Rechtliche Hürden für E-Bikes

Schließlich geht das Geschäftsmodell von Uber erst dann wirklich auf, wenn es die teuren menschlichen Fahrer endlich losgeworden ist und die Passagiere mit seinen autonomen Autos transportieren kann. Während in Europa schon davon gesprochen wird, dass elektrische Fahrräder die eigentliche Revolution der städtischen Mobilität bedeuten könnten, ist in den USA davon noch längst nicht die Rede.

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Dennoch verzeichnen E-Bike-Händler auch dort starke Zuwächse. Beispielsweise Karen Wiener und Brett Thurber, die vor sechs Jahren den Laden The New Wheel in San Francisco gründeten. Während sie 2010 nur acht E-Bikes verkaufte, rechnet die in der Fahrradstadt Kopenhagen geborene Wiener in diesem Jahr mit 600 verkauften Rädern. Dabei setzt The New Wheel auf Qualitätsmarken wie Riese & Müller, Stromer, Haibike, Kalkhoff oder Benno: Die Preisspanne reicht von 2.500 bis 10.000 Dollar. Das von Golem.de in San Francisco getestete Riese & Müller Delite Touring kostet mit zwei Akkus dort 5.600 Dollar. Es ist für E-Bike-Neulinge verblüffend, wie leicht sich mit dem 250-Watt-Motor steile Hügel bewältigen lassen.

Importe von mehr als 99 Prozent

Dass The New Wheel auf hochpreisige Modelle aus europäischer und US-amerikanischer Produktion setzt, ist für den US-Markt eher ungewöhnlich. Denn nach Angaben des Branchenverbandes NBDA stammten die meisten der 17,4 Millionen im Jahr 2014 in den USA verkauften Fahrräder aus China und Taiwan. Die Importquote liegt demnach bei über 99 Prozent. Doch für Wiener steht die Qualität der Fahrräder im Vordergrund. Wohl zu Recht: Wer sich ein E-Bike anschafft, um damit täglich zur Arbeit zu fahren, erwartet eine ähnliche Zuverlässigkeit wie von seinem Auto. Daher verkauft The New Wheel keine sehr teuren High-End-Fahrräder, deren Qualität nicht für den Alltagsgebrauch geeignet sei.

Der Verbreitung von E-Bikes in den USA stehen aber nicht nur kulturelle, sondern auch rechtliche Gründe im Wege. Denn anders als in Deutschland gibt es dort keine einheitlichen Vorschriften zu deren Nutzung. Nach Angaben der Organisation People for Bikes gibt es in gut der Hälfte der US-Bundesstaaten "problematische" Regelungen. Diese seien teilweise verwirrend für Verbraucher, Händler und Lieferanten.

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Werden E-Bikes rechtlich mit Mofas oder Mopeds gleichgesetzt, ist das mit etlichen Nachteilen verbunden. Nicht nur können Führerschein und Versicherung zur Pflicht werden. Selbst die Nutzung von Radwegen kann verboten sein. In Kalifornien gibt es inzwischen drei Kategorien von E-Bikes, die ähnlich wie in Deutschland zwischen Pedelecs, schnelleren S-Pedelecs und Elektromofas mit Drehgriff unterscheiden.

Bedenken gegen elektrische Mountainbikes

Problematisch ist in den USA zudem die Einstufung von elektrischen Mountainbikes. Nach Angaben der International Mountain Bike Association (IMBA) war es schwierig genug, den Zugang von normalen Geländefahrrädern zu Nationalparks zu erkämpfen. Ein Ansturm von elektrischen Mountainbikes könnte jedoch dazu führen, dass solche Regelungen wieder eingeschränkt würden oder der Zugang für Fahrräder verboten bleibe. Die IMBA unterstützt daher Bestrebungen, E-Mountainbikes mit motorisierten Zweirädern und nicht mit normalen Mountainbikes gleichzusetzen. In Europa gibt es diesen Unterschied nicht, solange das E-Mountainbike als Fahrrad eingestuft wird.

Trotz dieser verschiedenen Hürden: Für Fahrradhersteller und Lieferanten könnten die USA einen Milliardenmarkt darstellen. Selbst bei einem E-Bike-Anteil von nur zehn Prozent wären das 1,5 Millionen Fahrräder pro Jahr. Legt man den durchschnittlichen Verkaufspreis von 3.287 Euro für ein E-Bike in Deutschland zugrunde, würde dies einem Umsatz von fast fünf Milliarden Euro entsprechen.

Vom Startup zum Marktführer

Bosch könnte damit in den USA die Erfolgsgeschichte fortschreiben, die 2009 mit dem Startup eBike Systems begonnen hat. Damals hatten Mitarbeiter vorgeschlagen, bereits existierende Komponenten für den Einbau in E-Bikes zu nutzen. Als Motoren dienten elektrische Antriebe für Servolenkungen, die Lithium-Ionen-Batterien stammten von den Akkuwerkzeugen. Inzwischen bezeichnet sich Bosch als "Weltmarktführer im Premium-Segment". Im März 2014 gründete das Unternehmen die Tochterfirma eBike Systems Americas und liefert Komponenten für 30 in den USA vertretene Marken.

Ob Fahrräder oder Autos: Die Zukunft der städtischen Mobilität wird in absehbarer Zeit sicher elektrisch sein. In den USA deutet derzeit aber mehr darauf hin, dass Uber und andere Anbieter mit den geliebten Autos die Debatte bestimmen werden. Den Rennradfahrer auf dem Weg zum Twin Peak haben die E-Bikes zumindest neugierig gemacht. Oben angekommen, fragte er gleich, wie weit man mit diesen betrügerischen Dingern denn fahren könne.

Golem.de hat auf Einladung von Bosch in San Francisco an einer E-Bike-Tour teilgenommen.

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 E-Bikes: Ein neues Rad für Amerika
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ernstl 28. Dez 2016

Fände ich auch. Ich habe ein MTB mit Motor. Vorwärts komme ich natürlich auch ohne. Das...

Paule 27. Dez 2016

Ein 250 Watt eBike in den USA für 5.600 Dollar? Kauft dort wer so ein teures Import...

DerVorhangZuUnd... 27. Dez 2016

Ich habe in Amerika einen Bußgeld bezahlen müssen, weil ich rückwärts geparkt hatte. Mit...

DerVorhangZuUnd... 27. Dez 2016

Die Kräfte bei einem Aufprall auf ein stehendes Objekt reichen ab ca. 30 km/h aus um...



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