Es ist mir noch nicht häufig passiert, dass Bekannte beim Einsteigen in ein Testfahrzeug im Grunde alle das Gleiche sagen. Beim DS No. 8 hingegen gab immer folgende zwei Kommentare: "Das sieht aus wie in einem Raumschiff!" und "Wo ist der Türgriff?" Tatsächlich hat die ehemalige Citroën-Marke DS, die mittlerweile eigenständig innerhalb der Stellantis-Familie agiert, mit dem No. 8 ein gleichzeitig futuristisch und eigenwillig anmutendes, aber auch sehr komfortables Auto geschaffen.
Ich habe für meinen Test die Long-Range-Version der Grundvariante Pallas in der niedrigsten Motorisierung mit 180 kW (245 PS) angefordert, weil sie die längste Reichweite hat. Zwischen 692 und 749 km mit einer Ladung gibt DS für das Fahrzeug an, was ein hoher Wert ist. Mich hat interessiert, was davon im Winter bei niedrigen Temperaturen, miesem Wetter und einer 700 km langen Strecke auf der Autobahn übrig bleibt – und war überrascht, wie viel es tatsächlich ist.
DS bezeichnet den No. 8 als ein SUV-Coupé, was es recht gut trifft. Vor allem vorne ist der No. 8 recht bullig, die Dachlinie fällt aber nach hinten ab – die typische Kastenform eines klassischen SUV fehlt dem Fahrzeug. Die Form ähnelt anderen Crossover-SUVs, wie etwa der des Kia EV6 , der allerdings kürzer und daher etwas kompakter wirkt. Außerdem fällt das Dach beim No. 8 stärker nach hinten ab.
Wuchtige Präsenz trotz Coupé-Dach
Das Fahrzeug ist mit 4.820 x 2.099 x 1.580 mm ähnlich gewaltig wie ein Fullsize-SUV – ein kleines Auto ist der No. 8 beileibe nicht. Das ist nicht nur an der Präsenz außen zu bemerken, sondern auch im Innenraum. Dort steht sowohl Passagieren als auch Gepäck reichlich Platz zur Verfügung: Vorne und hinten ist die Beinfreiheit großzügig, auch der Kopf hat hinten trotz abfallenden Dachs genügend Platz. In den Kofferraum passen 621, bei umgeklappten Rücksitzen 1.553 Liter – ich konnte drei prall gefühlte Grünschnittsäcke problemlos transportieren.
Das Design des No. 8 ist wie bereits angedeutet speziell – vor allem im Innenraum, aber auch bei einigen Details außen. Die LED-Scheinwerfer sind schmale Schlitze, die Tagfahrlichter darunter wirken wie Reißzähne. Die Front wird durch einen auffälligen Spoiler ergänzt, der den No. 8 in meinen Augen eher brachialer als sportlicher wirken lässt.
Bild 1/35: Die Mittelkonsole geht bis zum Armaturenbrett, darunter befindet sich eine weitere Ablage mit Becherhaltern. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Bild 2/35: In der Mittelkonsole ist zudem noch ein kleines Fach und ein größeres, klimatisiertes eingebaut. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Bild 3/35: Das Innenraumdesign des No. 8 ist elegant und ungewöhnlich. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Bild 4/35: Das Lenkrad hat seitliche Bedienelemente. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Bild 5/35: Die Speichen des Lenkrads sind in einer recht ungewöhnlichen X-Form verbaut, was für die Hände erstaunlich bequem ist. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Bild 6/35: In der Mitte ist ein breites, aber nicht sonderlich hohes Display verbaut. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Bild 7/35: Die Becherhalter lassen sich herausnehmen, um mehr Platz im unteren Fach zu schaffen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Bild 8/35: In der Mittelkonsole findet sich die Stellantis-typische Schaltwippe für die Gangwahl. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Bild 9/35: Die Knöpfe für die Fensterheber haben eine ungewöhnliche Form. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Bild 10/35: Bei unserem Testfahrzeug lassen sich die Sitze elektronisch verstellen, inklusive Lordosenstütze. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Bild 11/35: Die hinteren Sitze haben eigene Klimadüsen und Sitzheizung. Außerdem lässt sich von hier aus der Beifahrersitz nach vorne bewegen, um mehr Beinfreiheit zu schaffen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Bild 12/35: Das geräumige Cockpit mit dem ungewöhnlichen Lenkrad (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Bild 13/35: Hinten sitzen Passagiere sehr bequem und haben eine gute Beinfreiheit; im Foto befindet sich der Fahrersitz etwas weiter hinten als während der Fahrt. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Bild 14/35: Der Kofferraum ist mit 621 Litern sehr geräumig. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Bild 15/35: Werden die Rücksitze umgeklappt, passt eine Menge in den No. 8.
