DSGVO: Web-Unternehmen starten OSS-Projekt zum Nutzerdatentransfer

Eine von Google in Kooperation mit Microsoft, Twitter und Facebook ins Leben gerufene Open-Source-Initiative will sich der Portabilität von Nutzerdaten annehmen und dafür entsprechende Werkzeuge entwickeln. Hilfreich sei das auch mit Blick auf die DSGVO.

Artikel veröffentlicht am , Ulrich Bantle/Linux Magazin/
Das Data Transfer Project soll den Umzug von Nutzerdaten beschleunigen.
Das Data Transfer Project soll den Umzug von Nutzerdaten beschleunigen. (Bild: Bruno Cordioli, flickr.com/CC-BY 2.0)

Als Teil einer offenbar groß angelegten Kooperation kündigen die Unternehmen Facebook, Google, Microsoft und Twitter die Open-Source-Initiative Data Transfer Project an. Ziel des Projektes ist es, eine einheitliche technische Plattform zu schaffen, die den Austausch von Daten auf eine Weise ermöglicht, dass Nutzer mit ihren Daten leicht von einem Dienst zu einem anderen umziehen können.

In der Ankündigung von Google heißt es, die Initiative gründe sich auf das Engagement der bereits 2007 gegründeten Data Liberation Front und dem eigenen Projekt Takeout. Letzteres hat Google in Download Your Data umbenannt. Mit dem Dienst lässt sich eine maschinenlesbare Kopie der eigenen Daten aus diversen Google-Produkten herunterladen.

Standardformate zur Datenübertragung

Das Data Transfer Project will laut Google einen ähnlichen Weg gehen und Werkzeuge anbieten, mit denen sich die Daten von verschiedenen Diensten zwischen diesen transferieren lassen, ohne sie herunterladen zu müssen. Laut Google sollen die teils noch zu entwickelnden Werkzeuge der an dem Projekt beteiligten Firmen dann Daten von den internen proprietären APIs einzelner Dienste in ein standardisiertes Format übertragen können, das von jedem genutzt werden kann.

Theoretisch sei es dann möglich, Daten von jedem beliebigen Dienst zu einem anderen zu übertragen, sofern diese auf die Standardformate des Projekts setzen. Bislang haben die beteiligten Unternehmen Adapter für sieben verschiedene Service-Provider und fünf verschiedene Datentypen entwickelt. Das Projekt will über verschiedene Authentifizierungen auch den Datenschutz gewährleisten. Alle Nutzerdaten werden zudem verschlüsselt übertragen und gespeichert. Das zuständige Framework erzeuge für jeden Transfer einen neuen einzigartigen Schlüssel. So soll das Prinzip der Perfect Forward Secrecy gewährleistet werden.

Google versichert, dass der Dienst vor allem im Sinne der Nutzer gedacht sei und für sie erstellt werde. Die unternehmerische Motivation für diese groß angelegte Zusammenarbeit dürfte wohl aber auf die DSGVO zurückzuführen sein, die Nutzern das Recht zur Datenübertragbarkeit von einem Dienst zu einem anderen einräumt.

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