• IT-Karriere:
  • Services:

DSGVO: Voßhoff fordert Gesetz gegen missbräuchliche Abmahnungen

Nach Ansicht der Bundesdatenschutzbeauftragten Voßhoff dauert es fünf bis sechs Jahre, bis Rechtsklarheit bei den neuen Datenschutzbedingungen herrscht. Gegen Missbrauch der DSGVO durch Abmahnungen sollte die Politik vorgehen.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff verteidigt die neue Datenschutzverordnung.
Die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff verteidigt die neue Datenschutzverordnung. (Bild: bundespressekonferenz.de/Screenshot: Golem.de)

Die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff hat die am Freitag in Kraft tretende EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gegen ihre Kritiker verteidigt. Zwar seien die neuen Regelungen "komplex", "sperrig" und "mit neuen Rechtsunsicherheiten verbunden", doch gerade in Deutschland werde der Datenschutz damit nicht neu erfunden, sagte Voßhoff am Dienstag in Berlin. Allerdings räumte sie ein, dass es noch "fünf, sechs Jahre" dauern könnte, bis die rechtlichen Fragen zur Umsetzung der DSGVO auf nationaler und europäischer Ebene geklärt seien.

Inhalt:
  1. DSGVO: Voßhoff fordert Gesetz gegen missbräuchliche Abmahnungen
  2. Handwerker müssen aufpassen

Nach Ansicht Voßhoffs kursieren derzeit jedoch viele Fehl- und Falschinformationen zur Umsetzung der Verordnung. In diesem Zusammenhang verwies sie auf entsprechende Leitfäden (Kurzpapiere), die die Landesdatenschutzbehörden oder Verbände veröffentlicht hätten und die Auslegung der DSGVO erleichtern sollen. An die Politik gerichtet äußerte Voßhoff den Wunsch, den bürokratischen Aufwand mit den neuen Datenschutzregeln nicht in den Vordergrund zu stellen.

IT-Anwältin: Risiko von Abmahnung gering

Sollte sich herausstellen, dass Abmahnvereine die DSGVO missbräuchlich für ihre Zwecke nutzten, solle die Politik dagegen vorgehen, forderte Voßhoff. "Ich tue mich ein bisschen schwer damit, wie und in welcher Weise sich dieses Risiko realisiert", sagte die Bundesdatenschutzbeauftragte einschränkend. So stelle sich bei Vereinen beispielsweise die Frage, welcher Wettbewerbsnachteil für einen Mitbewerber durch eine falsche Datenschutzerklärung entstehe.

Die IT-Fachanwältin Nina Diercks hatte in diesem Zusammenhang am Montag darauf hingewiesen, dass mit der DSGVO das Abmahnrisiko wegen Verstoßes gegen Datenschutzregeln nicht steige. "Warum sich nahezu in eine Panik wegen Abmahnwellen im Hinblick auf die DSGVO hineingesteigert wird, lässt sich sachlich nicht so recht begründen", schrieb Diercks. Firmen würden es sich ihrer Meinung nach gut überlegen, gegen einen Mitbewerber vorzugehen, denn "dafür müsste sein eigenes Haus komplett sauber sein".

Keine schnellen Bußgelder geplant

Stellenmarkt
  1. Vodafone GmbH, Düsseldorf, Eschborn, Unterföhring
  2. ITSCare ? IT-Services für den Gesundheitsmarkt GbR, Frankfurt am Main

Voßhoff selbst wiederholte ihre Ankündigung, dass die Aufsichtsbehörden nach Inkrafttreten der Verordnung ebenfalls "nicht mit der Registrierkasse unterwegs" sein werden. Bußgelder, die künftig bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des Unternehmensumsatzes betragen können, sollten als "letztes Mittel" eingesetzt werden. Sie stünden "am Ende der Kette". Zunächst werde eine Verwarnung ausgesprochen, wenn beispielsweise etwas versehentlich übersehen wurde. Bereits jetzt würden Bußgelder eher selten verhängt, obwohl die Landesdatenschutzbehörden schon die Möglichkeit dazu hätten.

Nicht nachvollziehbar findet Voßhoff hingegen Medienberichte, wonach Österreich die Verhängung von Bußgeldern zunächst ausgesetzt habe. Das würde einen Verstoß gegen das Europarecht bedeuten, sagte die Datenschützerin. Falls Österreich nur Bußgelder gegen "Wiederholungstäter" verhängen wolle, entspreche das der Praxis in Deutschland. Auch hierzulande müsse der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit "unter Würdigung der Gesamtumstände" gewahrt bleiben.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Handwerker müssen aufpassen 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. 119,99€ inkl. Direktabzug (Bestpreis)
  2. 77,97€ (Bestpreis)
  3. (u. a. Racing Promo & Angebote der Woche (u. a. Nascar Heat 5 für 11€, Valentino Rossi: The Game...

Ankerwerfer 23. Mai 2018

Ist sie! Kurz gesagt: melde dich bei dieser Firma (Textform) und sag denen, dass sie...

Pansen 23. Mai 2018

Diese ganze gesammelte Weisheit schützt wohl dann doch nicht vor der Faulheit ;)

DerSchwarzseher 23. Mai 2018

Aber nicht am papier schneiden. Das kann am Ar*** durchaus schmerzen.

Schrödinger's... 23. Mai 2018

Das habe ich mir in diesem Moment auch gedacht.

Tigtor 22. Mai 2018

Problem dabei ist, dass sich dann auch echte Opfer nicht mehr trauen sich zu melden...


Folgen Sie uns
       


Android Smartphone als Webcam nutzen - Tutorial

Wir erklären in einem kurzen Video, wie sich das Smartphone für Videokonferenzen unter Windows nutzen lässt.

Android Smartphone als Webcam nutzen - Tutorial Video aufrufen
Moodle: Was den Lernraum Berlin in die Knie zwang
Moodle
Was den Lernraum Berlin in die Knie zwang

Eine übermäßig große Datenbank und schlecht optimierte Abfragen in Moodle führten zu Ausfällen in der Online-Lernsoftware.
Eine Recherche von Hanno Böck


    Donald Trump: Das große Unbehagen nach der Twitter-Sperre
    Donald Trump
    Das große Unbehagen nach der Twitter-Sperre

    Die IT-Konzerne gehen wie in einer konzertierten Aktion gegen Donald Trump und dessen Anhänger vor. Ist das vertretbar oder ein gefährlicher Präzedenzfall?
    Eine Analyse von Friedhelm Greis

    1. Reaktion auf Kapitol-Sturm Youtube sperrt Trump-Kanal für mindestens eine Woche
    2. US-Wahlen Facebook erwägt dauerhafte Sperre Trumps
    3. Social Media Amazon schaltet Parler die Server ab

    20 Jahre Wikipedia: Verlässliches Wissen rettet noch nicht die Welt
    20 Jahre Wikipedia
    Verlässliches Wissen rettet noch nicht die Welt

    Noch nie war es so einfach, per Wikipedia an enzyklopädisches Wissen zu gelangen. Doch scheint es viele Menschen gar nicht mehr zu interessieren.
    Ein IMHO von Friedhelm Greis

    1. Desktop-Version Wikipedia überarbeitet "klobiges" Design

      •  /