DVB-T2: Telekom soll Rundfunkspektrum "in Ruhe lassen"

Die Telekom will 470 bis 694 MHz für die Fläche und den 6-GHz-Bereich für 5G in den Städten. Damit sind Konzertveranstalter nicht einverstanden.

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Streit um die Frequenzen
Streit um die Frequenzen (Bild: Deutsche Telekom)

Der Branchenverband SOS (Save Our Spectrum) hat sich gegen Forderungen der Deutschen Telekom nach mehr Spektrum gewandt. "Kapazitätsfrequenzen gibt es nur noch im GHz-Bereich, 470 bis 694 MHz sind für den Mobilfunk Peanuts, für unsere Kulturfrequenzen aber Lebensgrundlage", sagte SOS-Sprecher Jochen Zenthöfer Golem.de auf Anfrage. Der Bereich ist primär DVB-T2 für die terrestrische Rundfunkversorgung zugeordnet, dort arbeiten aber auch die Kulturfrequenzen oder PMSE (Programme Making and Special Events) der Veranstaltungstechnik mit drahtlosen Mikrofonen und In-Ear-Monitors.

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Diesen Bereich solle die Telekom in Ruhe lassen. Was die Kapazitätsbedarfe angehe, gebe es statt noch mehr Frequenzen viele technische Möglichkeiten, betonte Zenthöfer. Dazu gehöre eine bessere Antennentechnik. "Die Strategie der Mobilfunkkonzerne lautet: Man will alle Frequenzen haben, um sich als Intermediär zwischenschalten zu können. Das bedeutet Profite ohne Wertschöpfung, das bedeutet ein Monopol für Telekom & Co auf Kosten von Medien, Kultur und Veranstaltungswirtschaft", sagte Zenthöfer.

Die Telekom hatte erklärt, dass sich das Datenvolumen im Mobilfunk zwischen den Jahren 2015 und 2021 verneunfacht habe. Bis 2030 geht die Telekom bei gleichbleibendem Anwendungsverhalten der Nutzer von einer Steigerungsrate von 30 bis 40 Prozent jährlich aus. SOS argumentiert dagegen: Es bestehe keine Gefahr, dass die Mobilfunknetze vollliefen. Rund drei Viertel der Datennutzung laufe über WiFi-Netze, nur das restliche Viertel über Mobilfunknetze. Das Datenvolumen der Mobilfunknutzung sei laut dem Mobile Matters 2021 Report von Ofcom von 2019 bis 2021 kaum gewachsen.

Telekom will mehr Spektrum auch bei 6 GHz

"Insgesamt stehen allen Mobilfunkanbietern in Deutschland momentan 990 MHz Spektrum in verschiedenen Frequenzbändern zur Verfügung", erklärte die Telekom in ihrem Blog. Rund 250 MHz davon würden von Politik und Regulierung für andere Nutzungen zurückgehalten, etwa private Industrienutzung oder Militär.

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Frequenzen unterhalb von 1 GHz, konkret 470 bis 694 MHz, haben laut Telekom das Potential, "große Flächen mit einem leistungsstarken Mobilfunknetz zu versorgen". Die grundlegende regulatorische Voraussetzung, diesen Frequenzbereich durch andere Bedarfsträger wie Mobilfunk, Sicherheitsbehörden oder Bundeswehr zu nutzen, werde auf der Weltfunkkonferenz WRC 2023 getroffen.

In den Städten sei die einzig mögliche Option für zusätzliche 5G-Kapazität der 6-GHz-Bereich, im oberen Bereich zwischen 6.425 und 7.125 MHz. Dort seien besonders hohe Bandbreiten von über 1.000 MBit/s möglich. Dieses Band dient der Satellitenkommunikation für Uplinks von Erdfunkstellen und für VSAT-Anwendungen. Dabei trägt das 6-GHz-Band im Prinzip weniger weit als das C-Band, auch die Dämpfung ist höher. Dies kann aber durch MIMO teilweise kompensiert werden. 6 GHz wird auf dem Grid des C-Bandes funktionieren können.

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Gormenghast 02. Mai 2022

Der von der T-elekom begehrte Frequenzbereich ist zufälligerweise genau der, der in der...

mkalte 28. Apr 2022

Das Problem ist nicht das Endgerät, das Problem ist die Infrastruktur drum herum. Wenn...

elf 27. Apr 2022

Das stimmt schon. Mein Vorschreiber schrieb was von "Verpflichtendes nationales...

wasdeeh 27. Apr 2022

Und wo genau sind die Endkunden jetzt schuld daran?



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