Kein Auto für die Langstrecke
Im Gegenteil: Der Abarth 500e beschleunigt in 2,9 Sekunden auf Tempo 50 – der Fahrer eines Abarth 695 hat da gerade erst den Gang eingelegt. Schon nach sieben Sekunden ist die 100 km/h-Marke erreicht. Auch da hat der Stromer (noch) die Nase vorn.
Nur nach oben raus wird es eng. Schließlich wird der Vorwärtsdrang des Abarth 500e schon bei 155 km/h abgeregelt, während beim Schwestermodell mit Verbrennermotor erst bei 225 km/h Schluss ist.
Aber solche Vergleiche sind ohnehin längst aus der Zeit gefallen – bei galoppierenden Energiepreisen und steigenden CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre. Geschwindigkeiten jenseits von 120 km/h lassen hier wie da zudem rasant die Reichweiten schrumpfen.
Beim Abarth Cabrio, das seine Antriebskraft aus einem Akku mit einer Speicherkapazität von 42,2 kWh schöpft (von der nur 37,8 kWh dem Vortrieb dienen), reicht die gespeicherte Energie selbst im Idealfall und im Stadtverkehr für maximal 328 Kilometer, im Drittelmix sogar nur für 242 Kilometer.
Bei allzu forscher Fahrweise (wir kamen bei der Testfahrt über Landstraßen auf einen Durchschnittsverbrauch von 17,2 kWh/100 km) dürfte schon nach 150 Kilometern eine Ladesäule aufgesucht und für wenigstens eine gute halbe Stunde eine Verschnaufpause eingelegt werden müssen. Denn selbst an Schnellladesäulen fließt der Gleichstrom nur mit maximal 85 kW. Das zieht sich.
Gebaut für die Rundstrecke
Für Einsätze auf der Langstrecke ist der Abarth also nicht gebaut. Sein Einsatzgebiet sind eher Rundstrecken um den Wohnort oder den nächstgelegenen See. Und da ist der kleine Elektrowusel so richtig in seinem Element – und macht seinem Fahrer jede Menge Spaß mit seinem niedrigen Schwerpunkt, einer nahezu perfekten Gewichtsverteilung und einer erfreulich direkten wie reaktionsschnellen Lenkung. So schnell um die Kurven flitzt kaum ein Verbrenner.
Aber auch Ästheten kommen auf ihre Kosten. Insbesondere dann, wenn das elektrische Stoffdach langsam und in zwei Schritten zurückfährt und die Sonne auf die feinen Alcantara-Bezüge scheint. Die Designer aus Turin haben das Auto mit viel Liebe zum Detail gestaltet.
113 statt 70 kW wie im Fiat 500e
Vieles hat der Abarth natürlich mit dem Cinquecento von Fiat (g+) gemein. Der stärkere Motor (113,7 kW oder 155 PS statt 70 kW/90 PS), die Tieferlegung und die sportlichen Ein- und Anbauteile wie die Sportsitze mit integrierten Kopfstützen sowie die (aufpreispflichtigen) 18 Zoll großen Räder lassen den Abarth aber ganz anders daherkommen als den normalen 500e.
Dazu kommt der "böse Blick" (der abgedunkelte obere Teil des LED-Tagfahrlichts) – ja, der neue Abarth 500e ist mehr Abarth als jemals zuvor. Insbesondere, wenn man unterwegs vom zahmen Fahrmodus Turismo in Scorpion Track wechselt, zeigt er den fossilen Verbrennern, dass ihre Zeit zu Ende geht.
Wenn die künstliche Beschallung hilft, die Antriebswende zu beschleunigen, können wir uns damit sicher für eine Weile arrangieren. Dass aber die Kraft in der Ruhe liegt, werden die Verbrenner-Junkies merken, wenn sie erstmal ein paar Runden mit dem elektrischen Abarth um den See gesaust sind. Das nötige Kleingeld dafür werden sie in Starnberg sicher schnell aufbringen.
Hinweis: Dieser Artikel ist am 18. Juli 2023 zuerst bei unserem Kooperationspartner Edison.media erschienen.
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| Abarth 500e: Ein E-Auto, das wie ein Verbrenner klingt. Brumm |
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:-)
Wo schliesst denn ein Gebrauchsgegenstand unbedingt den Spass aus?
Das Quietschen kommt von den Holzreifen. Das finde ich auch peinlich.
Das "andichten" erfolgt erst, wenn solche Leute alles dafür tun, damit die Umwelt...