DSGVO-Verstoß: Kelber akzeptiert stark reduziertes Bußgeld für 1&1

Das Millionen-Bußgeld für einen DSGVO-Verstoß bei 1&1 muss definitv nicht gezahlt werden.

Artikel veröffentlicht am ,
Der Internetanbieter 1&1 muss deutlich weniger Bußgeld zahlen.
Der Internetanbieter 1&1 muss deutlich weniger Bußgeld zahlen. (Bild: 1&1)

Das vom Landgericht Bonn drastisch reduzierte Bußgeld gegen den Telefon- und Internetanbieter 1&1 hat Bestand. "Das Urteil ist rechtskräftig", bestätigte das Landgericht Bonn laut Vorabbericht dem Handelsblatt. Die Behörde des Bundesdatenschutzbeauftragten (BfDI) Ulrich Kelber teilte demnach mit, dass alle Seiten das reduzierte Bußgeld akzeptiert hätten: "Nach Absprache zwischen der Staatsanwaltschaft am Landgericht Bonn, dem Leiter der Rechtsabteilung von 1&1, der Verteidigung und dem BfDI wurde vereinbart, dass beide Seiten ihre Rechtsbeschwerden zurücknehmen." Diese Vereinbarung sei am 17. Dezember 2020 umgesetzt worden.

Stellenmarkt
  1. Microsoft 365 Cloud Engineer (m/w/d)
    BUCS IT, Wuppertal
  2. IT-Systemtechniker in der Leit- und Kommunikationstechnik der Werkfeuerwehr (m/w/d)
    CURRENTA GmbH & Co. OHG, Leverkusen, Dormagen, Krefeld-Uerdingen
Detailsuche

Das Landgericht Bonn hatte in seinem Urteil vom vergangenen November einen Bußgeldbescheid gegen den Internetanbieter 1&1 wegen eines Datenschutzverstoßes als "berechtigt" bestätigt. Die ursprünglich vom Bundesdatenschutzbeauftragten Ulrich Kelber verhängte Geldbuße von 9,6 Millionen Euro hielt das Gericht jedoch für "unangemessen hoch" und reduzierte den Betrag auf 900.000 Euro. Das Verschulden des Unternehmens sei gering, hieß es zur Begründung.

"Die Wirtschaft muss nicht mehr mit der Angst vor irrationalen Bußgeldern aus der Giftküche der Verwaltungsbehörden leben, sondern damit rechnen, dass Datenschutzverstöße empfindliche, aber verhältnismäßige Sanktionen nach sich ziehen", sagte Rolf Schwartmann, Rechtsprofessor von der Technischen Hochschule Köln und Vorsitzender der Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherheit (GDD) dem Handelsblatt.

Der frühere Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hatte das Urteil im November mit den Worten kommentiert: "Es stellt sich die Frage, ob das von den deutschen Aufsichtsbehörden verwendete Modell zur Bemessung von Bußgeldern für Datenschutzverstöße die Schwere des Verstoßes höher gewichten sollte, um unangemessen hohe Strafzahlungen bei geringfügigen Verstößen zu vermeiden."

Golem Akademie
  1. IT-Fachseminare der Golem Akademie
    Live-Workshops zu Schlüsselqualifikationen
  2. 1:1-Videocoaching mit Golem Shifoo
    Berufliche Herausforderungen meistern
  3. Online-Sprachkurse mit Golem & Gymglish
    Kurze Lektionen, die funktionieren
Weitere IT-Trainings

Nach Ansicht des Gerichts lag ein Datenschutzverstoß vor, weil 1&1 die Daten seiner Kunden bei der Kommunikation mit dem Callcenter nicht durch ein sicheres Authentifizierungsverfahren geschützt hatte. Da diese Praxis jahrelang nicht beanstandet worden sei, habe es am notwendigen Problembewusstsein gefehlt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


AllDayPiano 19. Jan 2021

Das Problem ist eher, dass auch diese dir nur eine Meinung sagen können. Sie können nicht...

splash42 19. Jan 2021

So funktioniert das Rechtssystem halt: Sie wurden zum ersten Mal erwischt, dann gibt es...

splash42 19. Jan 2021

Tatsächlich. Kein Land kann verstehen, dass wir uns selbst so ins Knie schießen und von...

ZerP 18. Jan 2021

So jemand ist Vorsitzender einer Gesellschaft für Datenschutz. Mit den Kompetenzen könnte...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Klimaforscher
Das Konzept der Klimaneutralität ist eine gefährliche Falle

Mit der Entnahme von CO2 in den nächsten Jahrzehnten netto auf null Emissionen zu kommen, klingt nach einer guten Idee. Ist es aber nicht, sagen Klimaforscher.
Von James Dyke, Robert Watson und Wolfgang Knorr

Klimaforscher: Das Konzept der Klimaneutralität ist eine gefährliche Falle
Artikel
  1. Eco-SIM: Vodafone führt die recycelte SIM-Karte ein
    Eco-SIM
    Vodafone führt die recycelte SIM-Karte ein

    Laut Vodafone ist das Netz schon grün. Auch die SIM-Karte soll umweltfreundlich werden. Doch ganz so einfach ist es nicht.

  2. CPU: Alibaba legt eigene RISC-V-Kerne offen
    CPU
    Alibaba legt eigene RISC-V-Kerne offen

    Bei den Xuantie-Chips handelt es sich wohl um die bislang leistungsstärksten RISC-V-CPUs. Die Eigenentwicklung von Alibaba ist nun Open Source.

  3. M1 Pro/Max: Dieses Apple Silicon ist gigantisch
    M1 Pro/Max
    Dieses Apple Silicon ist gigantisch

    Egal ob AMD-, Intel- oder Nvidia-Hardware: Mit dem M1 Pro und dem M1 Max schickt sich Apple an, die versammelte Konkurrenz zu düpieren.
    Eine Analyse von Marc Sauter

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Week: Bis zu 16% auf SSDs & RAM von Adata & bis zu 30% auf Alternate • 3 Spiele für 49€: PC, PS5 uvm. • Switch OLED 369,99€ • 6 Blu-rays für 40€ • MSI 27" Curved WQHD 165Hz HDR 479€ • Chromebooks zu Bestpreisen • Alternate (u. a. Team Group PCIe-4.0-SSD 1TB 152,90€) [Werbung]
    •  /