DSGVO-Beschwerde: Anonymisierung reicht als Löschverfahren aus

Die EU-Datenschutz-Grundverordnung räumt den Nutzern ein Recht auf die Löschung ihrer Daten ein. Doch Anbieter haben nach Ansicht der österreichischen Datenschutzbehörde verschiedene Möglichkeiten, dem Verlangen zu entsprechen.

Artikel veröffentlicht am ,
Nutzer können sich das Löschverfahren ihrer Daten bei Anbietern nicht aussuchen.
Nutzer können sich das Löschverfahren ihrer Daten bei Anbietern nicht aussuchen. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Das sogenannte Recht auf Löschung personenbezogener Nutzerdaten verpflichtet Anbieter nicht zu einer sofortigen Vernichtung der Daten in ihren Systemen. Das geht aus einer Entscheidung der österreichischen Datenschutzbehörde (DSB) vom Dezember 2018 hervor. Demnach reicht auf Grundlage der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) eine Anonymisierung der Daten aus, nach der eine Rekonstruktion des Personenbezugs "ohne unverhältnismäßigen Aufwand" nicht mehr möglich ist. Eine völlige Irreversibilität sei nicht notwendig.

Stellenmarkt
  1. Mitarbeiter/in im Support (w/m/d) 1st Level
    HKS Systeme GmbH, Paderborn
  2. Mitarbeiter IT/IT-Systemadmnistrator (m/w/d)
    S-PensionsManagement GmbH, Köln
Detailsuche

Hintergrund des Streits war die Anfrage eines österreichischen Nutzers bei einer Versicherung. Unter Berufung auf Artikel 17 der DSGVO hatte er anschließend die "unverzügliche" Löschung der bei der Anfrage eingegebenen Daten verlangt, da sie für den Zweck, für den sie erhoben worden waren, nicht mehr benötigt würden. Die Versicherung teilte dem Nutzer mit, sie habe die Daten "DSGVO-konform anonymisiert". Eine Rückführbarkeit auf seine Person sei unwiderruflich ausgeschlossen. Die anonymisierten Daten würden beim nächsten automatischen Löschlauf im März 2019 endgültig aus den Systemen gelöscht.

Löschung nicht gleich Vernichtung

Das reichte dem Nutzer jedoch nicht aus, so dass er sich bei der Datenschutzbehörde beschwerte. Diese hielt jedoch das Anonymisierungsverfahren der Versicherung für ausreichend. Denn nach Ansicht der Behörde macht die DSGVO keine konkreten Angaben darüber, wie eine Löschung von personenbezogenen Daten umgesetzt werden muss. In Artikel 4, Ziffer 2 würden zudem Löschung und Vernichtung von Daten "als alternative Formen der Verarbeitung aufgeführt", die nicht zwingend deckungsgleich seien. "Daraus erhellt, dass eine Löschung nicht zwingend eine endgültige Vernichtung voraussetzt", schreibt die Behörde.

Vielmehr stehe dem verantwortlichen Datenverarbeiter hinsichtlich der vorgenommenen Art und Weise der Löschung ein Auswahlermessen zu. Da die DSGVO auf anonymisierte Daten keine Anwendung finde (Erwägungsgrund 26), reiche eine Anonymisierung als Löschmethode aus.

Golem Akademie
  1. Webentwicklung mit React and Typescript: virtueller Fünf-Halbtage-Workshop
  2. Java EE 8 Komplettkurs: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    24.–28. Januar 2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Im konkreten Fall hatte die Versicherung dargelegt, die Daten des betroffenen Nutzers teilweise sofort vernichtet, teilweise mit Dummy-Daten (Max Mustermann) überschrieben zu haben. Damit wären keine personenbezogenen Daten und somit keine identifizierenden Merkmale mehr vorhanden, die mit der ursprünglichen Onlineanfrage des Kunden in Verbindung gebracht werden könnten. Auch aus den Logdaten könne die ursprüngliche Anfrage nicht mehr mit dem Nutzer verknüpft werden.

Der DSB zufolge entspricht die Entfernung des Personenbezugs bereits einer Löschung. Hinsichtlich des konkreten Mittels der Löschung bestehe somit "kein Wahlanspruch der betroffenen Person".

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Bundesservice Telekommunikation  
Die dubiose Adresse in Berlin-Treptow

Angeblich hat das Innenministerium nichts mit dem Bundesservice Telekommunikation zu tun. Doch beide teilen sich offenbar ein Bürogebäude.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

Bundesservice Telekommunikation: Die dubiose Adresse in Berlin-Treptow
Artikel
  1. Reddit: IT-Arbeiter automatisiert seinen Job angeblich vollständig
    Reddit
    IT-Arbeiter automatisiert seinen Job angeblich vollständig

    Ein anonymer IT-Spezialist will unbemerkt seinen Job vollständig automatisiert haben. Dem Arbeitgeber sei dies seit einem Jahr nicht aufgefallen.

  2. E-Mail: Outlook-Suche in MacOS 12.1 ist noch immer kaputt
    E-Mail
    Outlook-Suche in MacOS 12.1 ist noch immer kaputt

    Seit Wochen ärgern sich Outlook-User darüber, dass die E-Mail-Suche unter MacOS 12.1 nicht mehr richtig funktioniert. Ein Fix ist in Arbeit.

  3. Spielebranche: Microsoft will Activision Blizzard übernehmen
    Spielebranche
    Microsoft will Activision Blizzard übernehmen

    Diablo und Call of Duty gehören bald zu Microsoft: Der Softwarekonzern will Activision Blizzard für rund 70 Milliarden US-Dollar kaufen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 Digital inkl. 2. Dualsense bestellbar • RTX 3080 12GB bei Mindfactory 1.699€ • Samsung Gaming-Monitore (u.a. G5 32" WQHD 144Hz Curved 299€) • MindStar (u.a. GTX 1660 6GB 499€) • Sony Fernseher & Kopfhörer • Samsung Galaxy A52 128GB 299€ • CyberGhost VPN 1,89€/Monat [Werbung]
    •  /