Dyson Zone im Hands-on: Skurriler Kopfhörer mit Luftfilter trägt sich gut

Er sieht aus wie ein Motorradhelm, ist aber ein Kopfhörer mit Luftreinigungsvisier. Wir konnten den Dyson Zone schon vor Marktstart im Juli 2023 ausprobieren. Dabei hat sich gezeigt, dass der gewaltige Kopfhörer durchaus bequem ist und die Luftreinigungsfunktionen sich gut einstellen lassen.
Die Einheit zur Luftreinigung, das Visier, sitzt vor Mund und Nase und wird mittels Magneten gehalten. Dadurch lässt es sich bequem abnehmen oder wieder anclippen. Das Visier ist vollständig biegsam und fühlt sich etwas wabbelig an. Es sollte also keinen Schaden nehmen, falls es mal hinunterfällt.
Nach Aussage von Dyson wurde das Visier bewusst so gestaltet, dass es keinen Kontakt zur Haut gibt. Die Bastlerin und Youtuberin Naomi Wu(öffnet im neuen Fenster) kritisierte diesen Ansatz auf Twitter bereits zur Vorstellung des Geräts. Sie befürchtet, dass der Luftreiniger Viren und Bakterien an die Umgebung abgeben könne, weil diese durch den entstehenden Luftstrom nach außen geleitet werden. Daher sollte der Zone ihrer Ansicht nach nur draußen verwendet werden.
Dyson sieht keine Gesundheitsgefahren
Der Hersteller entgegnete auf Nachfrage von Golem.de, dass nur extrem wenig Luft nach außen geleitet werde. Demnach sieht Dyson keine Gefahr, dass der Zone besonders viele Viren oder Bakterien in die Umgebung leitet, falls der Träger des Geräts infiziert ist.
Zur Luftreinigung nutzt der Zone elektrostatische Filter, die 99 Prozent der Partikelverschmutzung bis zu einer Größe von 0,1 Mikrometern aufnehmen sollen. Wir haben den Filter angefasst und er war relativ fest; es fühlte sich nach einem Gemisch aus Kunststoff und Pappe an.
Zone soll die Luft vor Schadstoffen befreien
Damit sollen sich Allergene sowie Feinstaub aus der Atemluft entfernen lassen. Dabei sollen mit Kalium angereicherte Kohlenstofffilter die weit verbreiteten sauren Gase abfangen, die am stärksten für die Luftverschmutzung in Städten verantwortlich gemacht werden. Dazu zählen Stickstoffdioxid und Schwefeldioxid.
Seitenwinde sollen die gereinigte Luft "so wenig wie möglich" beeinträchtigen. Die Luftreinigung kann demnach durchaus durch einen starken Wind gestört werden, weil das Visier wie erwähnt keinen Kontakt zur Haut hat.







