Orange ist eine warme Farbe
Auch wenn die Spielmechaniken heute noch begeistern – die Grafik von Pedit5 war eher rudimentär. Sie bestand aus einfachen Symbolen und Linien, welche die Charaktere und die Wände des Dungeons darstellten. Das alles in einem warmen Orangeton auf pechschwarzem Hintergrund – typisch für die Plasmabildschirme, die bei Plato genutzt wurden.
Trotz der einfachen Grafik war das Spiel immens beliebt, auch an einer weiteren Uni in Illinois: der Southern Illinois University (SIU). Dorthin hatte sich Pedit5 ausgebreitet und obwohl es gelegentlich von offiziellen Arbeitskräften der Uni gelöscht wurde, tauchte es immer wieder neu im System auf.
Für zwei Studenten der SIU waren die häufigen Löschungen sogar der Grund, Systemadministratoren zu werden. Gary Whisenhunt und Ray Wood entwickelten schließlich ihr eigenes Dungeon-Game – dazu später mehr(öffnet im neuen Fenster) .
Das Fesselnde an Pedit5 war wohl auch, dass Rutherfords Dungeon zufallsbasiert war. So wurde jedes neue Durchspielen unvorhersehbar. Mal stieß man auf viele Schätze und leicht zu überwindende Monster, mal auf einen fast unbesiegbaren Stufe-6-Drachen. Das Prinzip des zufälligen Dungeon-Designs machten sich später Games wie das legendäre Rogue von 1980(öffnet im neuen Fenster) oder Diablo in den Neunzigern zunutze.
Und der Dungeon war eine originäre D&D-Erfindung. Als unterirdischer Komplex voller Monster, Fallen und Schätze bot er das perfekte Umfeld für die Erkundung durch eine Spielgruppe. Woher genau Gygax und Arneson ihre Inspiration für die fallenreichen Verliese hatten, ist unklar.
Womöglich liegen die Ursprünge in der verlassenen Zwergenmine Moria aus Tolkiens Herr der Ringe oder den Bunkeranlagen des postapokalyptischen Romans Sign of the Labrys der Autorin Margaret St. Clair(öffnet im neuen Fenster) .
Dungeons ließen sich toll auf Computer übertragen
Am Spieltisch ermöglichte die eingeengte Umwelt des Dungeons ein klares Spielziel: mit den Schätzen entkommen, ohne zu sterben. Je tiefer die gespielten Charaktere in den Dungeon vordrangen, desto gefährlicher wurden die Monster und desto wertvoller die Schätze.





Diese einfachen Prinzipien ließen sich recht gut auf das noch junge Medium Computerspiel übertragen. Bis heute locken Dungeons in Games – verstreut in der Spielwelt wie in The Legend of Zelda (1986) oder Elden Ring (2022). Oder sie sind gleich die Spielwelt wie in Hades (2020).



