Dungeon Crawler Carl: Carls achter Dungeon
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Dungeon Crawler Carl (DCC) ist ein riesiger Verkaufserfolg: Vom gleichnamigen ersten Band verkauften sich bis heute circa 2,7 Million Exemplare, Autor Matt Dinniman war damit 19 Wochen lang auf der Bestseller-Liste der New York Times(öffnet im neuen Fenster). Am 2. Juni 2026 erschien nun das Hardcover des achten Teils, A Parade of Horribles – übersetzt in etwa Eine Abfolge an Grausamkeiten. Seit 25. Februar 2026 ist der erste Teil auch auf Deutsch im Print erhältlich(öffnet im neuen Fenster).
Sein Handwerk beherrscht Dinniman meisterhaft. Über Parade of Horribles heißt es in einer Rezension auf Goodreads(öffnet im neuen Fenster): "Ich habe noch nie so dringend ein Buch gebraucht oder mir mehr gewünscht, dass ein Jahr im Bruchteil einer Sekunde vergeht." Für The Stranger schreibt Nathalie Graham(öffnet im neuen Fenster): "Alles was ich tun wollte, war lesen."
Jetzt suchen Carl Cosplays in dessen weißen Boxershorts mit Herzen und Lederjacke die Conventions heim. Dinniman sagt, er signiere alles, außer Füßen.
Überall geht es um DCC. Es sei das ideale Genre für Gamer, schreibt etwa die New York Times(öffnet im neuen Fenster). Aus meiner Sicht ist es auch etwas für alle, die Grimdark(öffnet im neuen Fenster), Humor, plötzliche Wendungen und Action in dreifacher Geschwindigkeit lieben.
Als Aliens die Erde zerstören
Dabei tut sich selbst Autor Dinniman schwer, die Prämisse kurz zusammenzufassen. Sein bester Versuch beginnt mit: Am Anfang zerstören Aliens die Erde(öffnet im neuen Fenster). Der Großteil der Menschheit stirbt sofort.
Carl, 27-jähriger Veteran der Küstenwache, überlebt gemeinsam mit Princess Donut, der Katze seiner Ex. Ab diesem Moment spielen sie unfreiwillig in der lukrativsten Realitysendung der Galaxie mit, in die die Aliens den Planeten verwandelt haben.
Carl und Princess Donut bleibt nichts anderes übrig, als in den Dungeon einzutauchen. Es ist ein achtzehnstöckiges Verlies voller Aufgaben und Schrecken, das von einer seltsamen höheren Intelligenz mit einem Fetisch für Füße kontrolliert wird. Darin kämpfen sie Ebene für Ebene um ihr Leben und ergründen die Rätsel der neuen Welt. Sie liefern sich epische Gefechte mit Endbossen, erhalten seltsame Fähigkeiten und finden Gefährten.
Die wohl beliebteste Figur neben Princess Donut ist Samantha: der Kopf einer ehemaligen Sexpuppe, der im achten Band noch wichtiger für Carls Leben wird, als er je hätte vermuten können. Donut selbst isst am Anfang des ersten Bandes einen verzauberten Keks und erlangt die Vernunft: Sie wird selbst zum Dungeon Crawler, trägt Tiara, hat einen britischen Akzent und richtig, richtig miese Laune.
Schreiben aus dem Bauch heraus
Diese schrägen Ideen lässt Dinniman spontan entstehen. "So wie ich schreibe", sagte er Variety, "weiß ich vor einer Szene nicht, was passieren wird". (Achtung: Spoiler!)(öffnet im neuen Fenster). Er nennt sich einen Pantser, nach dem amerikanischen Sprichwort "fly by the seat of your pants" – eine Redewendung aus den ersten Tagen der Luftfahrt, als Piloten häufig improvisierten, was sie als nächstes tun müssen(öffnet im neuen Fenster).
Für Dinniman scheint das zu klappen. Sein Stil passt außerdem genau zum Ton der Bücher: Fans von Carl erwarten, überrascht zu werden. Also ändert Dinniman beispielsweise häufig die Regeln.
Sobald Carl und die Leser meinen, etwas verstanden zu haben, ändert sich im Dungeon alles. Kleine Nebenbemerkungen werden dann plötzlich zu zentralen Plotpunkten. In jedem Band stellt sich Carl neuen Herausforderungen. In Band 7 etwa als General eines Heers aus NSCs – Nichtspielercharaktere, die Rollenspielneulinge sich wie Extras in einem Film vorstellen können.


