Dünnfilmelektronik: Ein Bildschirm auf dem Handrücken

Die Zukunft des Smartphones liegt auf der Hand: Japanische Forscher haben Dünnfilmelektronik mit Leuchtdioden entwickelt, die auf die Haut aufgebracht wird. Damit wollen sie ein Display für den Handrücken entwickeln.

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Elektronische Haut mit Leuchtdioden: um Faktor 10 dünner als eine Hautschicht
Elektronische Haut mit Leuchtdioden: um Faktor 10 dünner als eine Hautschicht (Bild: University of Tokyo/Screenshot: Golem.de)

Zahlen und Buchstaben auf der Haut: Japanische Wissenschaftler haben eine elastische Elektronik mit Sensoren und einem Display entwickelt. Sie ist ultradünn und soll wie eine zweite, elektronische Haut auf die menschliche aufgebracht werden.

Ihre elektronische Haut sei nur 3 Mikrometer dünn, das sei eine Zehnerpotenz weniger als eine Schicht menschlicher Haut, schreiben die Forscher um Takao Someya in der Fachzeitschrift Science Advances. Sie sei elastisch und passe sich deshalb der Anatomie an. Der Film sieht ein wenig aus wie Frischhaltefolie und ist auf der Haut fast unsichtbar.

Der Prototyp stellt nur ein Zeichen dar

In die elektronische Haut haben die Entwickler Leuchtdioden aus Polymer (Polymer Light-Emitting Diodes, PLEDs) sowie organische Photodetektoren (OPDs) integriert. Die PLEDs könne drei Farben darstellen. Der Prototyp, den Someya und seine Kollegen gebaut haben, besteht aus einem Zeichen mit sieben Segmenten aus Dioden. So lässt sich eine Ziffer oder ein Buchstabe darstellen.

Die Idee der Forscher ist ein Display auf dem Körper, etwa auf dem Handrücken. Das System könnte mit Sensoren gekoppelt werden, die LEDs könnten dann beispielsweise den Pulsschlag oder die Sauerstoffsättigung des Blutes anzeigen. Anwendungen für so etwas gibt es verschiedene: Bei Spitzenathleten oder auch bei Patienten in Krankenhäusern könnte es eingesetzt werden.

Das Display auf dem Handrücken

Die Ideen von Someya und seinen Kollegen gehen aber weiter: Sie wollen ein weit höher auflösendes Display für den Handrücken bauen. Ein Arbeiter könnte es tragen und sich darauf einen Bauplan oder ein Diagramm darstellen lassen, sagte Someya dem britischen Wissenschaftsmagazin New Scientist. Dann bräuchte er kein weiteres Gerät. In Zukunft könnte es sogar das Smartphone ersetzen, sagte der Forscher.

Derartige Dünnfilm-Elektronik gibt es schon seit einiger Zeit. Diese ist aber nach Angaben der Entwickler dünner und haltbarer als die Vorgänger.

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