Abo
  • IT-Karriere:

DSGVO: Union plant schnelles Verbot von Abmahnungen

Noch vor der Sommerpause soll es ein gesetzliches Verbot von Abmahnungen wegen Verstößen gegen die DSGVO geben. Doch die Koalition plant keine dauerhafte Lösung des Problems.

Artikel veröffentlicht am ,
Die CDU-Politikerin Elisabeth Winkelmeier-Becker fordert ein vorübergehendes Abmahnverbot.
Die CDU-Politikerin Elisabeth Winkelmeier-Becker fordert ein vorübergehendes Abmahnverbot. (Bild: Frank Baquet/CC-BY-SA 3.0)

Die Unionsfraktion will mit Hilfe einer Gesetzesänderung teure Abmahnungen wegen angeblicher Verstöße gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verbieten. "Bei der Umstellung auf die Erfordernisse des neuen Datenschutzrechts sind unbewusste Verstöße nicht gänzlich zu vermeiden", sagte die rechts- und verbraucherpolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU), der Tageszeitung Die Welt. Dies dürfe nicht für eine teure Abmahnwelle missbraucht werden. "Die Politik ist gefordert, diesem Treiben schnell einen Riegel vorzuschieben."

Stellenmarkt
  1. Bundesanstalt für Post und Telekommunikation Deutsche Bundespost, Bonn, Stuttgart
  2. Allianz Deutschland AG, Stuttgart

Dem Bericht zufolge will die Unionsfraktion die erforderliche Gesetzesänderung noch vor der Sommerpause beschließen. Dafür will man das laufende Gesetzgebungsverfahren zur Einführung einer Musterfeststellungsklage für Verbraucher nutzen und diesen Gesetzestext um eine entsprechende Passage ergänzen. "Da der Gesetzentwurf schon am 6. Juli im Bundesrat verabschiedet wird, könnte nach der Ausfertigung des Gesetzes durch den Bundespräsidenten die Aussetzung der Abmahngebühren noch im Juli in Kraft treten", sagte Winkelmeier-Becker.

Schonfrist nur für zwölf Monate

Allerdings soll der Schutz nicht dauerhaft gelten. Die Abmahnungsgebühr soll für einen Zeitraum von zwölf Monaten nicht mehr gefordert werden dürfen. Ob der Koalitionspartner SPD den Plänen zustimmt, ist noch offen. "Wir werden uns den Vorschlag anschauen", sagte Johannes Fechner, rechtspolitischer Sprecher der SPD, der Welt. Grundsätzlich begrüße er es aber, wenn nun auch die Unionsfraktion möglichst zügig missbräuchliche Abmahnungen unterbinden wolle.

Unter Juristen ist es weiterhin strittig, ob es wie bisher weiter möglich ist, Datenschutzverstöße eines Wettbewerbers nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) anwaltlich abmahnen zu lassen. Ein solcher Verstoß könnte beispielsweise darin bestehen, keine Datenschutzerklärung auf seiner Internetseite veröffentlicht zu haben oder andere Bestimmungen der DSGVO zu missachten. Inzwischen gibt es Berichte über erste Abmahnungen nach Inkrafttreten der neuen Regelungen. Von einer großflächigen Abmahnwelle ist jedoch noch nicht die Rede.

Buermeyer: Erster Hinweis kostenlos

Wie ein solches Abmahnverbot aussehen könnte, zeigt das Beispiel der sogenannten Störerhaftung bei offenen WLAN-Hotspots. In diesem Fall hatte die große Koalition im vergangenen Juni das Telemediengesetz geändert, um kostenpflichtige Unterlassungserklärungen zu unterbinden, wenn Nutzer von offenen WLANs beispielsweise Urheberrechtsverstöße begehen.

Kritiker des Abmahnwesens geht die vorübergehende Schonfrist jedoch nicht weit genug. So forderte der Jurist Ulf Buermeyer in einem Interview mit Netzpolitik.org, dass erste Hinweise auf Datenschutzverstöße immer kostenfrei sein sollten. "Wenn ein Empfänger dann auf seinem Verstoß beharrt, kann er unter Umständen immer noch kostenpflichtig verklagt werden", sagte Buermeyer.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals bei Alternate.de
  2. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  3. 49,70€

DerDa81 07. Jun 2018

Ich kann beide Seiten verstehen. Aber mehr die Seite der Webseitenbetreiber...

Xiut 06. Jun 2018

Vor Gericht ziehen und eine Abmahnung sind aber etwas komplett unterschiedliches... Und...

Schrödinger's... 06. Jun 2018

Wie in einem anderen Beitrag schon geschrieben: Quatsch, dann wird halt direkt geklagt...

Anonymer Nutzer 06. Jun 2018

Es geht darum vorzubeugen damit erst kein reeller Schaden entsteht.

Yash 06. Jun 2018

Die dritte Seite: Unsere Regierung hat es versäumt, nationale Rahmenbedingungen zu...


Folgen Sie uns
       


Ghost Recon Breakpoint Gameplay

Elitesoldaten auf einer Insel? Dabei kommt zumindest in Ghost Recon Breakpoint kein Urlaub heraus, sondern ein Kampf zwischen zwei letztlich gleich starken Fraktionen - unser Können entscheidet!

Ghost Recon Breakpoint Gameplay Video aufrufen
Sonos Move im Test: Der vielseitigste Lautsprecher von Sonos
Sonos Move im Test
Der vielseitigste Lautsprecher von Sonos

Der Move von Sonos überzeugt durch Bluetooth und ist dank Akku und stabilem Gehäuse vorzüglich für den Außeneinsatz geeignet. Bei den Funktionen ist der Lautsprecher leider nicht so smart wie er sein könnte.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Update für Multiroom-Lautsprecher Sonos-App spielt keine lokalen Inhalte mehr vom iPhone ab
  2. Smarter Lautsprecher Erster Sonos-Lautsprecher mit Akku und Bluetooth
  3. Soundbars Audiohersteller Teufel investiert in eigene Ladenkette

Umwelt: Grüne Energie aus der Toilette
Umwelt
Grüne Energie aus der Toilette

In Hamburg wird in bislang nicht gekanntem Maßstab getestet, wie gut sich aus Toilettenabwasser Strom und Wärme erzeugen lassen. Außerdem sollen aus dem Abwasser Pflanzennährstoffe für die Landwirtschaft gewonnen werden. Dafür müssen aber erst einmal die Schadstoffe aus den Gärresten gefiltert werden.
Von Monika Rößiger

  1. Fridays for Future Klimastreiks online und offline

Elektrautos auf der IAA: Die Gezeigtwagen-Messe
Elektrautos auf der IAA
Die Gezeigtwagen-Messe

IAA 2019 Viele klassische Hersteller fehlen bei der IAA oder zeigen Autos, die man längst gesehen hat. Bei den Elektroautos bekommen alltagstaugliche Modelle wie VW ID.3, Opel Corsa E und Honda E viel Aufmerksamkeit.
Ein Bericht von Dirk Kunde

  1. Elektromobilität Stromwirtschaft will keine Million öffentlicher Ladesäulen
  2. Umfrage Kunden fühlen sich vor Elektroautokauf schlecht beraten
  3. Batterieprobleme Auslieferung des e.Go verzögert sich

    •  /