Brauchen E-Bikes spezielle Reifen?

Die Diskussion um Sinn oder Unsinn von Scheibenbremsen wurde in den vergangenen Jahren vom Markt beantwortet: Nahezu alle aktuell verkauften Pedelecs haben Scheibenbremsen. Diese haben gegenüber den früher üblichen Felgenbremsen die Vorteile, dass sie die Felge nicht abschleifen, wartungsärmer sind und auch bei schlechter Witterung ihre Bremseigenschaften behalten.

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Die hydraulischen Varianten bauen mit einem Öl in der Bremsleitung Druck auf, der dann auf die Bremsklötze an der Scheibe übertragen wird. Es gibt aber auch Scheibenbremsen mit Bowdenzug, bei denen ganz klassisch ein ummantelter Draht die Kraft überträgt.

Generell kann man sagen, dass Letztere eher ein binäres Bremsverhalten zeigen, also sehr schnell sehr stark bremsen. Bei hydraulischen Varianten kann man gradueller verzögern, sie gelten außerdem als wartungsärmer. Kommt es aber doch mal zum Defekt, ist die mechanische Scheibenbremse im Vorteil, denn sie ist leichter zu reparieren. Wir hatten im vergangenen Jahr bei einer hydraulischen Markenbremse ein Leck in der Leitung und mussten erst einmal eine Werkstatt finden, die die passende Ausstattung für den Hersteller hatte - und die uns dann eine Reparaturzeit von zwei Wochen in Aussicht stellte, weil gerade Hochsaison war.

Pannensicherheit sollte auch bei der Wahl der Bereifung eine Rolle spielen - jedenfalls, wenn man in der Stadt unterwegs ist. Die meisten Hersteller bieten inzwischen spezielle Pedelec-Reifen an, die dem höheren Gewicht der Räder Rechnung tragen. Hier zu sparen, wäre eine schlechte Idee, weil sich der Schlauchwechsel je nach Position des Motors komplizierter gestalten kann als bei einem Fahrrad.

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Wichtig ist auch der Reifendruck, ist er zu niedrig, entstehen Quetschfalten beim Schlauch, die auch ohne äußeren Einfluss einen Platten auftreten lassen. Breitere Reifen mit höherem Rollwiderstand sind durch die Motorunterstützung hingegen kein Problem. S-Pedelecs mit einer Geschwindigkeit von bis zu 45 km/h benötigen allerdings speziell zugelassene Reifen nach ECE R75. Einen Überblick über die Wartungskosten bei einem Pedelec bietet Radfahren.de.

Über den Daumen gepeilt wären bei unserem Pendler-Beispiel pro Jahr zwischen 100 und 150 Euro realistisch. Wer preiswertere Komponenten kauft oder den Reifenwechsel selbst vornimmt, kommt natürlich günstiger weg. Alle 2.000 Kilometer ein Check-up ist vor allem dann wichtig, wenn man täglich auf das Rad angewiesen ist.

Akku und Reichweite

Moderne Akkus vertragen mindestens 500 Ladezyklen ohne nennenswerten Leistungsverlust. Nehmen wir unser Beispiel mit 5 km Arbeitsweg und rechnen mit 80 km Reichweite, dann kommen wir auf eine volle Ladung pro 7 Tage pendeln per Pedelec - außer im Winter, wo sich bei Frost der Akku schneller entlädt. Rein rechnerisch sind wir also einige Jahre mit einem Akku unterwegs, bevor er nicht mehr die volle Kapazität hat und gewechselt werden muss. Trotzdem ist es natürlich günstig, wenn sich der Akku mit einem Handgriff entfernen lässt, weil man sonst das Pedelec bei jedem Ladevorgang in die Wohnung oder das Büro schleppen muss.

Die angegebene Reichweite der Hersteller hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr der realen Reichweite angenähert. Diese hängt allerdings von vielen Faktoren ab: Streckenbeschaffenheit, Unterstützungsstufe und Witterungsbedingungen sind dabei die wichtigsten. Hier hilft nur ausprobieren. Generell gilt natürlich, dass das sportliche Anfahren an der Ampel mit der höchsten Motorstufe, das Ignorieren der Gangschaltung und einige Kilo Gepäck eine schnelle Akkuentladung begünstigen. Andererseits: Wofür hat man sonst ein Pedelec?

Im Zweifelsfall kann man ja das Ladegerät immer mit sich führen, wenn es nicht allzu groß ist. Für das Nachtanken sollte man aber Zeit einplanen, denn mindestens 4 Stunden für eine volle Ladung sind Standard. Diese Angaben beziehen sich auf Akkus mit durchschnittlich 500 Wattstunden Kapazität.

Die Nutzungsdauer eines Akkus lässt sich durch sorgsamen Umgang verlängern. Dazu gehören die Vermeidung extremer Temperaturen, eine Lagerung mit 30 bis 70 Prozent Ladung und vor allem: niemals fallen lassen. Wenn der Akku doch einmal heruntergefallen ist, besteht die Möglichkeit, dass die Zellen beschädigt wurden und damit akute Brandgefahr. Ein neuer Akku kostet meist über 500 Euro. Eine gute Übersicht zum Akku bietet Fahrrad.de in seinen FAQ.

Akkubrände sind sehr selten, andere Sicherheitsrisiken spielen hingegen täglich eine Rolle.

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mwo (Golem.de) 14. Okt 2020

Vielen Dank für das Feedback und viel Spaß mit dem Pedelec!

jo-1 12. Okt 2020

Den Entscheidungsablauf kann man schon mal näher unter die Lupe nehmen - die wirklich...

mwo (Golem.de) 09. Okt 2020

Siehe anderer Thread, da wird erklärt, wo die 5km herkommen. https://forum.golem.de...

mwo (Golem.de) 09. Okt 2020

Wir haben ein Bike mit Neodrives-Antrieb getestet: https://glm.io/143259

sfe (Golem.de) 08. Okt 2020

Bevor der Thread noch weiter abrutscht wird er geschlossen. Sebastian Fels (golem.de)



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