Abo
  • Services:

Duckduckgo-Untersuchung: Google-Filterblase angeblich auch für ausgeloggte Nutzer

Der Google-Konkurrent Duckduckgo hat untersucht, ob unterschiedliche Nutzer auch dann personalisierte Suchergebnisse angezeigt bekommen, wenn sie gerade nicht in ein Google-Konto eingeloggt sind. Um die Glaubwürdigkeit der Ergebnisse zu erhöhen, setzt Duckduckgo auf Transparenz.

Artikel veröffentlicht am ,
Wer mit Google suche, komme nicht aus seiner Filterblase heraus, behauptet Duckduckgo.
Wer mit Google suche, komme nicht aus seiner Filterblase heraus, behauptet Duckduckgo. (Bild: Pixabay/CC0 1.0)

Die Personalisierung ist eine der großen Stärken von Googles Suchalgorithmus. Je mehr der Werbekonzern über seine Nutzer weiß, desto besser kann er die Suchergebnisse auf die Suchenden zuschneiden. Kritiker bemängeln jedoch, dass damit Filterblasen geschaffen würden, in denen jeder Nutzer nur noch eine kleine Untermenge der existierenden Informationen im Netz präsentiert bekomme. Welche das sei, kontrolliere Google allein.

Stellenmarkt
  1. ESWE Versorgungs AG, Wiesbaden
  2. SICK AG, Reute bei Freiburg im Breisgau

Der Google-Konkurrent Duckduckgo hat nun eigenen Angaben zufolge untersucht, ob es für Nutzer der Google-Suche überhaupt möglich ist, der Filterblase zu entkommen. Dafür ließ das US-Unternehmen 87 Freiwillige, die nicht in einem Google-Konto eingeloggt waren, zu einem festgelegten Zeitpunkt nach vordefinierten Begriffen suchen und verglich die Ergebnisse miteinander.

Filterblasen wie eh und je?

Das Ergebnis scheint eindeutig zu sein: "Die meisten Teilnehmer sahen personalisierte Ergebnisse", schreibt Duckduckgo in einem Blogpost. "Auf der ersten Suchergebnisseite zeigte Google stets einigen Teilnehmern Links, die andere Teilnehmer nicht zu sehen bekamen, selbst wenn diese nicht in ein Google-Konto eingeloggt waren und den 'Incognito'-Modus ihres Browsers verwendeten." Auch die Ergebnisse in den Infoboxen und Videoergebnissen, die Google Nutzern teilweise anzeigt, hätten erhebliche Variationen gezeigt.

  • Die Suche nach dem Wort "Waffenkontrolle" soll bei 87 Google-Suchen rund 62 verschiedene Variationen an Suchergebnissen ergeben haben. (Quelle: Duckduckgo)
Die Suche nach dem Wort "Waffenkontrolle" soll bei 87 Google-Suchen rund 62 verschiedene Variationen an Suchergebnissen ergeben haben. (Quelle: Duckduckgo)

Duckduckgo zufolge haben die Ergebnisse für die drei Suchbegriffe 'Waffenkontrolle', 'Einwanderung' und 'Impfungen' zwischen 58 und 73 verschiedene Ergebnisvariationen gebracht, je nachdem, wer die Google-Suche durchführte. 59 Prozent der Teilnehmer bekamen bei der Suche nach 'Waffenkontrolle' personalisierte Ergebnisse angezeigt, bei der Suche nach 'Impfungen' waren es gar 92 Prozent.

Bei der Interpretation der Ergebnisse ist Vorsicht geboten: Duckduckgo ist ein direkter Google-Konkurrent, der damit wirbt, seine eigene Suchmaschine respektiere die Privatsphäre der Nutzer und zeige Suchergebnisse nach objektiven Kriterien an, also nicht personalisiert. Dennoch sind der Untersuchungsansatz und die daraus resultierenden Daten interessant.

Google kritisiert dagegen in einer E-Mail an Golem.de die Aussagen des Konkurrenten. Die Methodologie und die Schlüsse, die Duckduckgo ziehe, seien fehlerhaft. Abweichungen in Suchergebnissen könnten aus anderen Gründen als Personalisierung vorkommen. Welche das über den Ort oder den Zeitpunkt der Suche hinaus sein könnten, sagt Google aber nicht. Aufschlussreicher ist da ein langer Twitter-Thread, den der PR-Verantwortliche von Google Search, Danny Sullivan, zeitnah zum Erscheinen des Duckduckgo-Blogs veröffentlichte. "Personalisierung findet nicht oft statt und verändert meist die Suchergebnisse nicht dramatisch. Wir nutzen Personalisierung normalerweise so wenig, dass die Suchergebnisse denen ohne Personalisierung sehr ähnlich sind", schreibt Sullivan, ohne Duchduckgo beim Namen zu nennen.

