Dürre und Hitzewelle: Tesla und Nio schalten Ladestationen in China ab

Hersteller von Elektroautos müssen wegen des Strommangels in China inzwischen Ladestationen abschalten. Betroffen von dem Vorgehen seien unter anderem Tesla und Nio, berichtete der Wirtschaftsdienst Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) . Demnach zeigten die Nutzer-Apps, dass Ladestationen in Chengdu in der Provinz Sichuan und in der nahe gelegenen Stadt Chongqing außer Betrieb seien.
In der Region habe die schlimmste Dürre seit den 1960er Jahren die Stromerzeugung durch Wasserkraft reduziert. Gleichzeitig habe eine starke Hitzewelle den Strombedarf in die Höhe steigen lassen.
Nio veröffentlichte dem Bericht zufolge vorübergehend Hinweise, dass einige seiner Batteriewechselstationen in Chengdu wegen der Überlastung des Stromnetzes aufgrund der anhaltend hohen Temperaturen außer Betrieb seien.
Zu wenig Wasserkraft
Medienberichten zufolge(öffnet im neuen Fenster) stammen normalerweise 82 Prozent der Energie in der Provinz aus Wasserkraft. Doch nun produzierten die 67 örtlichen Kohlekraftwerke 50 Prozent mehr Strom als die geplante Kapazität vorsehe.
Tesla hat demnach die Dienste an mehr als einem Dutzend Superchargern in den beiden Städten abgeschaltet oder eingeschränkt. Dadurch seien nur noch zwei in Betrieb – und das nur nachts, berichteten lokale Medien unter Berufung auf das Schreiben eines Fahrers.
Die Stromausfälle in Sichuan haben darüber hinaus zu Problemen von Herstellern wie Toyota und dem Batteriehersteller CATL geführt, die ihre Fabriken schließen mussten .
Das Unternehmen Teld New Energy, das landesweit rund 300.000 Ladesäulen betreibt, bitte die Autofahrer darum, vor der Fahrt zu prüfen, ob die Dienste in Betrieb seien, da die örtlichen Strombehörden die Abschaltung einiger Anlagen gefordert hätten. Das Unternehmen bietet demnach Vorzugstarife für Nutzer an, die spätabends oder frühmorgens lüden, um die Spitzenzeiten des Strombedarfs zu vermeiden.
Nio rufe zudem die Nutzer in Sichuan dazu auf, ihre heimischen Wallboxen zwischen dem 20. August und dem 20. September gemeinsam zu nutzen. Einige Fahrer hätten sogar ihre voll aufgeladenen Batterien gegen fast leere an Tauschstationen getauscht, um anderen Besitzern zu helfen.