DVB-T2-Frequenzen: Was Deutschland auf der laufenden Weltfunkkonferenz vertritt

Der Mobilfunk will eine Digitale Dividende III, also das Spektrum, in dem bisher DVB-T2 arbeitet. Der Rundfunk ist strikt dagegen. Auf der Weltfunkkonferenz will die deutsche Delegation das irgendwie zusammenbringen.

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Der ägyptische Präsident al-Sisi (2. v.l.) bei der Eröffnung der WRC-19
Der ägyptische Präsident al-Sisi (2. v.l.) bei der Eröffnung der WRC-19 (Bild: WRC-19)

Die deutsche Delegation auf der laufenden Weltfunkkonferenz (WRC-19) vertritt die Position, dass eine andere Nutzung des Frequenzspektrums zwischen 470 und 694 MHz untersucht werden soll, befürwortet aber keine Freigabe des UHF-Bands, das seit 1959 vom Rundfunk genutzt wird, für den Mobilfunk. Das hat Golem.de aus informierten Kreisen über die sogenannte Digitale Dividende III erfahren. Die generelle deutsche Position sei, dass die Mobilfunkbranche mit 5G erst einmal genügend Zuwendung bekommen habe, "daher machen wir jetzt erst einmal eine Pause, weil wir die anderen berücksichtigen müssen".

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Die 19. Weltfunkkonferenz (WRC-19) läuft vom 28. Oktober bis 22. November 2019 im ägyptischen Scharm El-Scheich. Das Arbeitstreffen findet alle drei bis vier Jahre statt, um internationale Verträge über die Nutzung des Funkfrequenzspektrums, die Funkvorschriften und die Umlaufbahnen der Satelliten zu überprüfen und wenn nötig zu überarbeiten. Der Frequenzbereich zwischen 470 MHz und 690 MHz ist primär DVB-T2 zugeordnet, dort arbeiten aber auch die Kulturfrequenzen oder PMSE der Veranstaltungstechniker bei 470 bis 694 MHz mit drahtlosen Mikrofonen und In-ear-Monitors.

Auf der Weltfunkkonferenz 2015 wurde entschieden, dass der Bereich erst auf der WRC-23 überprüft werden soll. Im Bundesverkehrsministerium ist man laut informierten Kreisen der Ansicht, dass die Fragen in Europa geregelt werden sollten, statt auf eine Entscheidung der Weltfunkkonferenz zu warten.

Die Mobilfunkbranche fordert eine Vergabe des Bereiches. Markus Haas, Chef der Telefónica Deutschland, hatte im September 2018 die Diskussion um eine Digitale Dividende III angestoßen und gefordert, die Frequenzen im langwelligen Bereich unterhalb von 700 Megahertz müssten weltweit harmonisiert und für den entsprechenden Gebrauch bestimmt werden. "Wenn wir in Deutschland die gesamte Fläche abdecken wollen, werden wir in den kommenden Jahren noch mehr Spektrum brauchen", sagte Haas.

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Ende September 2019 veröffentlichte der IT-Branchenverband Bitkom ein Positionspapier, in dem er sich dafür einsetzt, diesen Frequenzen in Kooperation mit Rundfunk und Betreibern drahtloser Produktionsmittel zusätzliche Kapazitäten auch für den Mobilfunk zugänglich zu machen, um den absehbaren weiteren Bedarf von Flächenspektrum unter 1 GHz zur Versorgung der ländlichen Gebiete befriedigen zu können. Das Spektrum in diesem Bereich ist per EU-Beschluss bis 2030 für digitales terrestrisches Fernsehen DTT (Digital Terrestrial Television) und PSME gesichert. Allerdings sei dabei nicht festgelegt, wie die Aufteilung des Spektrums konkret auszusehen hat, so dass Raum für Anpassungen bestehe, erklärte der Bitkom.

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