Software von Huawei
Dieses Modell baut Chery nicht allein, man kooperiert mit Huawei. Das Unternehmen liefert die gesamte Software, Assistenz- und Infotainmentsysteme inklusive der Lautsprecher.
Bei einer Fahrt zur Luxeed-Fabrik aktiviert unser Fahrer direkt den Fahrassistenten. Die Darstellung anderer Fahrzeuge und der Fahrspur ähneln dem Tesla-System. Der Wagen findet auf den mehrspurigen Straßen rund um Wuhu seinen Weg, er wechselt automatisch die Spur und hält an roten Ampeln. Im Dach ist ein Lidar-Sensor verbaut, jedoch ist der Wagen im Level 2+ unterwegs.
Unsere Fahrt endet an der Luxeed-Fabrik, die erst im vergangenen Jahr eingeweiht wurde. Hier laufen täglich bis zu 700 Fahrzeuge vom Band, die maximale Kapazität liegt bei 1.000 Stück.
Die Karosseriefertigung ist nahezu vollständig automatisiert. Menschen sieht man nur an den Montagebändern. Das Fabrikdach lässt Tageslicht ein, es ist ruhig und aufgeräumt. Die autonomen Transporter für Material bahnen sich ihren Weg und spielen Für Elise von Ludwig van Beethoven. Die Klaviermusik ist überall in der ruhigen Fertigungshalle zu hören.
Ampel-Countdown
Erstaunlicherweise dürfen wir nach der Werksführung für eine kurze Runde auf dem Fahrersitz eines Luxeed R7 Platz nehmen. Auf den Straßen von Wuhu sind maximal 60 km/h erlaubt. Der Assistent übernimmt den angezeigten Countdown an den Ampeln. So sieht man auf dem zentralen Bildschirm, dass in 15 Sekunden die Ampel auf grün wechselt.
Der Wagen fährt eigenständig los, setzt den Blinker und biegt ab, so wie es die Navigation vorgibt. Das System ist gut, aber längst nicht perfekt. Beim Einfädeln im Reißverschlussverfahren, gibt der R7 nicht nach, genauso wenig wie der von rechts kommende Fahrer. Hätte ich nicht gebremst, wären wir kollidiert.









Derartige Assistenten findet man bei den Omoda- und Jaecoo-Modellen nicht. Sie müssen auf dem deutschen Markt anders überzeugen. Dabei herrscht hierzulande Skepsis. Laut einer Umfrage der Boston Consulting Group ziehen nur 16 Prozent der Befragten ein chinesisches E-Auto in Erwägung.
In Deutschland ist die Markentreue ausgeprägt. Demnach würde die Hälfte der Befragten wieder ein Modell der Marke erwerben, das sie aktuell fahren . Da ist noch viel Überzeugungsarbeit notwendig.
Am Ende unserer Proberunden über den Parkplatz in Wuhu mit den Omoda-Modellen liefert ein Kollege die treffende Zusammenfassung: "Es gibt keinen Grund, die Modelle nicht zu kaufen. Aber es gibt auch keinen, es zu tun."
Offenlegung: Die Kosten für die Reise nach Wuhu hat Chery übernommen. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben seitens Dritter.



