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Duell im All: Wer errichtet zuerst ein Atomkraftwerk auf dem Mond?

Die Nasa soll gemeinsam mit dem US-Energieministerium einen Kernreaktor für den Mond umsetzen – mit Baubeginn spätestens 2030.
/ Patrick Klapetz
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Illustration eines Kernreaktors im Zuge des Fission Surface Power Projects auf dem Mond (Bild: Nasa)
Illustration eines Kernreaktors im Zuge des Fission Surface Power Projects auf dem Mond Bild: Nasa

Die US-amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa hat am 13. Januar 2026 erneut bekanntgegeben(öffnet im neuen Fenster) , dass sie ein Oberflächenenergiesystem zur Kernspaltung bis 2030 auf der Mondoberfläche errichten will. Dies soll im Rahmen der Artemis-Kampagne und zukünftiger Nasa-Missionen zum Mars gemeinsam mit dem US-Energieministerium (DOE) geschehen.

Eine kürzlich unterzeichnete Absichtserklärung zwischen den Behörden festigt diese Zusammenarbeit. Zudem fördert sie die Vision des US-Präsidenten Donald Trump von der amerikanischen Vorherrschaft im Weltraum. Diese soll durch den Einsatz von Kernreaktoren auf dem Mond und in der Umlaufbahn, einschließlich der Entwicklung eines Mondoberflächenreaktors bis 2030, stabilisiert werden.

Das goldene Zeitalter der Weltraumforschung

Diese Bemühungen sollen sicherstellen, dass die Vereinigten Staaten weltweit führend in der Weltraumforschung und im Weltraumhandel bleiben, teilt die Behörde in einer ihrer Pressemitteilungen mit. Zudem soll "die Infrastruktur für einen dauerhaften Aufenthalt" auf dem Mond aufgebaut werden, erklärt Nasa-Administrator Jared Isaacman.

"Um diese Zukunft zu erreichen, muss die Kernenergie genutzt werden" , so Isaacman. "Diese Vereinbarung ermöglicht eine engere Zusammenarbeit zwischen der Nasa und dem Energieministerium, um die notwendigen Fähigkeiten für den Beginn des goldenen Zeitalters der Weltraumforschung und -entdeckung bereitzustellen."

Nasa und DOE planen den Einsatz eines Kernspaltungs-Oberflächenenergiesystems, das sichere, effiziente und reichlich vorhandene elektrische Energie erzeugen kann. Ferner soll es über Jahre hinweg ohne Nachfüllen von Brennstoff betrieben werden.

Dadurch sollen zukünftige nachhaltige Mondmissionen ermöglicht werden. Denn anders als auf der Erde dauern die Nächte auf dem Mond etwa zwei Erdwochen. Zwar kann während eines Mondtages genügend Energie und Wärme durch die Sonneneinstrahlung generiert werden, diese Möglichkeit entfällt während der Mondnächte jedoch.

Reaktion auf russisch-chinesische Kooperation?

Isaacmans Vorstreiter, der US-Verkehrsminister Sean Duffy, bestätigte bereits im August 2025 die Gerüchte um einen geplanten Kernreaktor auf der Mondoberfläche bestätigt . Dabei soll es sich um einen 100-Kilowatt-Kernreaktor handeln, der so viel Energie produzieren soll, wie ein durchschnittlicher US-Haushalt in 3,5 Tagen verbraucht. Bereits ein 40 Kilowatt-Kernspaltungskraftwerk im Zuge des Fission-Surface-Power-Projekts(öffnet im neuen Fenster) könnte 30 Haushalte zehn Jahre lang kontinuierlich mit Strom versorgen.

Die Ankündigung von Duffy kam kurz nach seinem Besuch in Russland, wo er den neuen Roskosmos-Chef Dmitri Bakanow zu einem ersten Gespräch traf. Russland selbst möchte ebenfalls einen Kernreaktor für den Mond bauen , jedoch nicht für die Amerikaner, sondern für seinen Partner aus China. Peking plant den Bau einer Mondbasis ( Internationale Mondforschungsstation ILRS ), die bis 2035 fertiggestellt werden soll. Der russische Reaktor soll 2036 folgen.

Die Ankündigungen der Amerikaner können also als direkte Reaktion auf die chinesischen Pläne erkannt werden. Immerhin befinden sich die Amerikaner in einem Mondwettrennen mit den Chinesen und betonen dies auch regelmäßig . Neben der Errichtung eines US-Reaktors auf dem Mond ordnete Trump im Dezember 2025 auch den Bau einer amerikanischen Basis auf der Mondoberfläche an . Die Bauphase soll spätestens 2030 beginnen – also zu dem Zeitpunkt, an dem China ebenfalls mit dem Bau seiner ILRS beginnen möchte .


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