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DSL-Router von AVM im Test: Die Fritzbox 7530 AX mit Wi-Fi 6 ist immer noch gut

Die kleine Fritzbox 7530 AX verspricht Wi-Fi 6 bis 1.800 MBit/s bei 5 GHz plus 600 MBit/s bei 2,4 GHz. Wir testen, wie viel davon im Laptop und Smartphone ankommt.
/ Harald Karcher
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Die AVM Fritzbox 7530 AX (Bild: Harald Karcher)
Die AVM Fritzbox 7530 AX Bild: Harald Karcher

Ein Router mit Wi-Fi 6 – und das im Jahr 2023? Die nächste WLAN-Gattung (Wi-Fi 7 alias IEEE 802.11be) steht doch schon vor der Tür und verspricht Bruttodatenraten von bis zu 46.000 MBit/s . Doch: Die meisten Haushalte brauchen vorerst noch gar kein Wi-Fi 7 und viele haben gerade erst neue Wi-Fi-6-Geräte wie Laptop, Tablet oder Smartphone angeschafft. Wi-Fi 6 wird wegen Wi-Fi-7 ja nicht schlechter, deswegen haben wir uns für den DSL-Router Fritzbox 7530 AX einmal angesehen, welche Geschwindigkeit und Features er bringt.

Wobei sich bei "DSL-Router" gleich die nächste Frage anschließt: Wozu anno 2023 noch DSL, wenn Glasfaser doch viel schneller und stabiler ist? Nun ja: Die meisten Haushalte bekommen noch kein Glasfaser bis ins Haus. Außerdem ist Glasfaser oft teurer als ein DSL-Internet-Anschluss.

Für diese große Mehrheit hat AVM fünf aktuelle DSL-Modem-All-In-One-WLAN-Router im Programm, die alle maximal VDSL-250 bis fast 300 MBit/s Durchsatz beherrschen. Es sind die Modelle:

  • Fritzbox 7590 AX
  • Fritzbox 7590
  • Fritzbox 7530 AX
  • Fritzbox 7530
  • Fritzbox 7510

Daneben gibt es auf dem Gebrauchtmarkt Router wie die alten Fritzboxen 7490 und 7390 sowie kommende DSL-Boxen wie die Fritzbox 5690 Pro mit Wi-Fi 7.

Doch zurück zu den aktuellen DSL-Routern: Die 7530 AX steht hier von den Features her in der goldenen Mitte. Diese Wi-Fi-6-Box dürfte für 80 Prozent aller Haushalte bis circa 80 qm (und auch mehr) gut reichen.

Auch preislich steht die 7530 AX in der Mitte der DSL-Router-Palette. Per Testschluss am 15. Mai 2023 lag ihr Straßenpreis bei knapp unter 150 Euro.

Wer nicht kaufen will, kann die 7530 AX bei den großen DSL-Netzanbietern mieten: Bei Vodafone war sie im Mai 2023 online für 4,99 Euro pro Monat gelistet. Bei der Deutschen Telekom muss man nach ihr suchen oder im Telekom-Store danach fragen: Die Bonner vermarkten ansonsten lieber ihren eigenen Telekom Speedport Smart 4 für DSL-Anschlüsse.

Die ältere 7530 (ohne AX, nur mit AC+N, somit Wi-Fi 5) aus dem Startjahr 2018 und die stärkere 7530 AX (also schon Wi-Fi 6) von Ende 2020 sind, vom Gehäuse und von den Anschlüssen her, nahezu identisch. Doch die Optik trügt: Das Innenleben der 7530 AX ist viel moderner, vor allem das WLAN.

Doch genug der Einordnung und Positionierung: AVM hat seinen ersten DSL-WLAN-Router mit WLAN-11ax alias Wi-Fi 6 im November 2020 für knapp 170 Euro auf den Markt gebracht. Doch was leisten nun die neuen Modelle?

Datenraten der Fritzbox 7530 AX und der anderen DSL-Modelle

Die kleine 11ax-Wi-Fi-6-Fritzbox 7530 AX verspricht maximal 600 MBit/s im 2,4-GHz-Band aus zwei Antennen und 1.800 MBit/s bei 5 GHz aus drei Antennen.

Zum Vergleich: Die vom Gehäuse her deutlich größere 11ac-Wifi-5-Fritzbox 7590 verspricht nur 1.733 MBit/s, aber aus vier Antennen. Die kleine funkt also schneller aus weniger Antennen und kostet weniger als die ältere 7590 aus dem Jahr 2017.

