• IT-Karriere:
  • Services:

Parameter mit Hintertür

Die Diskussion um Parameter mit Hintertüren wird immer wieder geführt. So gibt es einige Vorbehalten gegenüber den elliptischen Kurven, die das NIST 1999 standardisiert hat. Diese wurden von einem NSA-Mitarbeiter entwickelt und aus Konstanten erzeugt wurden, deren Herkunft völlig unklar ist. Dem Kryptographen Jean-Philippe Aumasson gelang es, eine leicht modifizierte Variante des SHA-1-Algorithmus zu erzeugen, die sich deutlich schneller angreifen lässt.

Stellenmarkt
  1. Statistisches Bundesamt, Wiesbaden
  2. Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz

Vor einigen Monaten zeigte David Wong bereits, wie sich eine Hintertür in Parametern für Diffie-Hellman verstecken lässt. Allerdings war bei Wongs Angriff der Parameter keine Primzahl mehr, damit ist leicht erkennbar, dass diese Hintertür-Parameter nicht korrekt sind.

Der einzige Fall, in dem eine Hintertür in einem kryptographischen Algorithmus als sicher gilt, ist der von der NSA entwickelte Zufallszahlengenerator Dual EC DRBG. Dieser wurde beispielsweise von der Firma RSA Inc. eingesetzt, RSA erhielt dafür von der NSA 10 Millionen Dollar. In einem besonders mysteriösen Fall wurde in den Produkten der Firma Juniper Dual EC eingesetzt, die Parameter wurden dabei mehrfach offenbar von unbekannten Personen geändert. Die Vorfälle bei Juniper wurden nie aufgeklärt.

Parameter müssen erklärbar sein

Klar dürfte sein, dass in Zukunft alle kryptographischen Algorithmen ihre Parameter-Wahl genau erklären müssen. DSA wird generell nur noch selten eingesetzt, da der Algorithmus auch weitere Schwächen hat. In TLS waren DSA-Zertifikate nie sehr verbreitet, jüngste Versionen von OpenSSH haben die Unterstützung für DSA standardmäßig deaktiviert. Einzig bei PGP-Schlüsseln hat DSA noch eine gewisse Relevanz.

Der klassische Diffie-Hellman-Schlüsselaustausch wird auch immer seltener eingesetzt, da sich inzwischen die Verwendung des schnelleren Elliptic-Curve-Diffie-Hellman-Algorithmus fast überall durchgesetzt hat. Wer weiterhin Diffie Hellman verwendet, sollte die Parameter entweder selbst generieren oder auf nachvollziehbare Parameter wie die aus RFC 7919 setzen.

Bei elliptischen Kurven setzen immer mehr Produkte auf Curve25519 von Daniel Bernstein. Auch in TLS wird der darauf basierende Schlüsselaustausch Curve25519 inzwischen häufig genutzt, obwohl der entsprechende RFC sich immer noch im Entwurfsstadium befindet. Curve25519 verwendet ein Verfahren, bei dem genau nachvollziehbar ist, aufgrund welcher Eigenschaften die Parameter gewählt wurden.

Der verbreitete RSA-Algorithmus besitzt keine vergleichbaren Parameter, in denen sich eine Hintertür verstecken könnte und ist damit unproblematisch.

Die Diskussion um Hintertüren in kryptographischen Parametern ist begrüßenswert, und es ist sicher sinnvoll, bei allen Algorithmen nach unerklärten Konstanten und Parametern zu suchen. Einen Grund zur Panik gibt es allerdings nicht. Bislang ist kein einziger Fall bekannt, in dem ein gängiger Algorithmus durch eine derartige Hintertür angegriffen wurde.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 DSA und Diffie Hellman: Primzahlen können Hintertür enthalten
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals bei Alternate.de
  2. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)

Mingfu 14. Okt 2016

Ein einfacher Test wäre der Fermatsche Primzahltest. Real wird eher der Miller-Rabin...

Mingfu 12. Okt 2016

Nein, es sind keine schwachen Primzahlen im klassischen Sinne. Denn das Berechnen des...

Ovaron 12. Okt 2016

Sorgfalt bei der Formulierung der Satzaussage kann Leben retten. Auch hier wäre mehr...

Kleba 12. Okt 2016

Also wenn dann sollte ein "@Golem" in den Titel um die nötige Aufmerksamkeit zu erzeugen ;-)


Folgen Sie uns
       


Core i7-1185G7 (Tiger Lake) im Test: Gut gebrüllt, Intel
Core i7-1185G7 (Tiger Lake) im Test
Gut gebrüllt, Intel

Dank vier äußerst schneller CPU-Kerne und überraschend flotter iGPU gibt Tiger Lake verglichen zu AMDs Ryzen 4000 eine gute Figur ab.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Tiger Lake Überblick zu Intels 11th-Gen-Laptops
  2. Project Athena 2.0 Evo-Ultrabooks gibt es nur mit Windows 10
  3. Ultrabook-Chip Das kann Intels Tiger Lake

Verkehrswende: Zaubertechnologie statt Citybahn
Verkehrswende
Zaubertechnologie statt Citybahn

In Wiesbaden wird um den Bau einer Straßenbahn gestritten, eine Bürgerinitiative kämpft mit sehr kuriosen Argumenten dagegen.
Eine Recherche von Hanno Böck

  1. Fernbus Roadjet mit zwei WLANs und Maskenerkennung gegen Flixbus
  2. Mobilität Wie sinnvoll sind synthetische Kraftstoffe?

Java 15: Sealed Classes - Code-Smell oder moderne Erweiterung?
Java 15
Sealed Classes - Code-Smell oder moderne Erweiterung?

Was bringt das Preview Feature aus Java 15, wie wird es benutzt und bricht das nicht das Prinzip der Kapselung?
Eine Analyse von Boris Mayer

  1. Java JDK 15 geht mit neuen Features in die General Availability
  2. Java Nicht die Bohne veraltet
  3. JDK Oracle will "Schmerzen" von Java beheben

    •  /