Ein Filter soll ein Jahr lang nutzbar sein und muss dann ausgetauscht werden. Dyson machte auf Nachfrage von Golem.de noch keine Angaben dazu, wie teuer die Filter sein werden.
Die Luftreinigungsfunktion kann in drei Stufen eingestellt werden. Beim Ausprobieren bemerken wir auf allen drei Stufen nur einen leichten Luftstrom, den wir nicht als unangenehm empfinden. Sonst stören uns Luftströme etwa von Düsen im Flugzeug sofort, das war hier nicht der Fall.
Dabei gibt es ein leichtes, sonores Brummen vom Filtersystem. Das Visier kann nach unten geklappt werden, um sich mit anderen Menschen zu unterhalten. Dann schaltet der Kopfhörer in den Transparenzmodus, die Luftreinigung wird angehalten und die Musikwiedergabe pausiert.
Wir waren erfreut, dass man vom hohen Gewicht des Zone nicht sofort etwas bemerkt.
Der Zone wirkt nicht so schwer wie erwartet
Obwohl der Zone deutlich schwerer als normale ANC-Kopfhörer der Oberklasse ist, war es für uns nicht unangenehm, ihn zu tragen. Ohne Visier kommt der Zone auf 595 Gramm, während andere ANC-Kopfhörer um die 250 Gramm wiegen. Mit Visier erhöht sich sein Gewicht auf 670 Gramm.
Der Grund für das hohe Gewicht ist, dass beim Zone viel Technik zur Luftreinigung umhergetragen werden muss, wenn das Visier abgenommen wird. Denn in jeder Hörmuschel stecken Kompressoren, mit denen die Luft durch die Filter gepustet wird.
Wenn der Zone in der maximalen Reinigungsleistung betrieben wird, muss das Gerät bereits nach anderthalb Stunden wieder aufgeladen werden. Mit der mittleren Leistung der Luftreinigung verdoppelt sich die Nutzungsdauer auf drei Stunden. In der minimalen Reinigungsleistung kann der Zone sechs Stunden die Luft reinigen. Das gilt, wenn dabei keine Musik gehört wird: Dyson gibt an, dass die kombinierte Reinigungs- und Audiolaufzeit vier Stunden beträgt.
Akkulaufzeit bei reiner Musikwiedergabe beträgt 50 Stunden
Wenn ausschließlich Musik gehört wird, verspricht Dyson eine Akkulaufzeit von bis zu 50 Stunden. Das wäre im Bereich von ANC-Kopfhörern ein sehr guter Wert.
Wenn das Visier abgenommen wird, sieht der Zone weniger nach Helm, sondern mehr wie ein klassischer Kopfhörer aus. Für den Klang sorgen 40 mm große Neodym-Treiber. Beim ersten Probehören wirkte der Klang ausgeglichen und neutral. Abschließend beurteilen ließe sich die Klangqualität aber nur im Vergleich mit anderen Kopfhörern.
Unter dem Kopfhörer sollen Außengeräusche verschwinden
Der Kopfhörer nutzt Active Noise Cancellation (ANC), um mittels Gegenschall ganz viele Umgebungsgeräusche zu verringern. Dabei soll auch das Brummen des Filtersystems reduziert werden. Besonders leistungsfähige ANC-Kopfhörer erzielen eine möglichst stille Umgebung - auch wenn keine Musik gehört wird. Für die Analyse der Geräuschkulisse werden acht von insgesamt elf Mikrofonen verwendet.







Die Ohrpolster sollen absichtlich flacher gemacht worden sein, als es sonst üblich ist. Damit sollen die passive Dämpfung erhöht und der Tragekomfort gesteigert werden.
Wie bei vielen ANC-Produkten gibt es einen Transparenzmodus. Dann wird der Außenschall gezielt in den Kopfhörer gespielt, um etwa Ansagen in öffentlichen Verkehrsmitteln verstehen zu können. Mit einem Doppeltippen auf die Ohrmuschel wird zwischen ANC-Modus und Transparenzbetrieb gewechselt. Abgesehen davon wird der Kopfhörer mit einem kleinen Joystick gesteuert. Darüber kann die Musik angehalten sowie leiser und lauter gestellt werden.
Der Kopfhörer nutzt noch Bluetooth 5.0 und bietet die Audio-Codecs SBC, AAC sowie den Codec LHDC, der eine besonders gute Klangqualität liefern soll.
Im Juli kommt der Zone für 900 Euro
Bei Telefonaten verspricht Dyson eine gute Sprachqualität für die andere Seite. Das soll auch dann gelten, wenn die Luftreinigung aktiv ist. Zudem sollen eine Technik zur Rauschunterdrückung und Verfahren zur Reduzierung von Störgeräuschen zum Einsatz kommen.
Dyson will den Zone(öffnet im neuen Fenster) im Juli 2023 in Deutschland auf den Markt bringen. Er wird dann zum Listenpreis von 900 Euro angeboten; die Preise für Ersatzfilter liegen wie erwähnt noch nicht vor.