Leider gibt es nach wie vor, auch anno 2023, fast keine mobilen WLAN-Endgeräte mit vier Antennen. Sogar die modernsten Wi-Fi-6-Laptops haben meist nur zwei. Damit holen solche Notebooks aus der kleinen 7530 AX zwar flotte 2 x 600 = 1.200 MBit/s heraus, aus der 7590 aber nur 2 x 433 = 866 MBit/s.

Alle Werte sind brutto, netto kommt weniger. Aber es zeigt sich: Wi-Fi-6 funkt effizienter als Wi-Fi-5.

Reicht 4x Gigabit-LAN?

Der gelbe LAN-Switch an der 7530 AX hat vier Gigabit-LAN-Buchsen. Jede verspricht 1.000 MBit/s im Down- und im Upload. Im Gegensatz zur größeren Fritzbox 6660 Cable hat die 7530 AX aber keinen 2,5-Gigabit-LAN-Port für 2.500 MBit/s.

Damit stellt sich die Frage: Reichen 4x 1.000 MBit/s, um das schnelle Wi-Fi 6 der kleinen Fritzbox von 600 + 1.800 = 2.400 MBit/s am LAN-Port nicht gleich auszubremsen?

Unsere Einschätzung: In der Praxis schafft die relativ kleine Wi-Fi-6-Variante der 7530 AX selten mehr als 1.000 MBit/s netto. Insofern ist ein 2,5-Gigabit-Port nicht nötig und hätte die 7530 AX nur unnötig teurer gemacht.

DSL-Modem bis 300 MBit/s

Das eingebaute Internetmodem der kleinen 7530 AX ist genauso schnell wie bei den größeren Modellen 7590 und 7590 AX: Es beherrscht VDSL2-Vectoring 17a bis 100 MBit/s und VDSL2-Super-Vectoring 35b bis 300 MBit/s im Download.

Analog-Ports für Tel, Fax, AB – DECT fürs Smart Home

Zum Anschluss von Analog-Telefon, Faxgerät oder Extern-Anrufbeantworter hat die 7530 AX eine längliche Buchse für TAE-Stecker und eine quadratische für RJ11-Stecker. Internes ISDN hat sie im Gegensatz zur 7590 aber nicht. Die aktuellste 7590 AX hat ebenfalls kein internes ISDN mehr.

DECT-Basis für sechs Handsets

Die verbaute DECT-Basisstation kann maximal sechs schnurlose DECT-Handtelefone plus Dutzende Smart-Home-Geräte wie Funkschaltsteckdosen, Heizkörper-Thermostate oder Funk-LED-Lampen über den DECT-Funk in das Heimnetz verbinden.

Nur 1x USB 2.0 für Fritz NAS

Wer die 7530 AX jedoch mit einer externen USB-Festplatte zu einem kleinen NAS-Server ausbauen will, mag sich über den lahmen USB-2.0-Port aufregen. Keine Frage: Ein USB-3.0-Port wäre schneller, hätte die Box aber auch teuer und stromhungriger werden lassen. Viel schlauer ist es, eine richtige 2-Bay-NAS-Station via LAN-Kabel an die 7530 AX zu verbinden.

Unser Test, erster Teil: mit einem Wi-Fi-6-Laptop

Als Testumgebung dient eine zweistöckige Stadtwohnung mit Betondecken und Gipswänden. Links oben im Dachgeschoss hängt die Fritzbox 7530 AX an der funktechnisch ungünstigsten Position. So wird es für den Funk vorsätzlich schwierig, die entfernteren Zimmer vier und fünf gut zu versorgen.

Mit Wi-Fi-6-Laptop und -Smartphone messen wir Download- und Uploadraten in allen fünf Räumen.

Als Datenzuspieler für das Smartphone dient eine Fritzbox 6660 Cable, die 1.000 MBit/s Internet aus einem Vodafone Cablemax 1000 über LAN-Kabel in die 7530 AX durchleitet.

Als Datenzuspieler für den Laptop fungiert eine NAS-Speicherstation Synology DS 1618+ mit Magnetplatten und SSDs, die einen 10.000-Megabit-Ausgang hat, für die 7530 AX aber auf 1.000 MBit/s herunterschalten kann. Mit Gigabyte-großen Dateien stellen wir sicher, dass wir den Wi-Fi-6-Funk der 7530 AX bis an seine Grenzen bringen können.

Messrundgang mit Wi-Fi-6-Laptop

Den ersten Messrundgang absolvieren wir mit einem Laptop, den wir selbst mit einem Wi-Fi-6-AX-200-Funkmodul von Intel aufgerüstet haben. Er funkt aus nur zwei Antennen maximal 2.400 MBit/s brutto, wenn er mit einer Fritzbox 6660 Cable über einen 160 MHz breiten Kanal verbunden ist.

