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DVB-T2: HDTV sollte unverschlüsselt über Antenne kommen

Verschlüsselung wirke eher abschreckend. DVB-T2 werde sich nur durchsetzen, wenn das neue Angebot für Antennenfernsehen offen sei, betonen Verbraucherschützer.
/ Achim Sawall
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Media-Broadcast-Anlage (Bild: Media Broadcast)
Media-Broadcast-Anlage Bild: Media Broadcast

Eine Verbraucherzentrale fordert(öffnet im neuen Fenster) , dass DVB-T2, der neue Standard für terrestrisches Fernsehen, ohne Verschlüsslung umgesetzt wird. "Eine Verschlüsselung senkt die Akzeptanz und wirkt eher abschreckend" , erklärte Michael Gundall, Fernsehexperte der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Bestes Beispiel hierfür sei das verschlüsselte Angebot Viseo+ der Mediengruppe RTL in Stuttgart, Halle und Leipzig, das Ende 2014 eingestellt wird.

Kanzlerin Angela Merkel und die Vertreter der Bundesländer hatten sich bei der Ministerpräsidentenkonferenz im Juni 2014 darauf verständigt , die Rundfunkfrequenzen für mobiles Internet schneller frei zu machen und DVB-T2 früher einzuführen. Spätestens ab Mitte 2016 zur Fußball-Europameisterschaft solle es einen Plattformbetrieb für DVB-T2 geben. Der Umstellungsprozess in der Fläche werde aber erst im Jahr 2020 abgeschlossen sein. Die aktuellen Verträge laufen Ende 2014 aus, die Bundesnetzagentur will die Frequenzen der "Digitalen Dividende II" um 700 MHz für die Nutzung im Mobilfunk versteigern. Nach Angaben des ZDF empfangen elf Prozent der deutschen TV-Haushalte ihr Fernsehen nur über DVB-T.

Die privaten Anbieter und Netzbetreiber wollen ein Angebot, das überwiegend verschlüsselt und bundesweit einheitlich vermarktet wird, während die öffentlich-rechtlichen Sender weiterhin unverschlüsselt zu empfangen sein sollen, was technisch unproblematisch sei, hatten die Landesmedienanstalten am 3. Juni 2014 bekanntgegeben. DVB-T2 ermöglicht den Empfang von mehr Programmen in besserer Qualität, insbesondere in HD.

Um den Übergang für Verbraucher einfacher zu gestalten, fordert die Verbraucherzentrale eine Simulcastphase von mindestens zwölf Monaten pro Umstellungsgebiet. In dieser Zeit sollten die Sender beide Standards parallel ausstrahlen. "Der wahre Grund für diese schnellen Versteigerungspläne ist wohl weniger dem flotten Breitbandausbau geschuldet, sondern mehr den schnellen zusätzlichen Einnahmen für die Bundesregierung" , vermutet Gundall. Alternativen für den weiteren Breitbandausbau seien beispielsweise der Glasfaserausbau, der wesentlich nachhaltiger sei und nicht zu Lasten des Fernsehzuschauers gehe. Deshalb sollten nach Ansicht der Verbraucherzentrale die 700-MHz-Fernsehfrequenzen mindestens bis Ende 2019 für die DVB-T-/ DVB-T2-Fernsehübertragung zur Verfügung stehen.


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