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E-Autos: Autoindustrie fordert rasche Klarheit bei Kaufprämie

Die Autoindustrie ist genervt von der Hängepartie zur Kaufprämie für E-Autos . Doch völlig vom Tisch ist sie immer noch nicht.
/ Friedhelm Greis , dpa
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Die Autoindustrie fordert schnelle Klarheit bei der Kaufprämie. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)
Die Autoindustrie fordert schnelle Klarheit bei der Kaufprämie. Bild: Friedhelm Greis/Golem.de

Kommt sie oder kommt sie nicht? Der Verband der Automobilindustrie fordert eine schnelle Entscheidung der neuen Bundesregierung über neue Kaufanreize für Elektroautos. "Eine anhaltende Debatte über Fördermaßnahmen führt zu einer Kaufzurückhaltung, daher brauchen die Verbraucherinnen und Verbraucher baldmöglichst Klarheit über möglicherweise beabsichtigte Maßnahmen" , sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller der Nachrichtenagentur dpa. Zentral für den nachhaltigen Hochlauf der E-Mobilität seien die Ladeinfrastruktur und der Strompreis.

Im Koalitionsvertrag vereinbarten Union und SPD : "Wir werden die E-Mobilität mit Kaufanreizen fördern. Zudem ergreifen wir unter anderem folgende Maßnahmen (...)." Nach Informationen von Golem.de hält man in den Reihen der Verhandlungspartner die Verwendung des Wörtchens "zudem" für missverständlich, da suggeriert wird, dass über die genannten acht Maßnahmen noch weitere Kaufanreize wie eine Kaufprämie vorgesehen sind.

Auf Nachfrage sagte die SPD-Verkehrspolitikerin Isabel Cademartori: "Ich freue mich, dass die schwarz-rote Koalition der E-Mobilität in Deutschland insbesondere mit steuerlichen Anreizen zu neuem Schwung verhelfen wird. E-Mobilität muss bezahlbar sein, mit der Einführung eines Social-Leasing-Programmes können wir zielgerichtet Haushalte kleineren und mittleren Einkommens unterstützen und zugleich die Industrie stärken."

Das sieht auch VDA-Präsidentin Müller so. "Auch steuerliche Maßnahmen können wertvolle Impulse für den Hochlauf der E-Mobilität leisten" , sagte sie der dpa. Der Koalitionsvertrag lege eine Neuauflage des Umweltbonus nicht unbedingt nahe. "Die Erfahrung zeigt zudem, dass Kaufprämien immer die Gefahr von kurzen Strohfeuern bergen" , sagte die VDA-Präsidentin. Nach dem abrupten Stopp der staatlichen Förderung Ende 2023 war der Absatz von Elektroautos eingebrochen.

Verkehrsverbände gegen neue Prämie

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Roloff schließt eine Kaufprämie hingegen noch nicht aus. Union und SPD wollten die Automobilindustrie mit einem Maßnahmenbündel unterstützen. Ob die Kaufanreize in Form einer Kaufprämie ähnlich dem früheren Umweltbonus oder durch die Möglichkeit, eine Summe X des Kaufpreises in der Steuererklärung geltend machen zu können, umgesetzt würden, werde im Rahmen eines noch zu erarbeitenden Gesamtpaketes zur Unterstützung der E-Mobilität zu verhandeln sein, sagte Roloff der dpa.

Verkehrsverbände äußerten sich hingegen skeptisch. Der ADAC präferiere für einen schnelleren Hochlauf der Elektromobilität Entlastungen beim Preis für Ladestrom gegenüber einer Fahrzeugförderung, sagte eine Sprecherin.

Michael Müller-Görnert vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) sagte, eine direkte Kaufförderung sei keine kluge Lösung: "Sie ist teuer, ineffizient und sozial ungerecht. Besser wäre es, die Kfz-Steuer um ein CO 2 -basierten Bonus/Malus im Jahr der Neuzulassung zu ergänzen. Dies würde Elektroautos begünstigen und Verbrenner mit hohem CO 2 -Ausstoß verteuern."


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