E-Auto: Finnen wollen Sympathie-Streiks gegen Tesla
Nach ähnlichen Ankündigungen aus Dänemark und Norwegen hat nun auch die finnische Transportgewerkschaft AKT entschieden(öffnet im neuen Fenster) , den Streik der IF Metall in Schweden gegen Tesla durch Sympathiemaßnahmen unterstützen zu wollen. Sollte es nicht in Kürze zu einem Tarifabschluss kommen, will die AKT ab dem 20. Dezember keine Autos oder Teile des Herstellers mehr in den Häfen durch Dockarbeiter beladen, falls diese für Schweden bestimmt sind.
"Es ist ein entscheidender Teil des nordischen Arbeitsmarktmodells, dass wir Tarifverträge haben und die Gewerkschaften sich gegenseitig unterstützen" , begründet der Präsident der AKT, Ismo Kokko, die Streikankündigung. Die Weigerung von Elon Musk und Tesla, Kollektivverträge in Schweden zu akzeptieren, widerspreche dem gesamten schwedischen Arbeitsmarktsystem, heißt es in der Ankündigung der AKT weiter.
Der Streik gegen Tesla in Schweden begann vor etwa sechs Wochen. Ziel der Gewerkschaft IF Metall und von deren Mechanikern ist ein Tarifvertrag in den Werkstätten des Unternehmens. Die Auseinandersetzung über den Tarifvertrag reicht bis ins Jahr 2018 zurück. Nachdem die Verhandlungen zwischen dem Unternehmen und der IF Metall in diesem Jahr letztlich komplett gescheitert sind, entschied sich die Gewerkschaft zum Streik. Für Tesla ist Schweden der fünftgrößte Markt in Europa.
Angaben der Gewerkschaften zufolge versucht Tesla die Streikmaßnahmen in Schweden zu umgehen. Mit der Unterstützung durch die Gewerkschaften in Dänemark, Norwegen und nun auch Finnland wird es für Tesla jedoch immer schwieriger, seine Lieferketten aufrecht zu erhalten.
Juristische Auseinandersetzungen laufen weiter
Tesla selbst versucht derweil auch auf juristischem Weg gegen die Streiks und Sympathiemaßnahmen unterschiedlicher Gewerkschaften vorzugehen. So hat das Unternehmen die schwedische Verkehrsbehörde verklagt und verlangt, dass diese weiterhin Nummernschilder für neu gebaute Fahrzeuge bereitstellt. Schwedische Postangestellte haben jedoch aus Solidarität mit IF Metall die Lieferung von Nummernschildern an Tesla eingestellt.
Das zuständige Gericht hat in einer vorläufigen Entscheidung jedoch bekanntgegeben, dass die Postangestellten ihren Streik weiterführen dürfen und die Kennzeichen vorerst nicht ausliefern müssen. Hier soll noch die Hauptverhandlung mit einem entsprechenden Urteil abgewartet werden, wie Reuters berichtet(öffnet im neuen Fenster) . Einer weiteren Gerichtsentscheidung zufolge soll die Verkehrsbehörde allerdings andere Wege als den Postversand finden, um die Kennzeichen an Tesla zu liefern. Dagegen hat die Behörde allerdings Berufung eingelegt.
Der Druck auf Tesla wird dabei inzwischen auch außerhalb der direkten Auseinandersetzung mit den Gewerkschaften immer höher. So hat sich ein dänischer Pensionsfonds inzwischen zum Verkauf seiner Tesla-Aktien entschieden(öffnet im neuen Fenster) . In Schweden gibt es laut Reuters ebenfalls Überlegungen in diese Richtung.
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