DSL-Router: Netgear hat Backdoor offenbar nur versteckt

Mehrere Monate hat Netgear gebraucht, um einen offenen Port in einigen WLAN-Routern zu schließen. Doch anstatt die Lücke zu schließen, wurde sie möglicherweise nur gut versteckt.

Artikel veröffentlicht am ,
Vanderbekens Analyse zur Reaktivierung der Backdoor
Vanderbekens Analyse zur Reaktivierung der Backdoor (Bild: Eloe Vanderbeken/Screenshot: Golem.de)

Trotz eines Sicherheitspatches von Anfang April verfügen die Netgear-Router vom Typ DGN1000 offenbar weiterhin über einen Zugang über den Port TCP/32764. Der französische Reverse Engineer Eloi Vanderbeken untersuchte an den Ostertagen den Patch und fand heraus, dass Netgear eine neue Möglichkeit vorgesehen hat, über den Port einen Zugriff auf den Router zu erhalten. "Man kann die Backdoor wieder reaktivieren", schreibt Vanderbeken in einer Präsentation für die Sicherheitsfirma Synacktiv.com. Das sei aus dem lokalen Netz heraus möglich, aber auch durch einen Provider über das Internet. Durch die Art des Angriffs ist es nötig, nicht weiter als eine Router-Zwischenstation (Hop) von dem anfälligen Gerät entfernt zu sein, über größere Distanzen lässt sich die Lücke nicht nutzen.

Den Untersuchungen Vanderbekens zufolge hat Netgear den Zugang damit nicht geschlossen, sondern nur versteckt. Und zwar "mit voller Absicht", wie Vanderbeken schreibt. Mit einem speziellen Datenpaket, das aus dem MD5-Hashwert der Modellnummer DGN1000 gebildet wird, lässt sich der Port demnach wieder öffnen. Der Zugang nutze dabei den Ethertype 0x8888 und den Pakettyp 0x021, ein Verfahren, das Netgear offenbar von einem früheren Tool des Chipherstellers Sercomm übernommen habe. Um die Sicherheitslücke an seinem eigenen DGN1000-Router zu testen, solle man den Erläuterungen seiner Untersuchung folgen. Bei anderen Modellen müsse zunächst das Dateisystem des Routers untersucht werden, wie es Vanderbeken beschrieben hat.

Wurde mit dem Verfahren die Backdoor reaktiviert, erlaubt sie wie gehabt, per Script Befehle auf dem Router auszuführen und so unter anderem an die Konfigurationsdaten und Passwörter zu gelangen. Der Produzent von Routerchips, Sercomm, soll für die Lücke verantwortlich sein, die neben Netgear auch Linksys, Cisco und Diamond betraf. Cisco stellte Ende Januar 2014 einen Patch für zwei der drei betroffenen Modelle bereit. Ein deutscher Sprecher von Netgear sagte am Dienstag auf Anfrage von Golem.de, dass es von Netgear noch keine Bestätigung für den Zugang gebe oder eine Stellungnahme dazu vorliege.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


JensTautenhahn 25. Apr 2014

Im Moment schafft das ALIX2D13 mehr (bis zu 85MBit NAT Durchsatz), als mein VDSL...

lesard 23. Apr 2014

... dafür hat man bei HUAWEI dann den chinesischen Geheimdienst im Rücken. :P

Endwickler 23. Apr 2014

Non est enim in rebus vitium, sed in ipso animo. Was genau bringen solche Sprüche?

EvilSheep 23. Apr 2014

Wo itnbei dieser Verschwörung noch Theorie? Über die Phase in der sowas nur wilde...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Streaming
Netflix droht bei unerlaubtem Kontensharing mit Sperrung

Abonnenten von Netflix müssen sich in Deutschland darauf einstellen, dass das Konto gesperrt wird, falls es unerlaubt mit anderen geteilt wird.

Streaming: Netflix droht bei unerlaubtem Kontensharing mit Sperrung
Artikel
  1. Militär: China gelingt Durchbruch bei Abwehr von Hyperschallraketen
    Militär
    China gelingt Durchbruch bei Abwehr von Hyperschallraketen

    Das Shanghai Institute of Mechanical and Electrical Engineering hat einen Durchbruch bei der Erforschung eines Abwehrsystems für Hyperschallwaffen erzielt.

  2. Ubisoft: In The Crew Motorfest sausen Rennspielfans über Hawaii
    Ubisoft
    In The Crew Motorfest sausen Rennspielfans über Hawaii

    Straßenrennen in Honolulu, im Regenwald und auf Bergstraßen: Ubisoft hat den dritten Teil der Rennspielserie The Crew vorgestellt.

  3. US-Sanktionen verschärft: Keine Ausnahmen mehr für Huawei
    US-Sanktionen verschärft
    Keine Ausnahmen mehr für Huawei

    Die US-Regierung erhöht den Druck auf Huawei: Die Exportbeschränkungen gegen das Unternehmen sollen konsequenter umgesetzt werden.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • AMD CPU kaufen, SW Jedi Survivor gratis dazu • Philips LED TV 65" 120 Hz Ambilight 999€ • KF DDR4-3600 32GB 91,89€ • Asus Mainboard 279€ • Bosch Prof. bis -55% • PCGH Cyber Week • Acer Predator 32" WQHD 170Hz 529€ • Philips Hue bis -50% • Asus Gaming-Laptops bis -25% [Werbung]
    •  /