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DS No. 8 im Praxistest: Das Auto für die Winter-Langstrecke

Der DS No. 8 vereint auch im Winter auf der Langstrecke einen guten Verbrauch mit reichlich Akku-Kapazität – und ist auf langen Fahrten gemütlich.
/ Tobias Költzsch
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Der DS No. 8 (Bild: Martin Wolf/Golem)
Der DS No. 8 Bild: Martin Wolf/Golem

Es ist mir noch nicht häufig passiert, dass Bekannte beim Einsteigen in ein Testfahrzeug im Grunde alle das Gleiche sagen. Beim DS No. 8 hingegen gab immer folgende zwei Kommentare: "Das sieht aus wie in einem Raumschiff!" und "Wo ist der Türgriff?" Tatsächlich hat die ehemalige Citroën-Marke DS, die mittlerweile eigenständig innerhalb der Stellantis-Familie agiert, mit dem No. 8 ein gleichzeitig futuristisch und eigenwillig anmutendes, aber auch sehr komfortables Auto geschaffen.

Ich habe für meinen Test die Long-Range-Version der Grundvariante Pallas in der niedrigsten Motorisierung mit 180 kW (245 PS) angefordert, weil sie die längste Reichweite hat. Zwischen 692 und 749 km mit einer Ladung gibt DS für das Fahrzeug an, was ein hoher Wert ist. Mich hat interessiert, was davon im Winter bei niedrigen Temperaturen, miesem Wetter und einer 700 km langen Strecke auf der Autobahn übrig bleibt – und war überrascht, wie viel es tatsächlich ist.

DS bezeichnet den No. 8 als ein SUV-Coupé, was es recht gut trifft. Vor allem vorne ist der No. 8 recht bullig, die Dachlinie fällt aber nach hinten ab – die typische Kastenform eines klassischen SUV fehlt dem Fahrzeug. Die Form ähnelt anderen Crossover-SUVs, wie etwa der des Kia EV6, der allerdings kürzer und daher etwas kompakter wirkt. Außerdem fällt das Dach beim No. 8 stärker nach hinten ab.

Wuchtige Präsenz trotz Coupé-Dach

Das Fahrzeug ist mit 4.820 x 2.099 x 1.580 mm ähnlich gewaltig wie ein Fullsize-SUV – ein kleines Auto ist der No. 8 beileibe nicht. Das ist nicht nur an der Präsenz außen zu bemerken, sondern auch im Innenraum. Dort steht sowohl Passagieren als auch Gepäck reichlich Platz zur Verfügung: Vorne und hinten ist die Beinfreiheit großzügig, auch der Kopf hat hinten trotz abfallenden Dachs genügend Platz. In den Kofferraum passen 621, bei umgeklappten Rücksitzen 1.553 Liter – ich konnte drei prall gefühlte Grünschnittsäcke problemlos transportieren.

DS No. 8 Probe gefahren
DS No. 8 Probe gefahren (04:39)

Das Design des No. 8 ist wie bereits angedeutet speziell – vor allem im Innenraum, aber auch bei einigen Details außen. Die LED-Scheinwerfer sind schmale Schlitze, die Tagfahrlichter darunter wirken wie Reißzähne. Die Front wird durch einen auffälligen Spoiler ergänzt, der den No. 8 in meinen Augen eher brachialer als sportlicher wirken lässt.

Die Seite des No. 8 wird durch eine ganz leicht angedeutete Linie aufgelockert, zusammen mit einer schwarzen Leiste am Boden und einer Chrom-Zierleiste am Dach. Die Linie führt zu den ungewöhnlichen Rücklichtern, die quasi drei Zacken haben. Eine durchgehende Lichtleiste am Heck hat der No. 8 nicht, das dritte Bremslicht ist in der Mitte des kleinen Heckspoilers angebracht.

Insgesamt ist das äußere Design des No. 8 eher zurückhaltend, wird aber durch markante Extras aufgelockert. Beim Innenraum hat DS allerdings jegliche Zurückhaltung aufgegeben und setzt auf ein futuristisches, gleichzeitig aber durchaus stilvolles Design. Dabei werden einige Besonderheiten des Citroën DS und seiner Nachfolger aufgegriffen.

