DSGVO: Noyb geht gegen rechtswidrige Cookie-Banner vor

Trotz Warnung blieben viele Firmen bei ihren rechtswidrigen Cookie-Bannern. Die Datenschutzorganisation Noyb hat über 400 Beschwerden eingereicht.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Manche Cookies haben viele Augen.
Manche Cookies haben viele Augen. (Bild: sheri silver/Unsplash)

Die europäische Datenschutzorganisation Noyb legt in ihrem Kampf gegen rechtswidrige Cookie-Banner nach. Die von Max Schrems gegründete Datenschutzorganisation stellt 422 formelle Beschwerden bei zehn Datenschutzbehörden. Im Mai hatte Noyb mehr als 500 Unternehmen angeschrieben und sie auf ihre rechtswidrigen Cookie-Banner hingewiesen.

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Nach den Schreiben an mehr als 500 Unternehmen am 31. Mai seien 42 Prozent aller Verstöße auf mehr als 516 Websites beseitigt worden, teilte Noyb mit. Von diesen hätten 68 Prozent bereits angekreuzte Kästchen entfernt, 46 Prozent änderten irreführende Farben der Zustimm- und Ablehn-Buttons und 42 Prozent fügten eine Ablehn-Option hinzu.

22 Prozent hätten zudem die Behauptung entfernt, ein berechtigtes Interesse zu verfolgen und daher die Nuzter auch ohne Zustimmung tracken zu dürfen. Insgesamt seien 1.028 einzelne Verstöße auf 516 Webseiten beseitigt worden, teilte Noyb mit. Zu den Unternehmen, die die Verwendung von Dark Pattern zur Einholung der Zustimmung vollständig eingestellt haben, gehörten den Angaben zufolge globale Marken wie Mastercard, Procter & Gamble, Forever 21, Seat oder Nikon.

Dark Pattern sind Bedienoberflächen, die Nutzer zu einer Handlung bringen sollen, die nicht ihren eigentlichen Absichten entspricht. Im Fall von Cookie-Hinweisen werden Buttons, Aufbau und Beschriftung gezielt so gewählt, dass die Website-Besucher am ehesten eine datenschutzunfreundliche Auswahl treffen.

Amazon, Twitter und Google weigern sich

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Die rechtswidrigen Cookie-Banner hatte Noyb mit einer selbstgeschriebenen Software erkannt und automatisch Beschwerdeschreiben generiert. Nicht in der Statistik waren jedoch die ebenfalls rechtswidrigen Cookie-Banner von großen Webseiten wie Google, Amazon, Twitter und Facebook.

Diese analysierten die Datenschützer manuell und sie schrieben die betroffenen Unternehmen an: "Größere Akteure und Seiten, die stark von Werbung abhängig sind, haben unsere Verwarnung weitgehend ignoriert. Sie argumentieren teilweise offen, dass sie das Recht hätten, Nutzer mit Manipulationen zu einem Klick auf den 'Okay'-Button zu bringen ", erklärte Max Schrems. Auch gegen diese seien nun Beschwerden bei den Datenschutzbehörden eingereicht worden.

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Die Berliner Datenschutzbeauftragte teilte am 9. August 2021 ebenfalls mit, 50 Berliner Webseitenbetreibende auf ihre rechtswidrigen Cookie-Banner hingewiesen zu haben. Sollten sie dies nicht ändern, drohe ihnen ein Bußgeld.

Um die Cookie-Banner komplett überflüssig zu machen, veröffentlichte die Datenschutzorganisation im Juni eine neue Browserschnittstelle, die sie gemeinsam mit dem Sustainable Computing Lab (CSL) der Wirtschaftsuniversität Wien entwickelte. Angelehnt sei Advanced Data Protection Control (ADPC) an Opt-Out-Ansätze wie Do not Track oder Global Privacy Control, die allerdings mit ihrem binären Ansatz den Anforderungen nicht gerecht werden könnten, schreibt Noyb.

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AreUsernamesPer... 13. Aug 2021

Golem ist leider nicht dabei, dafür aber Heise, Spiegel Online, Zeit Online, die FAZ, der...

mtr (golem.de) 10. Aug 2021

Hallo, Danke für den Hinweis. Haben wir nun gefixt. Viele Grüße Moritz

john4344 10. Aug 2021

Weiß jemand, ob und wie man bei noyb Seiten melden kann? Ich hab mittlerweile auch eine...

peddy_hh 10. Aug 2021

Kann man irgendwo die Liste bzw. aktuellen Stände der Verfahren der betroffenen Websites...



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