Bild 16/35: Die Kameras beim Rückwärtsfahren sind an sich gut, bis auf das Problem mit der dauerbeschlagenen Kamera. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Bild 17/35: Der No. 8 fährt sich sehr angenehm und ruhig, obwohl unser Modell nicht das sich selbst anpassende Fahrwerk hat. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Bild 18/35: Die Elemente auf dem Fahrdisplay sind übersichtlich. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Bild 19/35: Über das HUD werden verschiedene Informationen angezeigt. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Bild 20/35: Der DS No. 8 ist ein großes SUV-Coupé. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Bild 21/35: Die Front hat ein markantes Aussehen mit nach unten ragendem Tagfahrlicht. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Bild 22/35: Sie Seitenlinie des No. 8 ist eher dezent. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Bild 23/35: Das Dach fällt nach hinten ab. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Bild 24/35: Das Heck des No. 8 hat ungewöhnliche Rücklichter. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Bild 25/35: Der No. 8 hat einen kleinen Spoiler. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Bild 26/35: Die Verarbeitung des DS ist sowohl außen als auch innen sehr hochwertig. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Bild 27/35: Der Innenraum hat eine Ambientebeleuchtung, die vor allem im Dunkeln sehr gut zur Wirkung kommt. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Bild 28/35: Anstelle des optischen Rückspiegels lässt sich auch ein digitaler verwenden, der vor allem im Dunkeln eine bessere Sicht bietet. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 29/35: Mit der Rückfahrkamera hatten wir bei unserem Testfahrzeug ein Problem: Die Kamera war an den Rändern immer beschlagen, Reinigen hat nicht geholfen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 30/35: Der No. 8 hat gute Rundumkameras und eine 360-Grad-Ansicht. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 31/35: Der Startbildschirm des Infotainment-Displays lässt sich nach eigenen Vorlieben konfigurieren. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 32/35: Auf mehreren Seiten lassen sich Funktionen wie Widgets bei einem Smartphone in unterschiedlichen Größen platzieren. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 33/35: Auf der dritten Seite können App-Shortcuts abgelegt werden. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 34/35: Nicht nur das Display in der Mitte des Armaturenbrettes lässt sich konfigurieren, sondern auch die Kombination aus Fahrdisplay und HUD. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 35/35: Insgesamt lassen sich fünf Kombinationen konfigurieren, die während der Fahrt durch Knopfdruck gewechselt werden können. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Die Seite des No. 8 wird durch eine ganz leicht angedeutete Linie aufgelockert, zusammen mit einer schwarzen Leiste am Boden und einer Chrom-Zierleiste am Dach. Die Linie führt zu den ungewöhnlichen Rücklichtern, die quasi drei Zacken haben. Eine durchgehende Lichtleiste am Heck hat der No. 8 nicht, das dritte Bremslicht ist in der Mitte des kleinen Heckspoilers angebracht.
Insgesamt ist das äußere Design des No. 8 eher zurückhaltend, wird aber durch markante Extras aufgelockert. Beim Innenraum hat DS allerdings jegliche Zurückhaltung aufgegeben und setzt auf ein futuristisches, gleichzeitig aber durchaus stilvolles Design. Dabei werden einige Besonderheiten des Citroën DS und seiner Nachfolger aufgegriffen.