Dyslexie: Besser lesen auf dem E-Book-Reader

Kinder mit einer Leseschwäche sollten zum E-Book-Reader greifen: Mit den elektronischen Lesegeräten konnten einige von ihnen besser lesen als mit Papier. Zu diesem Schluss kam eine Gruppe von Forschern der Harvard-Universität. Sie führten eine Studie mit 103 US-Schülern durch, die unter Dyslexie(öffnet im neuen Fenster) leiden. Die Wissenschaftler ließen die Schüler gedruckte Texte und Texte auf E-Book-Readern lesen.
Je nach Disposition der Testpersonen hätten sich im Vergleich mit dem gedruckten Text Lesegeschwindigkeit und Verständnis signifikant verbessert, schreiben die Forscher um Matthew Schneps in einem Aufsatz im Open-Access-Magazin Plos One(öffnet im neuen Fenster) . Die Schüler, die Schwierigkeiten hatten, Wörter zu erkennen, hätten schneller gelesen, die Schüler mit einer begrenzten visuellen Aufmerksamkeitsspanne hätten mehr verstanden, berichten die Forscher.
Kurze Zeilen
Den Erfolgsschlüssel machten die Forscher in der Zeilenlänge aus: Sie hatten die E-Book-Reader so eingestellt, dass sie nur wenige Worte in einer Zeile anzeigten. So sei es den Kindern leichter gefallen, sich auf die reduzierte Wortmenge zu konzentrieren, sagte Schneps der BBC(öffnet im neuen Fenster) . Insofern gelte dies für Papier, die Tafel und jedes anderes Gerät auch.
Dyslexie habe viele Ausprägungen. Einige Betroffene profitierten von einer Anpassung des Textes, sagte Schneps. "Wenn Menschen Schwierigkeiten mit dem Lesen haben, sollten sie einfach versuchen, einen Text auf einem computergestützten Lesegerät aufzublasen" , rät der Forscher. Es könne gut sein, dass ihnen das Lesen leichter falle, wenn eine Zeile nur wenige Wörter enthalte.