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E-Autos: Verbrenner-Rückkehrer in der Politik

Einige Minister tauschen ihre E-Dienstwagen gegen Diesel. Doch während die Politik zurückschaltet, wechseln so viele Deutsche wie nie zuvor zum E-Auto.
/ Michael Linden
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Auspuff eines BMW (Bild: Pexels)
Auspuff eines BMW Bild: Pexels

Während in Deutschland immer mehr Privatpersonen den Schritt zum Elektroauto wagen, scheinen manche Politiker den umgekehrten Weg zu gehen. Mehrere Ministerinnen und Minister haben zuletzt ihre elektrischen Dienstwagen gegen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor getauscht, berichtet der Spiegel(öffnet im neuen Fenster). Über die Gründe dafür sprechen die Betroffenen jedoch wenig offen.

Brandenburgs Umweltministerin Hanka Mittelstädt etwa wechselte den Elektrowagen ihres Amtsvorgängers gegen einen Audi A6 Diesel(öffnet im neuen Fenster). Ein Schritt, den die Deutsche Umwelthilfe in ihrem Dienstwagen-Check 2025 mit einer roten Karte quittierte.

Goodbye i7

NRW-Finanzminister Marcus Optendrenk wandte sich von seiner elektrischen BMW-Limousine ab und fährt seit Februar 2026 einen Audi A8 TDI Diesel(öffnet im neuen Fenster), obwohl der i7 laut Herstellerangaben eine Reichweite von über 600 Kilometern(öffnet im neuen Fenster) haben soll. Optendrenk erklärte, das Elektrofahrzeug funktioniere im politischen Düsseldorfer Alltagsbetrieb gut, stoße aber bei einem engen Terminkalender und langen Fahrten durch ein Flächenland wie NRW an seine Grenzen.

Der BMW i7, den Optendrenk verschmähte, ist ein Fahrzeug mit einem großen Akku. An einer Schnellladesäule lädt der i7 von 10 auf 80 Prozent in etwa 34 Minuten bei einer maximalen Ladeleistung von 195 Kilowatt(öffnet im neuen Fenster). In NRW stehen knapp 3.200 von fast 38.000 öffentlichen Ladepunkten zur Verfügung, die 150 Kilowatt oder mehr liefern(öffnet im neuen Fenster).

Elektroauto: Vorbehalte schrumpfen – aber langsam

Während also Teile der Politik zurückschalten, zeigt der gesellschaftliche Trend eine andere Richtung. Laut dem größten deutschen Kfz-Versicherer HUK(öffnet im neuen Fenster) liefen im vergangenen Jahr bereits 5,5 Prozent aller privaten Fahrzeugwechsel von einem Verbrenner auf ein vollelektrisches Modell – so viele wie noch nie, und das ohne staatliche Kaufprämien.

Mit der neu eingeführten Förderung zu Jahresbeginn 2026(öffnet im neuen Fenster) dürfte dieser Anteil weiter steigen.

Auch der aktuelle DAT Report 2026 legt nahe,(öffnet im neuen Fenster) dass sich die Stimmung gegenüber dem Elektroauto allmählich verändert. Die Skepsis ist zwar noch weit verbreitet, nimmt aber ab – vor allem bei jenen, die bereits Erfahrung mit dem elektrischen Fahren gesammelt haben. Zwei Drittel der Pkw-Halter, die in den nächsten zwei Jahren nicht wechseln wollen(öffnet im neuen Fenster), nannten die Angst, mit leerem Akku liegenzubleiben, als einen der meistgenannten Gründe – wenngleich Sorgen um den Wiederverkaufswert und teure Reparaturen noch häufiger genannt wurden.

Viele Sorgen um Reichweite in der Praxis unbegründet

Tatsächliche Elektroautofahrer berichten jedoch kaum von solchen Erlebnissen. Probleme mit der Reichweite und der Ladeinfrastruktur werden zwar genannt, konkret geht es dabei aber eher um intransparente Preise oder die Notwendigkeit, im Winter häufiger nachzuladen. Ein liegengebliebenes Elektroauto scheint in der Praxis daher eher die Ausnahme zu sein. Die klare Mehrheit der Befragten äußerte sich laut dem Bericht "begeistert" von ihrer Entscheidung.

Ärger gibt es dennoch – etwa über defekte Ladesäulen oder inkompatible Ladekarten und Apps. Viele Nutzer laden ihr Fahrzeug aber überwiegend zu Hause und sind auf die öffentliche Infrastruktur selten angewiesen. Für Vielfahrer sei die Situation mit etwas Planung ebenfalls beherrschbar, heißt es.

Ob die Rückkehr einiger Politiker zum Verbrenner einen nennenswerten Trend darstellt, bleibt unklar. Die HUK berichtete zwar in der Vergangenheit von einer sinkenden E-Treuequote(öffnet im neuen Fenster), ließ dabei aber offen, wie viele Fahrer tatsächlich zurückgewechselt sind und warum. Dem Vernehmen nach handelt es sich um eine kleine Minderheit. Auch wenn einzelne Ministerfahrzeuge derzeit ein anderes Bild vermitteln mögen.


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