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Kein Zoll für Plug-in-Hybride

Darum setzt Chery zum Start stärker auf Plug-in-Hybride. Den Anfang machen der Jaecoo 7 und Omoda 9. Letzterer macht bei der Parkplatzrunde einen deutlich besseren Eindruck beim Interieur. In Spanien startet der Wagen bei 39.900 Euro.

Chery nennt seinen Antrieb Super-Hybrid-System, da der 1,5-Liter-Verbrennungsmotor mit einem Wirkungsgrad von 44,5 Prozent sehr effizient arbeitet. Zudem erzeugt der Motor mehr elektrische Energie als bei Wettbewerbern.

"Man kommt nie unter 15 Prozent Ladezustand der Batterie an. So kann man im Zielgebiet immer elektrisch fahren" , sagt Deutschland-Pressesprecher Bastian Reisch. Beim Jaecoo 7 sind 1.100 km mit einer Tankfüllung plus 100 km elektrische Reichweite mit einer Batterieladung möglich.

Erfolgreich in Großbritannien

Die Differenzierung beider Marken ist auf den ersten Blick nicht offensichtlich. Beide setzen auf das SUV-Format. Omoda wirkt beim Design etwas jünger und moderner. Laut Hersteller steht das O in der Marke für Sauerstoff und Moda für Modern. Bei Jaecoo kombiniert man die Wörter Jäger und Cool.

Die Autos zielen auf ein gediegenes und Offroad-affines Publikum. Die vorgestellten Modelle erinnern äußerlich an Land Rover und Range Rover. Das könnte daran liegen, dass der Mutterkonzern Chery als Auftragsfertiger der Briten aktiv ist.

Im September verzeichneten beide Marken in Großbritannien einen Absatz von knapp über 10.000 Fahrzeugen. Das entspricht einem Marktanteil von knapp drei Prozent aller Neuzulassungen im Land. Für zwei Marken, die bislang niemand in Europa kennt und über deren Hintergrund Käufer wenig wissen, ist das ein erstaunlicher Erfolg.

Staatlicher Autobauer

Der Mutterkonzern Chery ist ein staatlicher Autohersteller, der bereits seit 28 Jahren in China aktiv ist. Unter seinem Dach findet man Marken wie Luxeed, iCar, Lepas und Karry. Im September brachte der Börsengang in Hongkong 1,2 Milliarden US-Dollar neues Kapital. Mit 36 Prozent der Aktien halten die Provinzregierung von Anhui und die Stadtregierung von Wuhu den größten Anteil. Rund 18 Prozent liegen in den Händen der 48.000 Mitarbeiter, der Batteriehersteller CATL ist mit 3,15 Prozent beteiligt.

Im vergangenen Jahr wurden 2,4 Millionen Fahrzeuge produziert, von denen 1,1 Millionen in den Export gingen. Chery hat seine Expansion nach Europa gründlich vorbereitet. Bereits seit 2018 gibt es in Raunheim bei Frankfurt ein Entwicklungszentrum, in dem die Autos für den europäischen Markt angepasst werden.

Strafzölle lassen sich nur umgehen, wenn der Hersteller in der EU fertigt. In Spanien arbeitet Chery mit Ebro zusammen, das in der Nähe von Barcelona eine Nissan-Fabrik übernommen hat. Noch werden dort nur vorgefertigte Baugruppen (CKD) zu Autos montiert, doch Pläne für eine vollständige Fertigung mit Presse, Lackiererei und Montage existieren.


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