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DSAG: SAP-Anwender begrüßen Prüfung durch EU-Kommission

Die SAP-Anwenderunternehmen wollen, dass die EU-Kommission ihnen hilft – betonen aber mehrfach, dass man SAP nicht schaden dürfe.
/ Achim Sawall
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SAP-Vorstand Thomas Saueressig (Product Engineering) hält die Keynote auf dem DSAG-Jahreskongress 2024. (Bild: DSAG)
SAP-Vorstand Thomas Saueressig (Product Engineering) hält die Keynote auf dem DSAG-Jahreskongress 2024. Bild: DSAG

Die deutschsprachige SAP-Anwendergruppe (DSAG) hat das Verfahren der Europäischen Kommission gegen SAP begrüßt. Das geht aus einer Stellungnahme der Industrieorganisation an Golem vom 26. September 2025 hervor. Gegenstand sind Teile der SAP-Richtlinien für Wartung und Support von On-Premise-Produkten im Bereich Enterprise Resource Planning (ERP).

Für die mehr als 4.000 Mitgliedsunternehmen "steht im Vordergrund, dass Verträge transparent, fair und nachvollziehbar sind – hierzu stehen wir mit SAP von jeher in einem engen Austausch. Gerade in einem Umfeld sich schnell wandelnder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen brauchen Unternehmen heutzutage die Freiheit, Leistungen dort zu beziehen, wo sie am besten zu ihren Anforderungen passen."

Die Wettbewerbsbehörde kritisierte, dass SAP von seinen Kunden verlangt, Wartung und Support für ihre gesamte On-Premises-ERP-Software von SAP durch den Hersteller zu beziehen. SAP verhindere dadurch, dass Kunden Wartung und Service für ungenutzte Softwarelizenzen kündigen und berechne Kunden nach einer Unterbrechung in einigen Fällen alle Kosten nach. Die Kommission befürchtet, dass die "Praktiken ein ausbeuterisches Verhalten gegenüber SAP-Kunden darstellen" , was als unlautere Geschäftsbedingungen eingestuft werden könnte.

Doch die deutschsprachige SAP-Anwendergruppe macht sehr deutlich, dass man SAP auf keinen Fall schaden wolle. "Uns ist es wichtig, dass mögliche Anpassungen im Geschäftsmodell mit Augenmaß erfolgen, damit der laufende Betrieb und die Investitionssicherheit der Unternehmen nicht gefährdet werden. Als DSAG stehen wir mit den Beteiligten in engem Austausch." Daher sei man positiv gestimmt, dass die aktuell diskutierten Punkte im Sinne der Mitgliedsunternehmen zeitnah zu einem Ergebnis geführt werden.

Im Dialog zwischen SAP, der EU-Kommission und den Anwendern wolle man "Wettbewerb und Innovation" sicherstellen, "ohne die Stabilität und das Vertrauen in die Partnerschaft zwischen SAP und den SAP-Kunden zu gefährden" .


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