG 16. Jul 2015

https://www.youtube.com/watch?v=FcPtrIE_7-I Der zweite Pol ist auch Überkopf als Draht...

casaper 14. Jul 2015

Ich würd mal sagen wenn das Fahrgestell und die Fahrgäste des induktions geladenen Bus...

McCoother 13. Jul 2015

Ja aber was kostet so ein Akku denn? Da ist ein zusätzliche E-Motor und der Verbrenner...


Folgen Sie uns
       


Satelliteninternet Starlink ausprobiert

Trotz der schwankenden Datenrate konnten wir das Netz aus dem All problemlos für Arbeit und Freizeit nutzen.

Satelliteninternet Starlink ausprobiert Video aufrufen
Programm für IT-Jobeinstieg: Hoffen auf den Klebeeffekt
Programm für IT-Jobeinstieg
Hoffen auf den Klebeeffekt

Aktuell ist der Jobeinstieg für junge Ingenieure und Informatiker schwer. Um ihnen zu helfen, hat das Land Baden-Württemberg eine interessante Idee: Es macht sich selbst zur Zeitarbeitsfirma.
Ein Bericht von Peter Ilg

  1. Arbeitszeit Das Sechs-Stunden-Experiment bei Sipgate
  2. Neuorientierung im IT-Job Endlich mal machen!
  3. IT-Unternehmen Die richtige Software für ein Projekt finden

Weclapp-CTO Ertan Özdil: Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!
Weclapp-CTO Ertan Özdil
"Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!"

Der CTO von Weclapp träumt von smarter Software, die menschliches Eingreifen in der nächsten ERP-Generation reduziert. Deutschen Perfektionismus hält Ertan Özdil aber für gefährlich.
Ein Interview von Maja Hoock


    Fiat 500 als E-Auto im Test: Kleinstwagen mit großem Potenzial
    Fiat 500 als E-Auto im Test
    Kleinstwagen mit großem Potenzial

    Fiat hat einen neuen 500er entwickelt. Der Kleine fährt elektrisch - und zwar richtig gut.
    Ein Test von Peter Ilg

    1. Vierradlenkung Elektrischer GMC Hummer SUV fährt im Krabbengang seitwärts
    2. MG Cyberster MG B Roadster mit Lasergürtel und Union Jack
    3. Elektroauto E-Auto-Prämie übersteigt in 2021 schon Vorjahressumme

      •  /