E-Autos: Akkutausch-Start-up Ample ist pleite

Ample hat beim Bezirksgericht in Texas Insolvenz angemeldet. Das Start-up beziffert seine Vermögenswerte auf 10 bis 50 Millionen US-Dollar, die Verbindlichkeiten hingegen auf 50 bis 100 Millionen US-Dollar. Von der einst ambitionierten Belegschaft sind nur noch zwei Mitarbeiter übrig. Das Unternehmen sucht nun sechs Millionen US-Dollar, um das Insolvenzverfahren(öffnet im neuen Fenster) zu finanzieren.
Eine Technologie, die sich nicht durchsetzt
Ample reiht sich in eine Serie gescheiterter Akkutausch-Projekte ein. Tesla gab das Konzept nach einer einzigen Teststation in Kalifornien wieder auf, das israelische Unternehmen Better Place ging bereits 2013 bankrott. Die Hürden bleiben dieselben: Die Infrastruktur ist aufwendig, und viele Elektroautobesitzer wollen ihre gepflegten Batterien nicht gegen unbekannte Akkus eintauschen.
Einzig der chinesische Hersteller NIO betreibt Akkutausch mit gewissem Erfolg , allerdings nur für die eigene Fahrzeugflotte und mit deutlich verfehlten Ausbauzielen. Während Ample universelle Lösungen für verschiedene Hersteller anbot, kontrolliert NIO das gesamte System selbst.
Ample tauschte aber nicht den gesamten Akku des Fahrzeugs auf einmal aus. Das dauert aufgrund der Größe zu lange und erfordert auch größere Anlagen zum Transport und zur Lagerung der Ersatzakkus. Stattdessen setzte Ample auf ein modulares System mit kleinen Akkus, die einzeln entnehmbar sind.
Schnellladen holt auf
Für das Akkutausch-Konzept wird die Zeit knapp. Moderne Elektroautos laden inzwischen in rund 18 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Das ist zwar langsamer als ein Fünf-Minuten-Tausch, reicht vielen Fahrern bei Zwischenstopps aber aus, zumal ja nicht immer auf 80 Prozent und mehr aufgeladen werden muss. Die Branche setzt zunehmend auf eine Kombination aus Heimladung, Ladestationen am Arbeitsplatz und standardisierten Schnellladenetzwerken für Langstrecken.