Die Fritzbox 7530 AX beherrscht aber nur 80 MHz Kanalbandbreite im 5-GHz-Frequenzband. Damit kann das Gespann aus Laptop und 7530 AX natürlich nur auf 1.200 MBit/s brutto hochfahren.

Wi-Fi-6-Laptop und AVM 7530 AX

Netto schafft die Kombination aus Laptop, 7530 AX und 10-Gig-NAS bei 5 GHz im ersten Zimmer im Download über 900 MBit/s und im Upload gut 800 MBit/s. VDSL-250-Speed könnte diese Fritzbox bis ins dritte Zimmer ungebremst verteilen, VDSL-100 käme auch noch im vierten Zimmer unserer Testwohnung ungebremst an.

Im fünften Zimmer waren die Durchsatzwerte zwar nur noch zweistellig, hatten aber keinen Abriss und würden allemal noch für 4K-Video-Streaming reichen. Das ist sehr brauchbar, denn viele andere WLAN-Router hatten im fünften Zimmer schon mit Verbindungsabrissen zu kämpfen.

Im 2,4-GHz-Band war das Gespann erheblich langsamer als bei 5 GHz. Lediglich im fünften Zimmer konnte der 2,4-GHz-Funk mit dem 5-GHz-WLAN gleichziehen.

Der Durchschnitt aller Messungen lag über alle fünf Räume und über beide Frequenzbänder hinweg bei 210,65 MBit/s.

Wi-Fi-6-Laptop und AVM 7530 AC+N

Eine Vergleichsmessung mit der älteren Wi-Fi-5-Fritzbox 7530 AC+N vom Sommer 2018 brachte in gleicher Umgebung am gleichen NAS und mit dem gleichen Wi-Fi-6-Laptop gut 143 MBit/s im Schnitt. Das heißt, dass die aufgebohrte AX-Version der 7530 in der konkreten Umgebung 46 Prozent schneller funkt.

Unser Test, zweiter Teil: mit einem Wi-Fi-6-Smartphone

Wi-Fi-6-Smartphone und AVM 7530 AX

Zur Messung mit dem Wi-Fi-6-Smartphone leiten wir 1.000 MBit/s Internet von einem recht stabilen Vodafone-Cablemax-1000-Anschluss über die Fritzbox 6660 Cable per LAN-Kabel bis in die 7530 AX durch.

Das verwendete Wi-Fi-6-Smartphone Samsung Galaxy Note10+ funkt maximal 1.200 MBit/s, wenn es bei 5 GHz mit einer Kanalbandbreite von 80 MBit/s mit einem WLAN-Router verbunden ist. Genau diesen Modus beherrscht auch unsere Fritzbox 7530 AX.

Wi-Fi-6-Smartphone und AVM 7530 AX bei 2,4 GHz

Im 2,4-GHz-Band waren die Download-Raten mit dem Smartphone nicht allzu beeindruckend: 114, 99, 57, 67 und 58 MBit/s. Im hintersten Zimmer waren sie aber besser als mit dem Wi-Fi-6-Laptop. Die Pingzeiten zwischen 6 und 13 Millisekunden waren allerdings zackig. Gerade für Onlinegamer sind das gute und wichtige Werte.

Wi-Fi-6-Smartphone und AVM 7530 AX bei 5 GHz

Im 5-GHz-Band konnte das Gespann im ersten Zimmer immerhin 714 MBit/s netto bis in das Smartphone durchfunken. Das ist zwar weniger als mit dem Laptop, aber im fünften Zimmer kam der Download aus dem Internet mit 149 MBit/s an, also schneller als zum Laptop.

Die Pingzeiten lagen zwischen 6 und 13 Millisekunden – gemessen mit dem kostenlosen Speedtest.net, damit alle Leser es in ihrer eigenen Umgebung nachvollziehen können.

Stromwerte

Die 7530 AX hatte im Stromtest einen exzellenten Standby-Wert unterhalb von 6 Watt. Dabei waren beide WLAN-Bänder bei 2,4 und 5 GHz eingeschaltet, und ein Laptop via 5 GHz mit dem WLAN-Router verbunden. Nach kompletter Abschaltung beider WLAN-Bänder, was einer WLAN-Nachtabschaltung entspricht, fiel das Treppchen unserer Messkurve auf knapp 4,6 Watt.

Dabei war die 7530 AX aber nicht mit einem normalen DSL-Anschluss synchronisiert, sondern hat ein 1.000-MBit/s-Internet indirekt via 6660 aus einem Vodafone Cablemax-1000-Anschluss herangeschafft.

Nach unserem Test nun noch ein Blick auf die Ausbaumöglichkeiten.

