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Vertrieb über Händler

Mit Deutschland hat sich Chery Zeit gelassen, weil die chinesischen Manager wissen, dass es der komplexeste Automarkt Europas ist. Man wollte die Fehler der chinesischen Wettbewerber nicht wiederholen. "Darum setzen wir statt Direktvertrieb auf klassischen Autohandel" , sagt Benjamin Hopkins. Als Manager der Händlernetzentwicklung ist es seine Aufgabe, bis zum Marktstart 45 Händlerstandorte zu akquirieren.

Jeder Händler muss auch eine Werkstatt vorhalten. "Wir haben den Aftersales Service aufgebaut, bevor das erste Auto in den Verkauf geht" , sagt Hopkins. Kühne und Nagel betreibt in Rheinland-Pfalz ein Lager, in dem schon jetzt 40 Container voller Ersatzteile liegen.

Hopkins setzt auf das Vertrauen, das klassische Autohändler bei ihren Kunden genießen. "Aber das funktioniert nur, wenn Service, Reparaturen und Garantiefälle schnell umgesetzt werden" , sagt Hopkins.

Bei der Veranstaltung in Wuhu sind auch deutsche Händler vertreten. Einige verkaufen mehrere Marken, aber es gibt auch einige, die ihre angestammten europäischen Marken zugunsten der chinesischen Produkte aufgeben werden.

Ein Autohändler aus Süddeutschland berichtet vom kompletten Umstieg. Seinen Namen möchte er hier nicht lesen, da der bisherige deutsche Hersteller seine Kündigung noch nicht erhalten hat.

Vorbild Tesla

Ob Chery weitere Marken nach Europa bringt, ist ungewiss. Das Angebot elektrischer Offroader ist hierzulande gering. Da hat Chery mit dem iCar ein passendes Angebot. Der Geländewagen wirkt wie eine Mischung aus großem Smart und kleiner G-Klasse von Mercedes-Benz.

Über seine Qualitäten lässt sich wenig sagen, denn die Proberunde über eine matschige Piste war zwar mit 90 Sekunden länger, dafür mit maximal 20 km/h langsamer.

Auch bei der erst drei Jahre alten Marke Luxeed ist noch keine Exportentscheidung gefallen. Dabei könnten die Varianten S7 und R7 in Europa ihren Markt finden. Die Limousine S7 fährt rein elektrisch. Der SUV-Coupé R7 wird auch als REEV angeboten. Dabei erzeugt ein Verbrennungsmotor als Generator elektrische Energie und vergrößert so die Reichweite (Range Extender).

Der Innenraum ist hochwertig gestaltet und dank Glaspanoramadach taghell. Die Materialien vermitteln den Eindruck gehobener Mittelklasse. Die Vordersitze bieten Luftkühlung und Massage.

Vieles erinnert an Tesla. Das Lenkrad ist oben und unten abgeflacht, fast wie ein Yoke-Lenkrad. Die zwei Kugelknöpfe auf dem Lenkrad kennt man vom US-Hersteller, auch die Symbole und Bildschirmdarstellung erinnern an Tesla. Jedoch bekommen Fahrer hier ihren separaten Bildschirm.


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