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DVB-T2: Media Broadcast gibt jetzt jeden Freitag frei

Die Gewerkschaft und die Beschäftigten haben bei dem DVB-T 2-Betreiber Media Broadcast einen Kompromiss durchgesetzt. Die 32-Stunden-Woche wird eingeführt, Gehalt gibt es aber für rund 35 Stunden.
/ Achim Sawall
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Beschäftigte bei Media Broadcast im Mai (Bild: Media Broadcast)
Beschäftigte bei Media Broadcast im Mai Bild: Media Broadcast

Verdi hat mit Media Broadcast eine Vier-Tage-Woche mit Teillohnausgleich vereinbart. Das gab die Gewerkschaft am 24. Januar 2019 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Die neue Wochenarbeitszeit gilt ab April 2019. Betriebsbedingte Kündigungen werden bis Ende Dezember 2023 ausgeschlossen. Zusätzlicher freier Tag soll der Freitag sein. Das Bruttogehalt wird jedoch um mindestens 7,29 Prozent gesenkt(öffnet im neuen Fenster) .

Die Einführung der 32-Stunden-Woche gilt deutschlandweit für rund 700 Beschäftigte. Vereinbart wurden ein Teillohnausgleich, Verbesserungen bei variablen Zahlungen und Ausgleichszahlungen in der betrieblichen und in der gesetzlichen Altersversorgung. Dem seien "monatelangen Verhandlungen" vorausgegangen, betonte Verdi. Digitale Plattformen benötigen laut Unternehmenskreisen weniger Serviceaufwand als analoge, auch die Überwachung ist weniger aufwendig. Der DVB-T2-Ausbau wird im ersten Halbjahr 2019 weitgehend abgeschlossen. Offenbar kann der DAB+-Ausbau dieses Arbeitsvolumen nicht kompensieren. Dazu kommt der Verkauf des größten Teils des sehr wartungsaufwendigen UKW-Geschäfts.

Unternehmen wollte Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnausgleich

Die wöchentliche Arbeitszeit wird um 6 auf 32 Stunden gesenkt, gezahlt wird aber für rund 35 Stunden. Beschäftigte ab dem 50. Lebensjahr erhalten einen Ausgleich in der gesetzlichen Rentenversicherung. Darüber hinaus bekommen alle Beschäftigten einen Ausgleich in der betrieblichen Altersversorgung. Zur Abmilderung persönlicher Härtefälle wird ein Fonds eingerichtet. "Es ist uns gelungen, drohende betriebsbedingte Kündigungen abzuwenden und stattdessen eine Vier-Tage-Woche, Schutz und Perspektiven zu vereinbaren" , sagte Frank Sauerland, Verdi-Bereichsleiter Tarifpolitik. Dies sei nur durch die "starke Rückendeckung unserer Mitglieder" möglich gewesen. Der Sendenetzbetreiber wollte die Wochenarbeitszeit ursprünglich ohne Lohnausgleich dauerhaft um 20 Prozent auf vier Tage kürzen.


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