Innere Türgriffe mit Hommage an alte Modelle

Das betrifft etwa die Türgriffe innen – einer der Punkte, der von meinen Mitfahrern immer wieder genannt wird. Anders als bei allen anderen von mir getesteten Autos in diesem Jahr zieht man seine Tür hier nicht über einen Griff in der Armlehne zu, sondern über eine vertikale Vertiefung hinter den Lautsprechern. Diese sind aus Metall gefertigt, am Rand gibt es eine LED-Lichtleiste. Das sieht ungewöhnlich, aber geschmackvoll aus, wie ich finde.

Derartige vertikale Griffe gab es auch beim Citroën DS und den Nachfolgern. Beim Citroën CX trieb der Hersteller das Konzept auf die Spitze und verbaute eine Art Pistolengriff, bei dem zum Öffnen der Tür ein Auslöser mit dem Zeigefinger gezogen werden musste. Leider kann ich beim No. 8 die Tür nicht auch über den schönen Griff öffnen – das wird über einen konventionellen Türöffner darunter erledigt. Hätte DS die beiden Griffe kombiniert, wäre das eleganter gewesen.

Apropos elegant: Der Innenraum des No. 8 wirkt insgesamt sehr schick, was nicht nur am hochwertig verarbeiteten Kunstleder und den zahlreichen Ziernähten liegt. Sie finden sich an der Türinnenverkleidung und dem Armaturenbrett, das sich in einer geschwungenen Linie über die Lautsprecher/Türgriffe erstreckt. Das Armaturenbrett besteht aus einem oberen und einem unteren Teil und ist wie alle Oberflächen, die wir mit Armen und Händen berühren, unterschäumt und daher weich.

Auch Hartplastik kann gut aussehen

Unterhalb der Knie gibt es Hartplastik in den Türen, aber auch hier verwendet DS ein hübsches Muster, was den Look auflockert. Zwischen den auch auf der Langstrecke sehr bequemen Vordersitzen (dank Comfort-Packet mit Sitzheizung und Lüftung) befindet sich eine Mittelkonsole, die komplett bis zum Armaturenbrett reicht. Dort befindet sich eine Handyablage. In der Mittelkonsole gibt es ein großes klimatisiertes Fach, zusätzlich zu einem kleineren, das auch als Becherhalter dient.

Darüber ist die für Stellantis-Fahrzeuge übliche Schaltwippe für die Gänge eingebaut, daneben befinden sich Buttons für die Fahrmodi-Wahl und die Lautstärke. Einige andere Funktionen lassen sich ebenfalls über physische Knöpfe erreichen, etwa die Scheibenbelüftung oder die Aktivierung der Klimaanlage. Ungewöhnlich ist das LED-Sternenmuster auf der Mittelkonsole, das sich – anders als der Rest der geschmackvollen LED-Beleuchtung im Innenraum – nicht in Farbe und Helligkeit einstellen lässt.

Die Temperaturwahl der Zweizonen-Klimaautomatik sowie weitere Funktionen werden über das zentrale Display im Armaturenbrett gesteuert. Es hat eine Diagonale von 16 Zoll, ist aber nicht so groß, wie man aus der Größenangabe schließen könnte. Das liegt am Format: Der Bildschirm ist relativ schmal, dafür aber sehr breit. Entsprechend ist beispielsweise der Kartenausschnitt des eingebauten Navigationssystems ebenfalls eher schmal. In der Standardeinstellung teilt sich das Navi den Bildschirmplatz mit weiteren Anwendungen – das hingegen funktioniert wegen der Breite sehr gut.

Unser No. 8 hat dank des Tech-Pakets auch ein Head-up-Display (HUD). Beim No. 8 lassen sich das HUD in Verbindung mit dem Fahrdisplay hinter dem Lenkrad umfangreich konfigurieren. Ich kann den aktuellen Kartenausschnitt des Navis im HUD, im Fahrdisplay oder auch nur im Touchscreen in der Mitte anzeigen lassen. Ebenso lassen sich verschiedene Leistungsdaten oder Kilometerzähler darstellen.

