Elektrisches Fahrwerk im Fahrrad

Das ist ein elektronisch steuerbares Fahrwerk. Die Federgabeln und Dämpfer stammen vom Hersteller Fox. Über den Bordcomputer am Lenker wählt der Fahrer zwischen fünf Fahrmodi oder lässt die Sensorik automatisch die perfekte Fahrwerkseinstellung im Gelände vornehmen.

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Der Profi-Sport wäre eine perfekte Werbeplattform für derartige Innovationen. Mit viel Überzeugungsarbeit haben es Hersteller wie Bosch oder auch nationale Fahrradverbände geschafft, die Union Cycliste International (UCI) zu überzeugen. In diesem Jahr gibt es erstmals vier Rennläufe der World E-Bikes Series. Korrekterweise gehen hier Pedelecs an den Start.

In der Mitte angekommen

Ein elektrisches Fahrwerk beim Fahrrad mag ein Nischenthema sein. Doch Fleischer resümiert: "Das E-Bike ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen." Trends wie Urbanisierung, Umweltschutz, Konnektivität und die demografische Entwicklung haben dabei geholfen. Die technische Innovation E-Bike wurde zunächst von einer Käuferschicht jenseits der 60 Lebensjahre angenommen. Inzwischen akzeptieren auch Radler über 30 die Motorunterstützung. In den Rahmen integrierte Akkus, kleinere Motoren, hochwertiges Design sowie eine größere Modellauswahl bei Mountainbikes, Stadt-, Trecking- und Lastenfahrrädern sorgen für anhaltenden Erfolg.

Mit der Power Tube 625 mit 625 Wattstunden Kapazität und 3,5 kg Gewicht liefert Bosch seinen besten Akku. Er soll nach 500 Ladezyklen noch immer 70 Prozent der Kapazität aufweisen. Doch in der Entwicklung der Lithium-Ionen-Zellen sieht Fleischer das Ende fast erreicht. Hier dürfte erst eine neue Akkutechnologie größere Sprünge ermöglichen.

Kiox sorgt für Konnektivität

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In den Anfangstagen bediente sich das Team um Claus Fleischer bei den Akkus der kabellosen Bosch-Werkzeuge. Know-how im Bereich Sensorik sowie Steuerungssoftware kamen von den Kollegen der Automotive-Sparte. "Wir sind 2009 als Startup innerhalb der Gruppe und als Anhängsel des Autobereichs gegründet worden", erinnert sich Fleischer. Zunächst kooperierte Bosch mit dem schwäbischen Fahrradhersteller Magura, um Prototypen bauen zu können.

Im Jahr 2017 wurde Cobi Bike aus Frankfurt übernommen. Damit wuchsen Smartphone und E-Bike zusammen. Technisch interessierte Fahrer möchten ihre Fahrdaten, Routenplanung und Fahrradortung per App erledigen. Neben der App bietet Bosch mit E-Bike Connect eine Online-Plattform, auf der Fahrer ihre Daten auswerten und teilen können. Der Bordcomputer Kiox sammelt die Daten direkt am Lenker. Per Bluetooth werden sie auf das Smartphone übertragen. Auf gleichem Weg, nur in umgekehrte Richtung, kann man Software-Updates für das E-Bike installieren.

  • Der Bosch-Motor für Fahrräder (Bild: Dirk Kunde)
  • Es gibt ihn mit verschiedenen Leistungsstufen für normale Räder ... (Bild: Dirk Kunde)
  • ... und für Lastenfahrräder. (Bild: Dirk Kunde)
  • Pendlern erleichtert der Motor ihre Wege durch die Stadt. (Bild: Bosch)
  • Mit Motorunterstützung lassen sich Lasten einfacher bewegen. (Bild: Bosch)
  • Für Mountainbiker gibt es ein elektronisch steuerbares Fahrwerk. (Bild: Bosch)
  • Das Fahrrad ist auch vernetzt. (Bild: Bosch)
  • Der Bordcomputer Kiox ist auch eine Art elektronische Wegfahrsperre. (Bild: Bosch)
  • Wird er entfernt, arbeitet der Motor nicht.  (Bild: Bosch)
Das Fahrrad ist auch vernetzt. (Bild: Bosch)

Neu im Modelljahr 2020 ist die Premium-Funktion Lock im Kiox. Wird der Bordcomputer vom Lenker entfernt, ist die Trittunterstützung des Motors deaktiviert. Das soll Diebe abschrecken. Ohne das Kiox des Besitzers kann das Pedelec nur als gewöhnliches Fahrrad benutzt werden.

Tuning verhindern

Auch den Missbrauch durch Bastler möchte Bosch verhindern. Das Thema Tuning könnte schärfere gesetzliche Vorgaben zur Folge haben. Darum soll es keine Verbreitung finden. Bosch führt den Limp-Home-Modus ein: Erkennen Sensoren beziehungsweise die Software Manipulationen am Pedelec, schaltet die Trittunterstützung dauerhaft ab. Man kann mit dem Rad nur noch nach Hause "humpeln". Der Besitzer muss zum Fachhändler und kann den Motor zurücksetzen lassen. "Das funktioniert maximal drei Mal", sagt Fleischer. Wer mit der Abschaltung bei 25 km/h nicht leben kann, soll sich ein S-Pedelec oder ein waschechtes E-Bike kaufen.

Für Bosch bedeutet der Erfolg der E-Bikes mehr Selbstständigkeit. Ab 2020 wird Bosch E-Bike Systems ein eigenständiger Geschäftsbereich innerhalb der Bosch-Gruppe. Für Fleischer ist neben Vernetzung Sicherheit ein weiteres Zukunftsthema. Bosch hat bereits 2018 ein Antiblockiersystem vorgestellt. Auf losem Untergrund kann der Kasten am Lenker Stürze verhindern. Noch reagieren Handel und Käufer verhalten. Der Übergang vom Drahtesel zum technologisch hochgerüsteten Zweirad braucht noch etwas Zeit.

Leseraufruf

Immer wieder versprechen Wissenschaftler und Hersteller bahnbrechende Neuerungen bei Akkus, Brennstoffzellen und anderen Energiespeichern. Akkus laden angeblich schneller, sie haben mehr Kapazität bei gleichem Gewicht, sie sind nicht feuergefährlich. Manches davon ist Humbug, andere Innovationen funktionieren im Labor, brauchen aber Jahre, bis sie serienreif sind.

An den Reaktionen sehen wir immer wieder, dass dieses Thema unsere Leser bewegt. Wir planen daher einen Artikel, der so viele offene Fragen beantwortet wie möglich. Schreibt uns dafür eure Fragen und Wünsche an redaktion@golem.de.

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 E-Bikes und Pedelecs: Bosch treibt Fahrräder an
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Marvin-42 10. Jul 2019

Bei EBay unter "E-bike Tuning" suchen. Gerade für die China E-Bikes ala Aldi, Lidl...

cpt.dirk 26. Jun 2019

Unmöglich ist es nicht; man muss nur eine automatische Kupplung integrieren, die den E...

DevCouchPodcast 25. Jun 2019

Es ging mir nur darum festzustellen dass diese Aussage falsch ist weil die Zahlen nicht...

Labbm 25. Jun 2019

Dankeschön! Im allgemeinen hat Deutschland bei solchen Sachen echt nen Stock im...

iu3h45iuh456 24. Jun 2019

Das finde ich auch, auch wenn ich gerade selber ein E-MTB kaufen will. Dabei sind mir...



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