Dune - Teil 2: Die Welt der Harkonnen ist ein schwarz-weißer Albtraum
Der bildgewaltige Film ist noch atemberaubender, weil er sich traut, eine komplette Sequenz in Schwarz-Weiß zu präsentieren.
Bei der ersten Szene, in der man den von Austin Butler gespielten Feyd-Rautha in Dune: Teil 2 sieht, ist alles in Schwarz-Weiß gehalten. Giedi Prime, die Heimatwelt der Harkonnen, wird von einer schwarzen Sonne angestrahlt, die alles in andere Farben taucht, als man das kennt. Darum entschied sich Villeneuve dafür, die Sequenz ohne Farbe zu gestalten.
Keine Farbe
Ihn inspirierte Frank Herberts Romanvorlage: "Die Idee stammt aus dem Buch. Einer der Aspekte, die ich an dem Buch liebe, ist der Gedanke, dass es eine Studie über den Einfluss des Ökosystems auf den Menschen ist. Aus der Natur des Ökosystems haben die Menschen Religionen, Techniken und Überlebensweisen entwickelt, ihre ganze Kultur, wir sind das Produkt unserer Umwelt. Wenn man etwas über die Fremen wissen will, braucht man sich nur die Wüste anzuschauen, und schon erfährt man etwas über die Ureinwohner."
So wie die Fremen von Arrakis geprägt werden, werden die Harkonnen aber auch von Giedi Prime geprägt: "Ich habe versucht, Giedi Prime als eine Welt zu zeigen, die von der Natur abgekoppelt ist. Es ist eine Plastikwelt. Deshalb dachte ich, dass es interessant sein könnte, wenn das Licht, das Sonnenlicht, uns einen Einblick in ihre Psyche gibt. Was wäre, wenn das Sonnenlicht Farben nicht enthüllt, sondern tötet, und damit eine sehr unheimliche Schwarz-Weiß-Welt schafft, die uns etwas darüber verrät, wie diese Menschen die Realität wahrnehmen? Etwas über ihr politisches System, ihre primitive brutalistische Kultur, und das war im Drehbuch."
Neue Technik
Die Umsetzung war herausfordernd. Denn Villeneuve entschied sich für ein Verfahren, das keinen Weg zurück offenlässt: Was schwarz-weiß gefilmt war, blieb auch schwarz-weiß. Villeneuve: "Unser Kameramann Greig hat sich davon enorm inspirieren lassen, und wir haben Tests gemacht. Ich wollte ein Schwarz-Weiß, das fremd und aus einer anderen Welt zu kommen schien, ein Sonnenlicht, das wir im Kino noch nicht gesehen haben. Greig hatte die Idee mit dem Infrarotlicht, die mir sehr gefiel, und wir drehten den Film auf diese Weise. Das Problem ist nur, dass es kein Zurück mehr gibt, wenn man so filmt." Seine Produzentin war Feuer und Flamme dafür – das Ergebnis spricht nun für sich.