Einfach zwischen verschiedenen Displaykombinationen wechseln

Insgesamt kann ich fünf Displaykombinationen speichern und über einen Knopfdruck am Blinkerhebel wechseln. Eine derartige Funktion bieten nicht viele Hersteller. Auch das flink reagierende Infotainmentsystem auf dem zentralen Display kann ich nach meinen Vorlieben anpassen und verschiedene Funktionen und Informationen auf den drei Seiten verteilen. Insgesamt fand ich das Infotainmentsystem vor allem am Anfang stellenweise etwas unübersichtlich – mit der Zeit (und nach eigener Konfiguration) bin ich aber gut damit zurechtgekommen.

Gute Übersicht dank 360-Grad-Kamera

Ebenfalls Teil des Tech-Pakets sind die gute 360-Grad-Kamera und der digitale Rückspiegel. Diesen finde ich vor allem im Dunkeln praktisch, da ich erst über die Kamera wirklich sehe, was hinter mir passiert. Für den digitalen Rückspiegel wird eine Kamera verwendet, die im Heckspoiler verbaut ist – alternativ kann aber auch ein optischer Rückspiegel verwendet werden. Die Rückfahrkamera fürs Parken ist hingegen oberhalb des Nummernschildes eingebaut – und bei meinem Testfahrzeug permanent an den Rändern beschlagen. Sämtliches Putzen (manuell und mit den eingebauten Reinigungsdüsen) hat nicht geholfen.

Bevor ich das erste Mal mit dem No. 8 losgefahren bin, habe ich zugegebenermaßen etwas stirnrunzelnd das Lenkrad betrachtet. Anders als die meisten Lenkräder hat das des No. 8 Speichen in X-Form. Das sieht ungewöhnlich aus – auch hier knüpft DS an die Tradition des Citroën DS an, dessen Lenkrad sogar nur eine Speiche hatte.

Als ich losfuhr, merkte ich aber, was für eine gute Idee diese X-Speichen sind. Man kann die Hand super ans Lenkrad legen und sich mit dem Daumen an einer der oberen Speichen festhalten. Gerade bei langen Strecken fand ich das sehr entspannend.

Angenehme Federung und ausreichende Motorisierung

Entspannend ist auch das Fahrgefühl im No. 8. Der Wagen ist gut gefedert, meinem Testmodell fehlt allerdings eine variable Aufhängung, die die Federung an die Straßenverhältnisse anpasst. DS hat beim Einstiegsmodell des No. 8 aber einen guten Mittelweg aus Komfort und guter Straßenlage gefunden: Schlaglöcher werden gemindert, aber nicht geschluckt; der Wagen liegt auch bei hohen Geschwindigkeiten (abgeregelt ist er bei 190 km/h) gut auf der Straße.

Mit 180 kW ist der No. 8 bei einem Gewicht von 2.180 Kilogramm eher durchschnittlich motorisiert. Von null auf 100 km/h kommt der Wagen offiziell in 7,8 Sekunden, ich komme in der Tat aus dem Stand schnell vom Fleck. Auf der Autobahn manövriert sich der No. 8 gut, was vor allem auch an der guten Straßenlage liegt. Lediglich bei wiederholten ruckartigen Lenkbewegungen neigt der Wagen leicht zum Schwanken, unsicher fühlte sich das aber nicht an.

Der No. 8 hat drei Fahrmodi, Eco, Normal und Sport. Sie sind gut voneinander unterscheidbar – im Eco-Modus beschleunigt der Wagen langsamer als im Sport-Modus. Das Strompedal reagiert im Sport-Modus schneller, die Lenkung ist straffer. In der Stadt fand ich den Normal-Modus am angenehmsten. Die dreistufige Rekuperation wird über Wippen am Lenkrad gesteuert, was sehr praktisch ist. Der No. 8 hat auch One-Pedal-Driving; das lässt sich über einen Button in der Mittelkonsole aktivieren und bremst den Wagen recht flink bis zum kompletten Stillstand ab.

