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Durchsuchungsaktion: DDoS-Angreifer auf Onlineshops in Deutschland gestehen

Sie hatten sich in Internetforen kennengelernt und entschieden, zusammen Onlineshops anzugreifen und zu erpressen. Vor dem Landgericht Gießen gaben die Täter die DDoS-Angriffe jetzt zu. Zur Tatzeit waren sie zwischen 16 und 21 Jahre alt.
/ Achim Sawall
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Kriminaldienstmarke (Bild: Wo st 01/Wikipedia CC Attribution-Share Alike 3.0 Lizenz)
Kriminaldienstmarke Bild: Wo st 01/Wikipedia CC Attribution-Share Alike 3.0 Lizenz

Fünf junge Männer, die bundesweit Onlineshops mit Distributed-Denial-of-Services-(DDoS-)Attacken erpressten, haben vor dem Gießener Landgericht die Taten gestanden. Wie HR Online berichtet(öffnet im neuen Fenster) , sei es angeblich nicht um Geld gegangen, sondern um Prestige, so der jüngste Angeklagte. Von den Betreibern wurden zwischen 50 und 250 Euro verlangt, damit die Angriffe beendet werden.

Der Umsatzausfall soll bei mindestens 180.000 Euro liegen. Zur Tatzeit waren die Angeklagten zwischen 16 und 21 Jahre alt. "Es handelt sich um den bundesweit bislang größten Fall von Schutzgelderpressung im Internet" , sagte Oberstaatsanwalt Andreas May laut HR Online: 44 Onlineshops waren laut Anklageschrift vor vier Jahren angriffen worden.

Laut May seien die Forderungen der Erpresser bewusst niedrig angesetzt gewesen. "Sie wollten den Onlineshop ja nicht kaputt machen, sondern sich wie bei der traditionellen Schutzgelderpressung eine beständige Einnahmequelle erhalten" . Nur zehn der Shops zahlten an die Erpresser.

Kennengelernt hatten sich die Täter in Internetforen. Der Kontakt blieb rein virtuell.

Bundeskriminalamt und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main waren im August 2011 mit einer großangelegten Durchsuchungsaktion gegen die Verdächtigen vorgegangen. Ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft sagte 2011 Golem.de , dass keine bekannten Crackergruppen beteiligt seien: "Das sind Einzeltäter, die untereinander in Kontakt standen. Die tatsächlich erpressten Gelder betragen nur rund 1.000 Euro." Große Händler wie Amazon und Otto waren von der Erpressung nicht betroffen, erklärte er. Aber auch bekannte Shops seien angegriffen worden.


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