E-Autohersteller: Tesla verbucht ersten Umsatzrückgang der Firmengeschichte

Tesla hat im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatzrückgang von rund drei Prozent(öffnet im neuen Fenster) auf 94,8 Milliarden US-Dollar verzeichnet. Es ist das erste Mal in der Unternehmensgeschichte, dass Tesla ein Jahr mit sinkenden Erlösen im Vergleich zum Vorjahr abschließt. Die Auslieferungen gingen um 8,5 Prozent auf etwa 1,636 Millionen Fahrzeuge zurück – deutlich unter den bisherigen Höchststand von rund 1,8 Millionen Fahrzeugen im Jahr 2023.
Noch stärker fiel der Gewinneinbruch aus: Mit 3,8 Milliarden US-Dollar lag der Jahresüberschuss um 46 Prozent unter dem Vorjahr. Im vierten Quartal allein brach der Gewinn sogar um 61 Prozent auf 840 Millionen US-Dollar ein, während der Umsatz um drei Prozent auf 24,9 Milliarden US-Dollar sank.
Der Rückgang bei den Auslieferungen verlief über das Jahr uneinheitlich. Im ersten Halbjahr 2025 sanken die Zahlen um rund 15 Prozent. Im dritten Quartal kam es zu einem kurzzeitigen Anstieg, der auf eine Kaufwelle vor dem Auslaufen der US-Elektroautoprämie Ende September zurückzuführen war. Im Schlussquartal folgte dann erneut ein deutlicher Rückgang.
Die Kassenposition Teslas verbesserte sich trotz der operativen Herausforderungen. Die Barmittel, Barmitteläquivalente und Investitionen stiegen um 7,5 Milliarden US-Dollar auf 44,1 Milliarden US-Dollar. Der operative Cashflow belief sich im Jahr 2025 auf 14,7 Milliarden US-Dollar, der freie Cashflow auf 6,2 Milliarden US-Dollar.
Trump-Regierung kostet Tesla Millionen
Die politischen Entwicklungen in den USA erwiesen sich als Belastung für das Geschäft. US-Präsident Donald Trump ließ die Steuervergünstigung von 7.500 US-Dollar beim Kauf eines Elektroautos auslaufen. Gleichzeitig wurden die Regeln zum CO 2 -Ausstoß aufgeweicht – ein doppelter Schlag, der Tesla eine wichtige Einnahmequelle nahm.
In den vergangenen Jahren hatte das Unternehmen durch den Verkauf von Emissionszertifikaten an andere Autobauer erhebliche Zusatzerlöse erzielt. Diese fielen im vierten Quartal auf 542 Millionen US-Dollar, verglichen mit 692 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Im gesamten Jahr 2024 hatte Tesla noch 2,76 Milliarden US-Dollar mit Verschmutzungsrechten eingenommen.
Image-Problem belastet Verkäufe
Das Jahr verlief für Tesla insgesamt turbulent. Elon Musk war in den ersten Monaten als Kostensenker in der Trump-Regierung tätig und ging dabei teilweise rabiat vor. Später kam es zu Spannungen zwischen Musk und Trump, wobei der Präsident die Abschaffung der Elektroautoprämie als Erklärung nannte. Musk bestritt dies. Mittlerweile näherten sich die beiden wieder an.
Musks öffentliches Auftreten und seine politischen Ansichten führten dazu, dass sich ein Teil der potenziellen Tesla-Käufer vom Unternehmen abwandte. Der futuristisch gestaltete Elektro-Pick-up Cybertruck wird zudem als Fehlschlag betrachtet.
Zukunftswette auf Robotaxis und Humanoide
Musk spielt die Bedeutung des traditionellen Autoverkaufs derweil zunehmend herunter. Die Zukunft Teslas liege in selbstfahrenden Robotaxis und menschenähnlichen Robotern, betont er. In beiden Bereichen steht das Unternehmen allerdings noch am Anfang und hat starke Konkurrenz.
Tesla betreibt derzeit nur einige Dutzend Robotaxis in Austin im US-Bundesstaat Texas. Die Google-Schwesterfirma Waymo hat bereits mehr als 2.500 fahrerlose Fahrzeuge in mehreren US-Städten im Einsatz und befindet sich auf Expansionskurs. Tesla kündigte an, im ersten Halbjahr 2026 den Robotaxi-Service auf weitere Städte auszuweiten, darunter Dallas, Houston, Phoenix, Miami, Orlando, Tampa und Las Vegas.
Rekordauslieferungen bei Energiespeichern
Das Energiespeichergeschäft entwickelte sich hingegen positiv. Tesla erzielte im vierten Quartal Rekordauslieferungen bei Energiespeichersystemen und steigerte den Bruttogewinn in diesem Segment auf mehr als 1,1 Milliarden US-Dollar – das fünfte Rekordquartal in Folge. Das Unternehmen plant, die Megapack-Produktion in Houston im Jahr 2026 zu starten.