DSGVO: Mehr als 12.000 Datenpannen in Deutschland gemeldet

In der EU sind seit Inkrafttreten der DSGVO mehr als 40.000 Datenpannen registriert worden, die meisten davon in Deutschland. Was genau hinter den Verletzungen des Datenschutzes steckt, wird jedoch nicht erfasst.

Artikel veröffentlicht am ,
Mehr als 40.000 Datenpannen wurden auf Basis der DSGVO in Europa gemeldet.
Mehr als 40.000 Datenpannen wurden auf Basis der DSGVO in Europa gemeldet. (Bild: EU-Kommission)

Die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) hat im ersten halben Jahr zu zahlreichen Meldungen von Datenpannen geführt. Bis Ende Januar 2019 wurden in der gesamten Europäischen Union 41.502 Vorfälle gemeldet, wie aus einer Übersichtsgrafik der EU-Kommission hervorgeht (PDF). In Deutschland habe es bis Ende 2018 insgesamt 12.256 Meldungen gegeben, teilte der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber auf Anfrage von Golem.de mit. Was hinter den Fällen im Detail steckt, ist jedoch unklar.

Stellenmarkt
  1. Head of Customer Segment Management (m/w/d)
    Fressnapf Holding SE, Krefeld
  2. Space Application Test-System Entwickler (m/f/d)
    Astos Solutions GmbH, Stuttgart
Detailsuche

Nach Artikel 33 der DSGVO müssen verantwortliche Datenverarbeiter eine Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten innerhalb von 72 Stunden den Aufsichtsbehörden melden. Nach Artikel 34 müssen die Verantwortlichen in bestimmten Fällen auch die Betroffenen informieren. Allerdings nur dann, wenn die Verletzung "voraussichtlich ein hohes Risiko für die persönlichen Rechte und Freiheiten natürlicher Personen zur Folge" hat.

Viele Fälle sind meldepflichtig

Die bayerische Landesdatenschutzbehörde nennt als Beispiele für solche Datenpannen "eine Webanwendung, die eine bislang unbekannte SQL-Injection-Lücke aufweist, ein neuer Bug im Webserver, der einen Vollzugriff auf Systemebene ermöglicht, ein verloren gegangener USB-Stick oder ein Einbruch in den schlecht gesicherten Serverraum, der mit einem Verlust der Backup-Platten einhergeht". Auch der Verlust eines Laptops mit Kundendaten wäre meldepflichtig. Sind die Daten auf einem verlorenen Laptop hingegen verschlüsselt, müssen zumindest die Betroffenen nicht informiert werden.

Zu den meldepflichtigen Verstößen gehörten zudem die Hacks von Politikern, die Anfang Januar 2019 bekannt geworden waren. Hier wurden Betroffene, deren persönliche Daten veröffentlicht worden waren, von Bundestagsabgeordneten informiert, deren Konten gehackt worden waren.

Golem Akademie
  1. Masterclass: Data Science mit Pandas & Python
    22.-23. November 2021, online
  2. Netzwerktechnik Kompaktkurs
    8.-12. November 2021, online
  3. Kotlin für Java-Entwickler
    14.-15. Oktober 2021, online
Weitere IT-Trainings

Eine Aufschlüsselung nach Themen sei bei den Datenpannen "mangels entsprechender Statistik leider nicht möglich", sagte ein Sprecher des Bundesdatenschutzbeauftragten. Auch die EU-Kommission konnte auf Nachfrage von Golem.de keine weiteren Details zu den Zahlen nennen. Eine Sprecherin bestätigte lediglich, dass Deutschland von allen Mitgliedstaaten die meisten Meldungen erhalten habe.

Zu den bekannt gewordenen Verstößen zählte ein Datenleak beim Chatanbieter Knuddels. Dieses wurde mit einem Bußgeld in Höhe von 20.000 Euro geahndet.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Drucker
Ohne Tinte kein Scan - Klage gegen Canon

In den USA wurde eine Sammelklage gegen Canon eingereicht: Klagegrund ist, dass einige 3-in-1-Geräte nur scannen, wenn Tinte vorhanden ist.

Drucker: Ohne Tinte kein Scan - Klage gegen Canon
Artikel
  1. Microsoft: Xbox-Kühlschrank kostet 100 Euro
    Microsoft
    Xbox-Kühlschrank kostet 100 Euro

    Microsoft bringt wie angekündigt einen Minikühlschrank im Design der Xbox Series X auf den Markt, der auch nach Deutschland kommen wird.

  2. Silicon Valley: Apple entlässt #Appletoo-Aktivistin
    Silicon Valley
    Apple entlässt #Appletoo-Aktivistin

    Apple hat Janneke Parrish gekündigt, die sich für die Offenlegung von Diskriminierung in dem Unternehmen einsetzte. Auch Netflix entlässt offenbar eine Aktivistin.

  3. Streaming: Squid Game soll Netflix 900 Millionen US-Dollar bringen
    Streaming
    Squid Game soll Netflix 900 Millionen US-Dollar bringen

    Die südkoreanische Serie Squid Game ist dabei, sich zu Netflix' größtem Erfolg zu entwickeln: Die Survival-Serie bricht mehrere Rekorde.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Week: Bis zu 37% Rabatt auf Corsair-Produkte • Mehrwertsteuer-Aktion bei MediaMarkt • Crucial BX500 1 TB 69€ • Aerocool Aero One White 41,98€ • Creative Sound BlasterX G5 89,99€ • Alternate (u. a. AKRacing Core SX 248,99€) • Gamesplanet Anniv. Sale Classic & Retro [Werbung]
    •  /