DSGVO: Millionenstrafe für Dating-App Grindr

Grindr verstößt laut der norwegischen Datenschutzbehörde gegen die DSGVO. Schon früher wurde das Datensendeverhalten der Dating-App untersucht.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Die Dating-App Grindr
Die Dating-App Grindr (Bild: Leon Neal/Getty Images)

Die Dating-App Grindr steht in Norwegen wegen Verstoßes gegen Datenschutzbestimmungen vor einer Geldstrafe in Höhe von umgerechnet knapp zehn Millionen Euro. "Wir haben Grindr benachrichtigt, dass wir beabsichtigen, eine Verwaltungsstrafe in Höhe von 100.000.000 norwegischen Kronen wegen Nichteinhaltung der DSGVO-Zustimmungsregeln zu verhängen", teilte die norwegische Datenschutzaufsicht am 26. Januar 2021 mit. Das entspricht rund 9,6 Millionen Euro.

Stellenmarkt
  1. Systementwickler (m/w/d)
    Mobile Trend GmbH, Flensburg
  2. Softwareentwickler (m/w/d)
    M-IT Lösungen GmbH, Martinsried bei München
Detailsuche

Die Behörde sei vorläufig zu dem Schluss gekommen, dass Grindr Nutzerdaten ohne rechtliche Grundlage mit einer Reihe von Drittparteien geteilt habe, erklärte Generaldirektor Bjørn Erik Thon. Das Unternehmen habe damit gegen die Europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) verstoßen.

Grindr ist eine beliebte und weit verbreitete Dating-App, die sich an Homo-, Bi- und Transsexuelle richtet. Das Unternehmen hat nun bis zum 15. Februar Zeit, auf die Einschätzungen der Behörde zu reagieren. Danach wollen die Datenschützer ihren endgültigen Beschluss fassen.

Die in Wien ansässige Datenschutzorganisation Noyb hält es für unwahrscheinlich, dass sich am Ergebnis der Datenschützer noch etwas ändert, wenn Grindr Einspruch gegen den Bescheid einlegt. Der norwegische Verbraucherrat hatte im vergangenen Jahr gemeinsam mit Noyb Beschwerde gegen die App eingereicht und angeführt, Grindr teile persönliche Daten seiner Nutzer gesetzeswidrig zu Marketingzwecken mit Drittparteien. Dazu zählten Profil- und Standortdaten sowie die grundsätzliche Tatsache, dass die entsprechende Person auf Grindr sei.

Grindr verfolgt rechtswidrige Praxis

Golem Akademie
  1. Linux-Systeme absichern und härten
    8.-10. November 2021, online
  2. CEH Certified Ethical Hacker v11
    8.-12. November 2021, online
  3. Netzwerktechnik Kompaktkurs
    8.-12. November 2021, online
Weitere IT-Trainings

Die Datenschutzbehörde in Norwegen ist zu dem Schluss gekommen, dass eine pauschale Einwilligung zu einer derartigen Datenverarbeitung, wie sie Grindr vorsieht, nicht rechtens sei. Zudem würden die Nutzer nicht richtig informiert und könnten Verarbeitungsarten wie Werbung nicht widersprechen. Die Nutzer müssten eine echte Wahl haben, betonte die Behörde.

"Die Botschaft ist einfach: 'Friss oder stirb' ist keine gültige Einwilligung. Wer sich auf eine unrechtmäßige Einwilligung verlässt, muss mit einer saftigen Geldstrafe rechnen. Das betrifft nicht nur Grindr, sondern viele Webseiten und Apps", sagte Ala Krinickytė, zuständige Datenschutzjuristin bei Noyb.

In einer Studie der Datenschutzorganisation und des norwegischen Verbraucherschutzverbandes wurden letztes Jahr zehn Dating-Apps untersucht. Diese sendeten Daten an 135 Trackingunternehmen, neben persönlichen und intimen Informationen wurde dabei häufig die Werbe-ID des Smartphones mitgesendet.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Google
Neues Pixel 6 kostet 650 Euro

Das Pixel 6 Pro mit Telekamera und schnellerem Display kostet ab 900 Euro. Google verbaut erstmals einen eigenen Prozessor.

Google: Neues Pixel 6 kostet 650 Euro
Artikel
  1. M1 Pro/Max: Dieses Apple Silicon ist gigantisch
    M1 Pro/Max
    Dieses Apple Silicon ist gigantisch

    Egal ob AMD-, Intel- oder Nvidia-Hardware: Mit dem M1 Pro und dem M1 Max schickt sich Apple an, die versammelte Konkurrenz zu düpieren.
    Eine Analyse von Marc Sauter

  2. Klimaforscher: Das Konzept der Klimaneutralität ist eine gefährliche Falle
    Klimaforscher
    Das Konzept der Klimaneutralität ist eine gefährliche Falle

    Mit der Entnahme von CO2 in den nächsten Jahrzehnten netto auf null Emissionen zu kommen, klingt nach einer guten Idee. Ist es aber nicht, sagen Klimaforscher.
    Von James Dyke, Robert Watson und Wolfgang Knorr

  3. Kalter Krieg 2.0?: Die Aufregung um Chinas angebliche Hyperschallwaffe
    Kalter Krieg 2.0?
    Die Aufregung um Chinas angebliche Hyperschallwaffe

    Die Volksrepublik China soll eine Hyperschallwaffe getestet haben. China dementiert die Vorwürfe aber und sagt, es wäre ein Raumschiff gewesen.
    Eine Analyse von Patrick Klapetz

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Week: Bis zu 16% auf SSDs & RAM von Adata & bis zu 30% auf Alternate • 3 Spiele für 49€: PC, PS5 uvm. • Switch OLED 369,99€ • 6 Blu-rays für 40€ • MSI 27" Curved WQHD 165Hz HDR 479€ • Chromebooks zu Bestpreisen • Alternate (u. a. Team Group PCIe-4.0-SSD 1TB 152,90€) [Werbung]
    •  /