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E-Bikes: Lieferando kündigt gewerkschaftlich aktivem Fahrer

Nach Beschwerden wegen Unfällen mit E-Bikes ist ein Gewerkschaftler von Lieferando gekündigt worden. Die offizielle Begründung: Seine Performance sei nicht ausreichend gewesen.
/ Achim Sawall
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Essensfahrer in Lieferando-Werbung (Bild: Lieferando)
Essensfahrer in Lieferando-Werbung Bild: Lieferando

Der Essenslieferdienst Lieferando hat Keno Böhme, einem Mitglied der Initiative Liefern am Limit, im August gekündigt. Wie die Tageszeitung Neues Deutschland berichtet(öffnet im neuen Fenster) , wirft Böhme dem Unternehmen vor, ihn wegen seines gewerkschaftlichen Engagements rausgeworfen zu haben. Der Rider war seit März für Lieferando tätig. Laut Lieferando wurde er wegen seiner Performance gekündigt.

Bislang sei das Verhältnis zwischen Lieferando und der Initiative kooperativ, anders als beim Konkurrenten Deliveroo. Auf Beschwerden der Fahrer habe man dort meist reagiert, erklärt der Betroffene. Die Arbeitsbedingungen(öffnet im neuen Fenster) bei Lieferando gelten als besser. So stellt das Unternehmen seinen Fahrern Arbeitskleidung gegen Pfand und E-Bikes zur Verfügung. Außerdem zahlt Lieferando die gesetzlich vorgeschriebene Kilometerpauschale.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) kritisiert das Vorgehen. NGG-Sekretärin Laura Schimmel sagte dem Neuen Deutschland: "Wir haben mit Lieferando Absprachen treffen können, aber es gab natürlich trotzdem Probleme." So gebe es keinen Betriebsrat bei dem Unternehmen.

In den vergangenen Monaten hatten sich mehrere Kuriere über Probleme mit den E-Bikes beklagt. Böhme hatte diese Beschwerden an Lieferando herangetragen. Rund neun kleinere und größere Unfälle habe es von Juni bis August gegeben. Videos dokumentieren laut dem Bericht durchdrehende Vorderreifen bei Nässe und ausbrechende Lenker. "Es war das erste Mal, dass es ein Problem gab, das nicht gesetzlich geregelt ist. Da hörte der gute Wille auf" , sagte Böhme.

Lieferando widerspricht der Darstellung. Die E-Bikes seien vom TÜV geprüft und würden von einem Meister instand gehalten, erklärte Unternehmenssprecher Joris Wilton in Neues Deutschland. Das bisherige Verhältnis zu der Initiative Liefern am Limit sei von den Kündigungen nicht beeinträchtigt


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