Stark personalisierte Suchergebnisse auf Plattformen wie der Google-Suche aber auch in sozialen Netzwerken wie Facebook führen dazu, dass individuelle Nutzer bestimmte, auf ihre Interessen zugeschnittene Ergebnisse angezeigt bekommen. Insbesondere bei gesellschaftlichen oder politischen Themen können dadurch aber Filterblasen für Nutzer entstehen, in denen bestehende Meinungen stets gefestigt und gegenteilige Positionen ausgeblendet werden.

Ergebnisse sollen transparent sein

Für seine Untersuchung gewann Duckduckgo nach eigenen Angaben per Twitter-Aufruf 87 Teilnehmer aus verschiedenen Teilen der USA. Um die verschiedenen Orte als verzerrenden Faktor für die Suchergebnisse auszuschließen, wurden alle Links manuell überprüft und ortsbasierte Variationen aus den Ergebnissen herausgerechnet.

Um einem möglichen Vorwurf der Befangenheit entgegenzutreten, veröffentlichte das Unternehmen die der Untersuchung zugrundeliegenden Daten auf Github. Dort können sowohl die Studienanforderungen an die Teilnehmer als auch die Rohdaten und die Python-Tools für die Datenauswertung überprüft werden.

Nachtrag vom 5. Dezember 2018, 15:22 Uhr

Stellungnahme von Google sowie Zitat von Google-Search-Sprecher Danny Sullivan eingefügt.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 216,50€
  2. 349,00€ (inkl. Call of Duty: Black Ops 4 & Fortnite Counterattack Set)
  3. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)

hG0815 08. Dez 2018

1. Google weiß sehr gut wo du bist. Um das zu erschweren / verhindern kann man: - DNS...

gab33 06. Dez 2018

Es ist doch ganz einfach. Verstehe die Aufregung in keinster Form... https://twitter.com...

DeathMD 06. Dez 2018

Willkommen in der Realität!

wlorenz65 06. Dez 2018

Müsste mit einer Custom Search Engine gehen. Dazu den Quellcode der Google-Suche...

rohrkrepierer 06. Dez 2018

Zugegeben, die Überschrift ist etwas reißerisch, aber hier noch ein paar Suchmaschinen...


Folgen Sie uns
       


Exoskelett Paexo ausprobiert

Unterstützung bei Arbeiten über Kopf bietet das Exoskelett Paexo von Ottobock. Wir haben es ausprobiert.

Exoskelett Paexo ausprobiert Video aufrufen
Raumfahrt: Aus Marzahn mit der Esa zum Mond
Raumfahrt
Aus Marzahn mit der Esa zum Mond

Die Esa versucht sich an einem neuen Ansatz: der Kooperation mit privaten Unternehmen in der Raumforschung. Die PT Scientists aus Berlin-Marzahn sollen dafür bis 2025 einen Mondlander liefern.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Raumfahrt Die Nasa will schnell eine neue Mondlandefähre
  2. Chang'e 4 Chinesische Sonde landet auf der Rückseite des Mondes
  3. Raumfahrt 2019 - Die Rückkehr des Mondfiebers?

Mobile-Games-Auslese: Mit der Enterprise durch unendliche Onlineweiten
Mobile-Games-Auslese
Mit der Enterprise durch unendliche Onlineweiten

Weltraumspannung in Star Trek Fleet Command und Bananenrepublik zum Selberspielen in Tropico: Diese Mobile Games haben auch abseits ihrer großen Namen etwas zu bieten.
Von Rainer Sigl

  1. Mobile-Games-Auslese Große Abenteuer im kleinen Feiertagsformat
  2. Small Giant Games Zynga kauft Empires & Puzzles für 560 Millionen US-Dollar
  3. Mobile-Games-Auslese Taktische Tentakel und knuddelige Killer

Far Cry New Dawn im Test: Die Apokalypse ist chaotisch, spaßig und hat Pay to Win
Far Cry New Dawn im Test
Die Apokalypse ist chaotisch, spaßig und hat Pay to Win

Grizzly frisst Bandit, Buggy rammt Grizzly: Far Cry New Dawn zeigt eine wunderbar chaotische Postapokalypse, die gerade bei der Geschichte und dem Schwierigkeitsgrad viel besser macht als der Vorgänger. Schade, dass die bunte Welt von Mikrotransaktionen getrübt wird.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. Far Cry New Dawn angespielt Das gleiche Chaos im neuen Gewand
  2. New Dawn Ubisoft setzt Far Cry 5 postapokalyptisch fort

    •  /