Wind- und Fahrgeräusche sind bei höheren Geschwindigkeiten trotz Akustikverglasung wahrnehmbar, aber nicht störend. Zusammen mit den bequemen Sitzen sind längere Touren mit dem No. 8 nicht nur für die Passagiere hinten und auf dem Beifahrersitz entspannend, sondern auch für Fahrer.

Entspannt fahren mit vorausschauendem Fahrassistenten

Das liegt auch an dem gut funktionierenden Fahrassistenzsystem, das bei der von mir getesteten Pallas-Variante allerdings als Teil des Tech-Pakets aufpreispflichtig ist. Die Lenkhilfe funktioniert bis 180 km/h und leitet das Fahrzeug geschmeidig durch Kurven – und das auch in Baustellen. Der No. 8 zählt zu den besten von mir getesteten Fahrzeugen, was die Navigation in Baustellen betrifft.

Die Schilderkennung funktioniert in den meisten Fällen gut, der Fahrassistent erkennt neue Tempolimits und bietet mir an, die Geschwindigkeit selbsttätig einzustellen. Wie viele Elektroautos hat aber auch der No. 8 in der Stadt Probleme, Schilder mit Zeitbeschränkungen richtig zu deuten. Dann piept uns das System nervös an – die akustische Warnung muss ich über ein Menü deaktivieren.

Um an dieses Fahrassistenzmenü zu kommen, kann ich glücklicherweise eine physischen Button verwenden. Er funktioniert unerklärlicherweise aber nicht immer sofort: Manchmal muss ich zwei- oder dreimal draufdrücken, damit das Menü erscheint. Etwas Ähnliches ist mir bei der Wahl des Fahrmodus über die Buttons in der Mittelkonsole aufgefallen: Drücke ich einen davon, weist das System in der Regel eine Verzögerung von zwei Sekunden oder mehr auf, was nervt.

Vorausschauende Geschwindigkeitsreduzierung ist praktisch

Die Geschwindigkeitseinstellung über den Fahrassistenten funktioniert oft, aber nicht immer erst ab dem Schild: Vor allem in Bereichen, wo auf 100 und kurz danach auf 80 km/h reduziert wird, fragt das System rechtzeitig nach und beginnt dann früher als etwa Fahrzeuge von Kia mit dem Bremsen. Dieses vorausschauende Verhalten macht das Reisen noch entspannter.

Etwas umständlich finde ich die Aktivierung des Lenkassistenten über die Buttons am Lenkrad. Ich muss zunächst über eine Taste auswählen, ob ich den adaptiven Tempomaten, den Lenkassistenten oder keine Unterstützung möchte. Anschließend wird die Geschwindigkeit eingestellt. Zwar werden mir die Auswahlmöglichkeiten auch im HUD angezeigt, ich fühle mich in der Zeit aber abgelenkt – eine Aktivierung mit einem Knopfdruck wie bei den meisten Herstellern ist mir persönlich lieber.

Der Fahrassistent ist allerdings nicht perfekt: Bei meinen Fahrten ist es insgesamt dreimal vorgekommen, dass das System plötzlich ausfiel. Grund war laut dem No. 8 ein verunreinigter Sensor. Nach etwa 5 Minuten manuellem Fahren ließ sich das System wieder aktivieren. Es hat in der Tat zum Zeitpunkt des Ausfalls jeweils geregnet, ein derartiges Verhalten habe ich aber bislang noch nicht erlebt.

Das eingebaute Navi funktioniert gut und hat aktuelle Livedaten zur Verkehrslage und den Ladestationen. Es gibt sie im Rahmen des Connect-Plus-Pakets drei Jahre lang inklusive – danach kosten sie extra.

Ladeplanung ohne Anbieterfilter

Die Ladeplanung ist eher vorsichtig und schickt mich mitunter auch mit 28 Prozent an die Ladesäule – offenbar setzt das System eher auf mehrere kurze Stopps als auf wenige längere. Die Vorhersage des Ladestands an den Zielorten war in meinem Test sehr zuverlässig; man kann den gewünschten Ladestand bei Ankunft am Ziel oder den Ladestopps angeben.

