E-Auto-Akkus: Was 10.000 Tests wirklich über die Alterung verraten
Wie stark ein Akku wirklich altert, ist für Käufer gebrauchter Elektroautos eine wichtige Frage, weil der Ersatz sehr teuer sein kann. Der schwedische Gebrauchtwagenhändler Carla(öffnet im neuen Fenster) hat dazu 9.954 Batterietests aus den Jahren 2022 bis 2026 ausgewertet. Eine wissenschaftlich begutachtete Studie ist das nicht, wohl aber ein Einblick in real genutzte E-Auto-Akkus.
Ob den 9.954 Tests ebenso viele unterschiedliche Fahrzeuge zugrunde liegen, geht aus den veröffentlichten Zahlen nicht hervor. Trotzdem lohnt ein genauerer Blick, denn die Ergebnisse zeigen auch, wie stark sich Batterievarianten innerhalb derselben Baureihe unterscheiden können.
Kia und Hyundai liegen vorn
An der Spitze stehen zwei technisch verwandte Modelle. Der Kia e-Niro mit 64-kWh-Batterie erreichte bei mehr als 100.000 Kilometern im Schnitt einen State of Health, kurz SoH, von 97,3 Prozent. Der Hyundai Kona Elektro mit gleicher Batteriegröße kam auf 97,2 Prozent.
Dahinter folgen der Kia EV6 mit 96,0 Prozent sowie der Volvo XC40 Recharge und Polestar 2 mit Werten über 94 Prozent. Der geringe Abstand zwischen den Spitzenreitern lässt sich aus den Daten allein aber nicht als Beweis für einen grundsätzlich langlebigeren Akku lesen. Carla nennt weder Stichprobengröße noch Streuung der einzelnen Werte.
Wie stark sinkt die Kapazität mit der Zeit?
Über alle Tests hinweg lag der SoH bei bis zu 10.000 Kilometern noch bei 98,6 Prozent. Bei rund 50.000 Kilometern waren es 94,4 Prozent, bei etwa 100.000 Kilometern 92,4 Prozent. Der Verlust fällt zu Beginn stärker aus und flacht anschließend ab.
Wie sehr die Batterievariante zählt, zeigt das Tesla Model 3. Eine Version mit CATL-LFP-Zellen kam auf 93,3 Prozent, eine Ausführung mit LG-Chem-Zellen auf 91,5 Prozent. Zwei Panasonic-Varianten lagen bei 89,8 und 88,2 Prozent, mehr als fünf Prozentpunkte unter dem besten Wert.
Eine Datenbasis mit Lücken
Carla stützt sich nach eigenen Angaben auf die Diagnosetechnik des österreichischen Anbieters Aviloo. Für den schnelleren Flash-Test nennt Aviloo gegenüber ausführlicheren Messungen eine Abweichung von meist höchstens drei Prozentpunkten. Welches Verfahren bei welchem Fahrzeug zum Einsatz kam, bleibt offen. Oberhalb von 120.000 Kilometern standen nur noch 39 Tests zur Verfügung, für eine Hochrechnung auf höhere Laufleistungen reicht das nicht.
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