DECT-Telefone, Repeater und Powerline-Adapter

DECT-Telefone für die 7530 AX

Die meisten Fritzboxen, so auch die 7530 AX, sind nicht zuletzt wegen ihrer Ausbaufähigkeit beliebt. So gibt es eine kleine, aber feine Palette an Schnurlostelefonen, die optimal auf die DECT-Basis-Station einer Fritzbox abgestimmt sind. Die aktuellsten sind:

  • FRITZ!Fon C6
  • FRITZ!Fon M2

WLAN-Repeater für die 7530 AX

Hinzu kommt eine Palette an WLAN-Repeatern, die die WLAN-Reichweite der Fritzboxen nachträglich über die Luft erweitern können. Die aktuellsten lauten:

  • Fritz Repeater 6000
  • Fritz Repeater 3000 AX
  • Fritz Repeater 3000
  • Fritz Repeater 2400
  • Fritz Repeater 1200 AX
  • Fritz Repeater 600

Powerline-Adapter für die 7530 AX

Wenn der WLAN-Funk einer Fritzbox samt deren Repeater partout nicht über die Luft durch Decken und Wände dringt, kann man die Daten auch über die heimischen 230-Volt-Stromleitungen schicken. Dazu gibt es von AVM aktuell diese Powerline-Adapter:

  • Fritz Powerline 1260 (+ WLAN)
  • Fritz Powerline 1240E (+ WLAN)
  • Fritz Powerline 1220
  • Fritz Powerline 540E (+ WLAN)
  • Fritz Powerline 510E

Der Zigbee-Adapter für die 7530 AX

Spannend ist auch das neue AVM Fritz Smart Gateway vom April 2023. Es macht Bestands-Fritzboxen nachträglich Zigbee-3.0-kompatibel und integriert LED-Lampen von Drittanbietern wie etwa Philips Hue in das Smart Home.

Zudem verdoppelt es die Anzahl der maximal möglichen DECT-Smart-Home-Geräte an einer Fritzbox. Auf Golem.de gibt es dazu schon diesen Testbericht .

Allerdings funktioniert das neue Fritz Smart Gateway laut AVM erst hinter Fritzboxen ab Fritz OS 7.50. Auf der 7530 AX läuft aktuell aber maximal Fritz OS 07.31.

Es gibt aber schon eine Fritz-Labor-Version 7.51 für die 7530 AX. Somit besteht große Hoffnung, dass sie bald ein reguläres Feature-Update bekommt, das den neuen Zigbee-Adapter offiziell unterstützt. Solche kostenlosen Software-Updates für schon verkaufte Produkte sind ja seit Jahren ein wesentliches Argument für die Berliner Fritzboxen.

Weil wir nicht warten wollten, haben wir das AVM Zigbee Gateway mit Fritz OS 7.52 trotzdem schon per LAN-Kabel hinter die 7530 AX mit Fritz OS 07.31 gehängt – und siehe da: Per Knopfdruck auf deren beider Connect-Taster haben die zwei Geräte (Fritzbox und Gateway) einander schon erkannt und vermesht, was mit den blauen Mesh-Symbolen in den Weboberflächen angezeigt wird.

Zwei Philips-Hue-Lampen haben sich im Test auf Anhieb via Zigbee aus der Weboberfläche des AVM Fritz Smart Gateway heraus schalten lassen.

Fritzbox 7530 AX: Fazit

Die Ausstattung der Fritzbox 7530 AX steht kaum hinter der größeren und älteren 7590 zurück: Sie hat ein flottes DSL-Modem bis 300 MBit/s im Download und 50 MBit/s im Upload. Dazu gibt es vier Gigabit-LAN-Ports und eine integrierte DECT-Basisstation für sechs DECT-Telefone und ein paar Dutzend Smart-Home-Geräte – alles sehr bedienerfreundlich dank des Fritz-OS-Betriebssystems.

Die 7530 AX hat zwar kein USB-3.0 und kein Intern-ISDN, aber der Funk ist mit 1.800 MBit/s bei 5 GHz sogar ein bisschen schneller als bei der 7590. Wer schon Wi-Fi-6-Endgeräte hat, kann den Speed-Vorteil der 7530 AX spüren.

Trotzdem kostet die kleine 7530 AX weniger als die 7590. Zudem liegt die 7530 AX auch in der Energieeffizienz weit vorne unter den marktrelevantesten WLAN-Modem-Routern.

Für viele Privathaushalte unterhalb von 80 qm Wohnfläche (und mehr) dürfte die 7530 AX auch 2023 bestens reichen – und falls sie doch einmal abrauchen sollte, verspricht AVM eine relativ großzügige Hardwaregarantie von fünf Jahren.


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