Die Stopps kann ich erst, nachdem die Routenführung begonnen hat, mit einem Tipp gegen Alternativen austauschen lassen – bei der Planung geht das nicht. Nervig ist zudem, dass ich bei der Ladeplanung lediglich die gewünschte Ladeleistung als Filter angeben kann, nicht aber die Anbieter. Wer ein Abo bei einem Anbieter hat und dort entsprechend günstiger lädt, muss die Ladestopps manuell einplanen. Das sollte DS möglichst schnell ändern; alternativ zum eingebauten Navi kann auch Android Auto oder Apple Carplay verwendet werden.

Einige Funktionen des No. 8 lassen sich auch über einen Sprachassistenten verwenden. Manche kann man darüber sehr gut ansteuern, wie etwa die Klimaanlage oder die Telefoniefunktion. In anderen Bereichen ist die Sprachassistentin aber erstaunlich doof: Zwar kann sie die Sitzheizung auf einen Sprachbefehl hin ein- und ausschalten, nicht aber die Lenkradheizung oder den Nackenwärmer. Er blies mir warme Luft in den Nacken, was bei Minusgraden sicherlich angenehm ist – bei Temperaturen von um die 4 Grad war mir die warme Luft aber zu viel des Guten.

Software mit einigen Bugs

Bei der Software sind mir nicht nur die etwas begriffsstutzige Sprachassistentin und die Lags bei der Benutzung einiger Buttons negativ aufgefallen. Einmal war das Head-up-Display komplett abgeschaltet, obwohl ich nichts dergleichen eingestellt hatte. In einem anderen Fall wurden mir Inhalte auf dem Fahrdisplay nicht angezeigt.

Android Auto ist zwischendrin ein-, zweimal ausgefallen. In einem besonders kuriosen Fall waren die Buttons auf dem Keyfob vertauscht: Beim Laden ließ sich der Wagen nur durch Drücken des Schließen-Buttons öffnen. Alle Bugs waren nach einem Neustart des Fahrzeugs verschwunden, bei einem derart teuren Auto sollte so etwas aber definitiv nicht vorkommen.

Der No. 8 hat in der von mir getesteten Long-Range-Version einen Nickel-Mangan-Cobalt-Akku mit einer hohen Kapazität von 97,2 kWh. Dessen Reichweite ist im Winter wie bei allen Elektroautos niedriger als im Sommer – und liegt damit unter den offiziellen Angaben des Herstellers. Dank eines überraschend guten Verbrauchs bin ich mit dem No. 8 aber trotzdem sehr weit gekommen.

Während meiner 700 km langen Hinfahrt war ich fast ausschließlich auf der Autobahn unterwegs und fuhr – so es erlaubt war und die Verkehrslage es hergab – bis zu 180 km/h. Die Umgebungstemperaturen lagen zwischen 8 und 11 Grad, zwischendurch stand ich zweimal kurz im Stau. Der Verbrauch lag am Zielort bei 22,5 kWh/100 km, was eine Reichweite von 432 km ergibt.

Gute Reichweite auch im Winter

Im realistischen Bereich zwischen 80 und 10 Prozent entspricht das einer Reichweite von 302 km. Zum Vergleich: Mit Kias EV6 kam ich im Sommer bei vergleichbarer Fahrweise auf einen Verbrauch von 27,4 kW/100 km, was einer Reichweite zwischen 80 und 10 Prozent von 215 km entspricht.

Dank des großen Akkus und des überraschend guten Verbrauchs kommt der No. 8 selbst im Winter merklich weiter als der Kia – wenngleich anzumerken ist, dass die Temperaturen noch nicht im Bereich um 0 Grad lagen, wo der Verbrauch noch einmal höher sein dürfte.

Die Ladeleistung liegt bei maximal 160 kW, die ich während meiner Fahrt beim Laden fast erreicht habe. Der No. 8 konditioniert den Akku automatisch vor, wenn ich eine Ladestation im Navi anfahre, und mit 150 kW Peak war ich nah an der Herstellerangabe dran.

Auf der Rückfahrt konnte ich so bei circa 7° C Außentemperatur in 33 Minuten von 15 auf 83 Prozent laden, mit einer durchschnittlichen Ladeleistung von 123 kW. Das halte ich angesichts der Größe des Akkus für eine vertretbare Wartezeit. DS gibt für den Bereich von 20 auf 80 Prozent 27 Minuten unter idealen Bedingungen an – da sind die sechs Minuten mehr bei insgesamt 8 Prozent mehr Ladung ein nahezu ideales Ergebnis.

Umständliche App-Einrichtung lohnt sich nicht

Der No. 8 kann wie andere Fahrzeuge von DS mit einer App verbunden werden. Die Einrichtung ist aufwendiger als etwa bei Kia und lohnt sich meiner Meinung nach nicht. Kernfunktionen der Anwendung wie die Aktivierung der Klimaanlage aus der Ferne haben bei mir nicht funktioniert, ich habe die App – anders als die von Kia – nicht genutzt. Der volle Funktionsumfang steht nur mit einem Connect-Plus-Abo zur Verfügung (das ich hatte), das ab Kauf drei Jahre lang gratis ist.

DS No. 8: Verfügbarkeit und Fazit

Der DS No. 8(öffnet im neuen Fenster) kostet in der Einstiegsvariante Pallas mit dem kleineren Akku (73,7 kWh) und 169 kW (230 PS) Leistung ohne Extras 57.700 Euro. In der hier getesteten Long-Range-Variante mit 97,2-kW-Akku kostet das Fahrzeug 63.200 Euro. Unsere Version mit Tech- und Comfort-Paket sowie Sonderlackierung kostet knapp 70.000 Euro.

Die AWD-Version des Pallas mit 257 kW (350 PS) und großer Batterie (97,2 kWh) kostet ohne Extras 68.100 Euro. Die mittlere Ausstattungsvariante Etoile beginnt bei 65.100 Euro, die Top-Ausstattung Jules Verne bei 77.000 Euro.

Fazit

Der DS No. 8 ist ein sehr komfortables Elektroauto, das vor allem im Innenraum ein ungewöhnliches, aber elegantes Design hat. Auch die von mir getestete Einstiegsvariante Pallas fährt sich trotz fehlenden variablen Fahrwerks bequem, zusammen mit den gemütlichen Sitzen und reichlich Platz reist es sich angenehm.

Dazu trägt auch die selbst im Winter gute Reichweite bei, was mich durchaus überrascht hat. Die Kombination aus großer Batterie und gutem Verbrauch lässt den Akkustand auch auf der Autobahn gemächlicher schrumpfen als bei anderen Elektroautos.

Aufgrund seiner Länge lässt sich im DS No. 8 eine Menge unterbringen – auch Urlaub mit der Familie dürfte kein Problem sein. Aufgrund der Coupé-Form ist der Kofferraum aber in der Höhe begrenzt.

Perfekt ist der DS No. 8 aber nicht, vor allem, was die Software angeht. Ich habe in meinem Test mehrfach Bugs erlebt, die sich auch wiederholt haben. Störend finde ich zudem, dass ich bei der Ladeplanung keine Anbieter eingrenzen kann. Auch die dauerbeschlagene Rückkamera hat keinen guten Eindruck bei mir hinterlassen, ebenso die nutzlose App mit Abofunktion.

Der Preis des getesteten Fahrzeugs ist nämlich auf einem durchaus hohen Niveau, wenngleich der No. 8 dafür einige Funktionen bietet, die bei der vergleichbar teuren Konkurrenz fehlen. Der Mercedes EQE 350+ etwa, mit dem großen Akku (96 kWh), vergleichbarer Ladeleistung, dafür aber mehr Motorleistung (235 kW/320 PS), kostet fast gleich viel – allerdings ohne so manche Zusatzoptionen, die bei dem von mir getesteten No. 8 bereits mit drin waren.

Dazu zählen einfache Optionen wie einklappbare Außenspiegel, eine drahtlose Smartphone-Ladeschale und ein Fernlichtassistent. Beim EQE ist in der Grundversion aber auch kein Fahrassistent enthalten, anders als beim No. 8. Insofern relativiert sich der Preis des DS No. 8 ein wenig – dafür sollte der Hersteller aber dringend noch einmal an der Software feilen.


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